Verbeamtungen in Deutschland: 59% Frauenquote – ohne Lehrer!

Verbeamtungen in Deutschland: 59% Frauenquote – ohne Lehrer!

Nachdem mir beim Stöbern in Statistiken auffiel, dass es bei den Neueinstellungen im Öffentlichen Dienst eine heftige weibliche Schlagseite gibt, habe ich zahlreiche Landes- und Bundesministerien mit der Bitte angeschrieben, mir die nach Geschlecht (m/w/d) und Laufbahn aufgeschlüsselten Verbeamtungszahlen der letzten fünf Jahre zu übermitteln. Nachdem mich gestern die Frau Bernadette Giesberts-Kaminski per Post(!) vom Bundesarbeits- und Sozialministerium über dessen Verbeamtungspolitik informierte, dachte ich mir ist an der Zeit, die erhaltenen Daten aufzubereiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ignoranz, Geld & sonstige Frechheiten

Die meisten Ministerien ignorierten meine Anfrage komplett oder schickten mich direkt in Richtung der wenig ergiebigen offiziellen Statistiken, wobei ich mir nicht gemerkt habe, wen ich alles angeschrieben habe, da das meiste direkt über die Kontaktformulare der ministeriellen Internetseiten lief. Eventuell sind die meisten Ministerien auch weiterhin noch am Heraussuchen der Zahlen, von denen ich annahm, dass sie sich im sechsten Jahrzehnt der Existenz von SQL mit einer einfachen Anfrage aus dem System ziehen lassen.

Negativ hervorgetan hat sich in diesem Prozess das niedersächsische Umweltministerium. Deren Internetseite erlaubt einerseits anonyme Kontaktanfragen, was ich auch nutzte, bekam dann aber anonym(!) von der Poststelle des Ministeriums eine Rückanfrage, wer ich genau bin und was ich mit den Informationen machen möchte. Als ich daraufhin auf den Fehler im Kontaktformular hinwies, brach die Kommunikation ab.

In anderer Weise negativ war das Entwicklungshilfeministerium, das von mir eine offizielle Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erwartete, für die ich 70 Euro hätte löhnen müssen. In anderen Ländern sind derartige Anfragen kostenlos und sogar Ausländern gestattet. Nicht so bei uns. Daher habe ich dankend verzichtet, wobei mich fast etwas wundert, dass sie als einzige Geld für die Info verlangt haben.

Das Verteidigungsministerium, das Kultusministerium in Bayern und das niedersächsische Finanzministerium wollten ebenso wissen, wer ich bin und was ich mit den Zahlen beabsichtige. Auf meine Antwort, diese in diesem Blogbeitrag zu verarbeiten, entschied sich München für Funkstille und die Bundeswehr wollte wissen, ob ich das Ministerium oder die Verteidigung meinte und brach den Kontakt dann ebenso ab. Einzig aus Niedersachsen bekam ich die Zahlen schließlich ohne weiteres zugesendet. Imposant konnte ich nebenbei auch feststellen, wie sehr die bayerische Regierung im Geld schwimmen muss. Die Kundenkommunikation wird tatsächlich von einem „Dr.“ geschmissen. Nicht übel, gebe ich zu – so lange man das Ergebnis meiner Anfrage nicht zählt.

Beeindruckt war ich von der Reaktionszeit des Gedönsministeriums in Rheinland-Pfalz. Es dauerte keine zwei Tage, da bekam ich die Zahlen schon geliefert. Wären doch nur alle Ministerien so gut aufgestellt. Aber es scheint, als seien die wenigsten im digitalen Zeitalter angekommen, vor allem, da es sich bei Verbeamtungen nicht um irgendeine Kleinigkeit handelt, sondern um eine weitreichende Entscheidung, für die es sich lohnt, wenn schon nicht eine eigene Datenbanktabelle, dann doch eine eigene Kartei anzulegen, um den Überblick über die Personalkosten zu behalten.

Frauen, Frauen und noch mehr Frauen

Leider waren es am Ende nicht viele Ministerien, die mir die notwendigen Zahlen liefern wollten, um die Lücke zu füllen, die das Statistischen Bundesamt in deren Gesamtübersicht hinterlassen hat. Dort ist lediglich die Gesamtzahl aller öffentlichen Angestellten verzeichnet, so dass sich die Veränderung der geschlechtlichen Zusammensetzung herauslesen lässt, nicht aber, woran genau es liegt, dass Frauen heute ein deutliches Übergewicht bilden, was das offizielle Ziel der Herstellung von „Gleichheit“ ad absurdum führt. Dennoch lässt sich anhand der Zahlen mein Verdacht bestätigen, dass quasi nur noch Frauen für eine Beamtenlaufbahn zugelassen werden.

