Der Lockdown wirkt sich verheerend auf die psychische Gesundheit junger Menschen aus. Sind Soziale Medien schuld?

Der Lockdown wirkt sich verheerend auf die psychische Gesundheit junger Menschen aus. Sind Soziale Medien schuld?

Trotz der breiten Propagandafront beim Coronathema reichten englischsprachige Medien immer wieder Hilferufe an die Öffentlichkeit, nach denen Kinder in extremer Weise unter den fortgesetzten Alltagsbeschränkungen leiden. Ende letzten Jahres warnten englische Jugendpsychiater davor, dass ihre Betten nicht mit Coronapatienten gefüllt sind, sondern hauptsächlich mit Mädchen, die infolge der Isolation an Essstörungen leiden. In Las Vegas wiederum schoss die Suizidrate unter Schülern so sehr nach oben, dass die zuständige Schulbehörde die Schulbetrieb wieder aufnehmen musste, während Psychiater in Australien, das in einzelnen Landesteilen eine ganz besonders harte Coronapolitik betreibt, insbesondere bei Mädchen eine „Schattenpandemie“ mit zahlreichen Suizidversuchen sehen. In Fachkreisen wurde schon vor einem halben Jahr geschätzt, dass jedes sechste Kind infolge der Beschränkungen massive mentale Schäden davon tragen wird. Dies wird nun durch eine neue Studie bestätigt, in der die schlimmsten Befürchtungen bestätigt werden.


Psychische Störungen bei Jugendlichen um 50% gestiegen

Laut einer neuen Studie der englischen Gesundheitsbehörde NHS sorgen die fortgesetzten Lockdownmaßnahmen bei Minderjährigen für massive psychischen Folgeschäden, wie die Daily Mail berichtet. Insbesondere ältere Jugendliche und Mädchen litten unter den Maßnahmen, wobei die Isolation insbesondere bei 17-19 jährigen jungen Frauen verheerend wirkt. Unter diesen entwickelten 76% im Laufe der Beschränkungen eine Essstörung, während es vor vier Jahren noch 61% in dieser Kohorte waren, die an diesem Problem litten.

Junge Männer in diesem Alter, die in dieser Hinsicht eher robuster veranlagt sind, sind ebenso von einem starken Anstieg der Essstörungen betroffen. Heute leiden 41% aller jungen Männer darunter. Unter Kindern und Jugendlichen im Alter von 11-17 Jahren beiden Geschlechts hat sich der Anteil an Essstörungen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie verdoppelt.

Bei Kindern von 6-16 Jahren hat sich der Anteil mit einer psychischen Störung von 11,6% im Jahr 2017 auf heute 17,4% erhöht. Der zuvor bereits ermittelte Wert, wonach jedes sechste Kind in der ein oder anderen Art und Weise mental von den Beschränkungen und Isolationsmaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnte in der Studie bestätigt werden.

Jugendpsychiater geben sich sehr besorgt über den starken Anstieg der mentalen Stressbewältigung über die Nahrungsmittelaufnahme, vor allem da in den Zahlen der Studie nur diagnostizierte Essstörungen erfasst wurden, nicht aber problematische Veränderungen bei den Essgewohnheiten insgesamt.

Lockdown oder Soziale Mediennutzung?

Sicher über die genaue Ursache sind sich die Experten noch nicht. Die vordergründige Vermutung, wonach alleine die soziale Isolation der Grund für den verheerenden Zustand der Jugend verantwortlich sei, könnte unter Berücksichtigungen weiterer Faktoren relativiert werden. Tiefer gehende Studien gibt es zwar noch nicht, eine Hypothese, der nachgegangen werden soll, ist aber die verstärkte Nutzung der Sozialen Medien durch Jugendliche.

Ein Grund für die Vermutung besteht darin, dass auch kleine Kinder deutlich öfters in psychische Behandlung kommen, als noch vor der Pandemie. Diese seien es gewohnt, oft zu Hause und bei ihren Eltern zu sein, so dass die größte Veränderung im steten Begleiter des Internets besteht. In ihren Pausen und noch mehr in der Freizeit verbringen sie ihre Zeit mit Freunden heute digital, so dass sie sehr oft schädlichen Inhalten ausgesetzt sind, mit denen sie in ihrem Alter nicht umgehen können.

Bei schädlichen Inhalten muss es sich nicht unbedingt um pornografische Darstellungen handeln, oder um Mobbing, das in der schnelllebigen Anonymität des Internets sehr viel häufiger vorkommt, als im richtigen Leben. Das normale Angebot Sozialer Mediendienste kann hierfür völlig ausreichen, verschiedene Studien sprechen von bis zu 60% der Nutzer, deren Selbstbewusstsein infolge der Verwendung dieser Internetdienste zu leiden beginnt. Mit der Intensivierung der Internetnutzung infolge der Beschränkungen wurde dieser Effekt noch einmal maximiert.

Insbesondere Instagram scheint eine negative Rolle zu spielen, das auf die Selbstdarstellung mit unrealistisch retuschierten Fotos optimiert wurde. Im Jahr 2019, also unmittelbar vor der Pandemie, wurde in einer umfangreichen Studie unter Siebt- und Achtklässlern herausgefunden, dass 51,7% der Mädchen und 45% der Jungen infolge der Nutzung von Instagram, Facebook, Tumblr und Snapchat eine Essstörung entwickelten, wobei sich vor allem Instagram bei Jugendlichen einer großen Beliebtheit erfreut.

Lockdown & Smartphones müssen weg

Laut Statista werden vor allem Snapchat (56%) und Instagram (51,4%) mehrheitlich von Mädchen benutzt. Der massive Anstieg insbesondere von Essstörungen unter Jugendlichen lässt sich damit nicht ausschließlich über die intensive Nutzung des Internets als Ersatz für das Sozialleben erklären, doch es könnte ein Teil der Erklärung sein.

Selbst wenn die Sozialen Medien in ihrer schädlichen Wirkung neutralisiert werden, ist auch für die Zeit nach den Beschränkungen zu befürchten, dass auch andere mentale Störungen relevant werden, da die Kinder und Jugendlichen 18 wertvolle Monate ihres noch jungen Lebens verloren haben. Ohne das spielerische Erlernen von Sozialverhalten, während gleichzeitig ein digitaler Ersatz fest institutionalisiert wurde, könnte bei zahllosen jungen Menschen zu langfristigen Folgeschäden führen, da sie von einem physischen Sozialleben dauerhaft überfordert sein könnten.

Generell lässt sich über die Coronamaßnahmen urteilen, dass sie wenigstens für Kinder und Jugendliche dringend abgeschafft, oder wenigstens auf ein Minimum reduziert werden sollten. Ebenso zeigen die infolge der Pandemie offen zutage tretenden negativen Folgen einer unkontrollierten und unbeschränkten Nutzung Sozialer Mediendienste, dass Smartphones als deren Hauptträger für Minderjährige dringend in analoger Weise zu Alkohol und Tabak reguliert werden sollten.

Quelle Titelbild, Grafiken

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