EM Nachlese eines ehemaligen Fußballfans

EM Nachlese eines ehemaligen Fußballfans

Erinnert sich noch jemand an Vuvuzelas und wie sie im Vorlauf zur WM 2010 in Südafrika als der letzte Schrei hingestellt wurden? Genau das waren sie auch – mein Gott, waren die Dinger nervig! Das Getröte hat mir damals den letzten Nerv geraubt. Seitdem kann ich nachfühlen, wie es Tinituspatienten ergeht. Es war wirklich kaum auszuhalten. Dennoch habe ich den Tinnitus beim Turnier genauso durchgehalten, wie ich davor schon Berti Vogts ertragen habe. Nur, dieses Mal war es zu viel. Noch vor Beginn der EM ging mir der ganze Kult um die Buchstabensexualität so umfassend auf die Nerven, dass ich mir kein einziges EM-Spiel komplett angesehen habe. Lediglich bei ein paaren davon habe ich noch rechtzeitig zur Schlussphase ans Einschalten gedacht. Nicht anders lief es beim Finale – und was bin ich froh, dass am Ende ausgerechnet drei Bunte aus Englands Mannschaft verschossen haben. Denn das wird mit Sicherheit hängen bleiben.

Das das Trauerspiel um die “Die Mannschaft”

Von dem Turnier habe ich wirklich kaum etwas mitbekommen. Einzig Roger Köppels vorübergehende Euphorie über das Abschneiden der Schweiz hat mich noch daran erinnert, nachdem die Greenpeace Nummer im Münchener Station schon wieder vergessen war. Zum Glück ist dann auch die “Die Mannschaft” früh ausgeschieden. Das hat den thematischen Nachrichtenfluss im Land noch einmal weiter gedämmt.

Deren letztes Spiel habe ich mir ab circa der 70. Minute angetan. Zum Glück wars nicht schon früher, der Schlussteil war einfach nur grausam. Nichts an ihrem Spiel hat mich an das erinnert, was die deutsche Mannschaft in der Vergangenheit stets ausgemacht hat. Unter Löw ist ihr Stück um Stück all das abhanden gekommen, was sie davor noch auszeichnete. Mir war immer wurscht, ob sie schön spielen. Hauptsache, sie hängen sich bis zum Schluss voll rein und das war selbst in den spielerisch dunkelsten Phasen auch immer der Fall.

Im Unterschied dazu kam es in den letzten Jahren immer öfters dazu, dass sie das Spiel entweder frühzeitig entscheiden konnten, oder aber sie sind gegen Ende gnadenlos abgesoffen. Inzwischen, und ohne Özil scheint es noch einmal schlimmer geworden zu sein als mit ihm, gehört das lähmende Ende fast schon zum Standard der in den Farben Deutschlands auftretenden “Die Mannschaft”. Alles drei davon kann ich nicht ausstehen, ihren Namen, ihre Spielweise und wofür sie zu stehen meint.

Thomas Müller konnte man beim Turnier regelrecht ansehen, wie er aus noch einer anderen Zeit stammt und von einer anderen Mentalität geprägt wurde. Doch was hätte er alleine schon reißen können? Ein Führungsspieler war er nie und er ist auch nicht mehr der jüngste. An seiner Stelle wäre ich gar nicht erst mitgefahren. Denn es war absehbar, wie es gekommen ist.

Vom Rest, vor allem den jüngeren kenne ich keinen einzigen. Sie interessieren mich schlicht und ergreifend nicht mehr. Weder spielerisch und auch nicht menschlich. In meiner Vorstellung hockt der letzte stinknormal deutsch erzogene Spieler der “Die Mannschaft” beim Entspannen im Hotel irgendwo im Abseits, während sich der Rest allabendlich dem globalisierten Unterschichtentittytainment hingibt und sich einen Dreck darum schert, wofür ihr Trikot eigentlich steht.