Bundesentwicklungshilfe

Ginge es nur nach dem Ministerium irgendeines CSU-Zählkandidatenministers, dann könnte man meinen, die abgewählte Bundesregierung habe sich keine Geschlechterparität auf die Fahnen geschrieben, sondern eine Geschlechterdominanz durch Frauen. Da werden sich die Taliban aber freuen, wenn sie künftig die Geldkoffer für Mädchenschulen von Burkas überreicht bekommen. Auffällig ist das Fehlen von Diversen, von denen es nach unfehlbarer Expert*ittenmeinung 60-100.000 in Deutschland geben soll (entsprechend 0,01% – 0,13%).

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
201659064%
20172216042%
20181220063%
20192347067%
20201732065%
20211020067%
alle
89144062%

Bundesarbeits- und Sozialministerium

Auch die Zahlen aus dem Haus von Hubertus Heil (SPD) lassen vermuten, dass die Frauenquote nicht bei der Hälfte angesetzt werden soll, sondern eher bei zwei Dritteln. Diverse finden sich allerdings ebenso keine. Ob der Herr Heil heimlich transphobisch ist? Da die beiden Ministerien zusammen auf 392 Verbeamtungen für die Jahre 2016-2021 kommen und sich die wenigsten Diversen in den Altersgruppen unter 20 und über 65 Jahren rekrutieren, müsste rein statistisch gesehen mindestens ein/e/r/es darunter sein.

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2017823061%
20181219059%
20191724065%
2020917067%
20211020067%
alle56103065%

Finanzministerium Niedersachsen

Angesichts der hohen Zahl bin ich mir nicht sicher, ob das nur die Verbeamtungen oder alle Neueinstellungen sind. Bei insgesamt 41.000 Mitarbeitern für das gesamte Ministerium könnten es aber durchaus nur die Verbeamtungen sein.

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2016198249056%
2017204276058%
2018201285059%
2019205282058%
2020187280060%
2021197299060%
alle11921671058%

Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz

Obwohl die Ministerin mit dem einprägsamen Namen Daniela Schmitt der FDP angehört, zeigt sie sich sehr solidarisch gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen. Ihr Ministerium kommt, wenn auch auf deutlich niedrigem Niveau als bei den Bundesministerien auf die bislang höchste Frauenquote.

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2016020100%
201713075%
201824067%
2019020100%
202025071%
alle516076%

Gedönsministerium Rheinland-Pfalz

Die kaum weniger bodenständig benannte Ministerin Katharina Binz von den Grünen muss offenbar mit noch weniger Mitarbeiter(sic!)innen auskommen als die Daniela von der FDP. Das hindert sie aber nicht daran, die Frauenquote außerhalb des Hausmeisterbüros noch einmal konsequenter in Richtung 100% zu treiben. Wer eine Idee hat, was 2018 zu diesem Testosteronschub führte, darf mir gerne seine Vermutung mitteilen.

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2016010100%
2017000
201834057%
2019010100%
2020010100%
2021010100%
alle38073%

Dominanz der Frauen quer durch die Bank

Wer die Tabellen einzeln durchgegangen ist, der wird es schon gemerkt haben. In keinem Jahr seit 2016 und in keinem Ministerium wurden mehr Männer oder Diverse als Frauen verbeamtet. Mehr noch kamen Männer nur im Gedönsministerium in einem Jahr (2017) die selbe Anzahl an Verbeamtungen wie Frauen oder Diverse und diese Zahl betrug Null.

Das ist imposant und bestätigt meine schlimmsten Befürchtungen, wonach die angestrebte Parität übergangen wird wie eine Dampfwalze, so dass in einigen Jahren ein massiver Frauenüberschuss unter den Beamten Deutschlands auflaufen wird. Von „Gleichheit“ keine Spur! Dabei sind es nicht einmal die Männer, die am meisten diskriminiert werden. Unter den insgesamt 3.287 Verbeamtungen in den letzten fünf Jahren hätte doch wenigstens eine Transe sein müssen. Rein statistisch und bezogen auf die Erwerbsbevölkerung hätten es sogar 5-8 Diverse sein müssen. Wenn das mal keine Heuchelei ist…

Alle erfassten Ministerien im Aggregat

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2016203261056%
2017235318058%
2018230332059%
2019245356059%
2020215335061%
2021217340061%
alle13451942059%

Die Ministerien ohne das niedersächsische Finanzministerium

JahrMännerFrauenDiverseFrauenquote
2016512071%
20173142058%
20182947062%
20194074065%
20202855066%
20212041067%
alle153271064%

Eine Frauenquote von 59% und im Fall, dass beim niedersächsischen Finanzministerium auch Neueinstellungen ohne Verbeamtungen gezählt werden, sogar 64% Frauenanteil unter den jungen Beamten ist ein deutliches Zeichen für eine Schieflage. In diesem Wert muss vor allem berücksichtigt werden, dass die meisten Verbeamtungen unter Lehrern vorgenommen werden, einem Beruf mit einer 73% Frauenquote.

Bis in 20 Jahren, wenn die alte Beamtengarde im Grab oder Pflegeheim liegt, werden irgendwann Rufe nach einer Männerquote aufkommen – naja, es sei denn, der Beamtenberuf wurde bis dahin so sehr verweibert, dass Männer kein Interesse mehr daran haben werden und lieber etwas richtiges lernen.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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