Totalvermarktung trifft Meinungskeule

Das schreckliche an all dem ist, dass es mir zum allergrößten Teil völlig gleichgültig ist, wo ein Spieler herkommt, wie er aussieht oder mit wem er ins Bett steigt. Ein Asamoah oder Hitzelsberger waren mir immer schon lieber als ein Dundee oder ein Rink. Von Hause aus bin ich tatsächlich erheblich toleranter als es manch einer meiner Blogbeiträge vermuten lässt. Für mich zählen Leistung und Leidenschaft. Dahinter kommt lange Zeit erst einmal gar nichts. Das ist gleichzeitig aber auch der Grund, warum mich die ganzen Buntlaschis in der “Die Mannschaft” nur noch ankotzen.

Völlig abgehoben mit netto 6-stellig im Monat setzen sie ihr markenkompatibles Auftreten leichtfertig gleich mit ihrer Rechtfertigungspflicht als Nationalspieler. Mit Absicht oder ohne, aber dennoch mit Verve scheißen sie auf genau das, worauf ihr kapitalisierbarer Wiedererkennungswert überhaupt erst basiert. Sie sind tagtäglich umgeben von Marketingfuzzis, aber dennoch scheint sich irgendwie niemand mehr daran zu erinnern, dass es zwischen der Vermarktung der Werbefläche und der Vertretung eines Landes bei einem Fußballspiel einen gewaltigen Unterschied gibt.

Vermutlich stören derartige Feinheiten heute nur noch. Denn jede noch so stumpfe Ecke birgt die potenzielle Gefahr eines Anstoßes. Besser ist es, wenn gar nicht erst welche dem präsentierten Produktbild störend im Weg stehen. Daher werden sie restlos aus dem Spieler und seinem Umfeld getilgt, während fragliche Fälle erst gar nicht mehr so weit kommen, als dass sie die Marke als das höhere Gut in Gefahr bringen könnten.

ESG-Rating und so, heißt es wahrscheinlich beim Instruieren fürs öffentliche Posieren, wenn mal wieder einer aus der Reihe zu tanzen droht. Dabei enden Individualität und Kreativität stets da, wo jede falsche – nein, viel schlimmer – jede Aussageverweigerung bereits zum teuren Unterfangen ausarten kann. Der emotionslose Dienst nach Vorschrift ist die natürliche Konsequenz daraus. Abzüglich der Entlohnung müssen einem die Profis von heute daher beinahe schon leid tun. Die Gitter am goldenen Käfig um sie herum sind zweifellos mit rasiermesserscharfen Dornen versehen. Dennoch, der erfolgte Bruch mit der eigenen Mentalität ist auch eine Fehlleistung, für die jeder selbst eine Mitverantwortung trägt.

Das Ergebnis daraus schließlich ist genauso absehbar, wie es die heutigen Sprachregelungen sind. Mehr als kunterbunt bedruckte, aber leere Flaschen stehen nicht heute mehr auf dem Platz oder daneben. Trappatoni kann froh sein, dass er in Rente ist. Spitzenprofis der aktuellen Generation glänzen zwar vielleicht in der Sonne wie selten zuvor. Doch bei Gegenwind vernimmt man aus ihrer Richtung kaum jemals mehr als ein hohles Rauschen. Außenrum hui, in der Sache jedoch nur noch knapp über pfui. Genau das ist der Dauerzustand des zeitgenössischen Profifußballs und eigentlich aller gesellschaftlicher Institutionen.

Einäugige unter Blinden

Was bin ich froh, dass am Ende die Italiener gewonnen haben. Das, obwohl es bei ihnen ebenso merklich knirscht im Gebälk wie überall. Ich meine, es war das Viertelfinale gegen Österreich, als sie nach der halben Verlängerung 2:0 vorne lagen und TROTZDEM noch in den Angriff gegangen sind. Was für geschichtslose Deppen! Ich musste mir die Augen reiben, als ich das gesehen habe. So etwas dummes hätte das Italien alter Tage nie und nimmer getan. Als Trainer hätte ich den Spieler umgehend vom Platz genommen.

Dieses sinnlos-risikoreiche Passen nach vorne war genauso fahrlässig, wie es den Abbruch zu ihrer eigenen Spielkultur kenntlich machte. Es zeigt, wie offenbar auch in Italien das Konzept darüber verloren ging, wer sie selbst sind und warum dem so ist. Prompt haben sie kurz vor dem Abpfiff noch ein Tor kassiert und es hätte gut und gerne ins Elfmeterschießen gehen können. Dass Italien beim Turnier dennoch triumphieren konnte zeigt nebenbei, wie mau es um die anderen Mannschaften bestellt ist. Es will etwas heißen, wenn sich Italien trotz nigerianischer Harakirieinlagen dennoch den Titel holen kann.

Dennoch bin ich gottfroh, dass keine dieser knienden Volltrottel gewonnen hat. Drei der vier Halbfinalmannschaften haben sich diese elendige Extremistenverbeugung verkniffen. Am Ende hat sogar eine jener Mannschaften gewonnen, die den Schwachsinn mit dem inbrünstigen Mitsingen der Nationalhymne quittiert hat. Gut so! Das Tüpfelchen auf dem „i“ der kaputten EM-Show kam natürlich ganz zum Schluss, als gleich drei Bunte bei den Engländern versagt haben. Zwei davon kamen sogar extra für das Elfmeterschießen auf den Platz. Was für ein Rohrkrepierer! Einfach nur herrlich. (Dabei ist Rashford noch einer der ganz wenigen unter den jüngeren Spielern, die ich beim Namen kenne und den ich als Spieler & Person schätze; er ist mit der authentischste im heutigen Brot-und-Spiele-Betrieb.)

Aus allen Lautsprechern plärrt die Propaganda

Ich hoffe inständig, dass die Botschaft aus dem EM-Finale die Betreiber erreicht hat: Maximales Buntsein ist ein Hochrisikospiel! Es konnte schiefgehen und es ist exakt so schief gegangen, wie es schiefgehen konnte. So wie sich etliche Chirurgie- und Ingenieursimporte der letzten Jahre als etwas ganz anderes erwiesen haben, ist die eigene Ideologie immer genau dann die gelackmeierte, wenn trotz aller Gesinnungsüberei im entscheidenden Augenblick das Gegenteil des gewünschten geschieht. Und im Gegensatz zu Asyl- und Kriminalitätsstatistiken lassen sich beim Fußball leider immer noch nur manchmal die Ergebnisse passend bestellen.

Die große Frage ist: Wie lange wird dieser marxistische Dummenkult noch weitergehen? Werden sie es irgendwann bemerken, oder hat bei denen wirklich gar keiner mehr ein eigenes Gehirn? Immer mehr kommt es mir vor, als müsste heute jeder vor der Übernahme einer höheren Verantwortungsposition verpflichtend eine Fortbildung in kommunistischer Propaganda vorweisen, und dazu noch eine in innerer Zersetzung. Die wenigen Szenen jedenfalls, denen ich abseits des unmittelbaren Spiels ausgesetzt war, wirkten auf mich wie aus einem Paralleluniversum. Völlig derangiert.

Die Kapitänsbinden, regenbogenfarben.

Die Eckfahnen, regenbogenfarben.

Die Zuschauer, regenbogenfarben.

Die Werbung, regenbogenfarben.

Die Symbolik, regenbogenfarben.

Die Parolen, regenbogenfarben.

Allein dieses ferngesteuerte Regenbogenauto, mit dem der Spielball aufs Feld gefahren wurde. Was denken die sich eigentlich dabei? An die Eröffnungszeremonie will ich erst gar nicht denken. Zum Glück habe ich mir diesen ganzen Quatsch nicht angetan. Dankenswerterweise ist auch das mit dem Ballauto zunächst an mir vorbei gegangen. Wahrscheinlich hätte ich jetzt einen Fernseher mit einem bierflaschengroßen Loch in der Mitte zu Hause stehen. Ich weiß gar nicht, ob sie das auch bei den anderen Spielen so gemacht haben. Zu befürchten ist es. Was für ein Dreck und immer schön mit der Kamera drauf, so wie beim Greenpeace Logo, nur noch einmal hundertfach penetranter.

Früher hat man noch Kinder oder sonst jemanden den Ball bringen lassen und dazu ein paar Glückliche mit den Spielern aufs Feld laufen lassen. Ist das eigentlich immer noch so? Auch da bin ich voll raus aus der Sache. Und nein, es würde mich in keinster Weise überraschen, wenn die Kinder heute als Voraussetzung zur Teilnahme daran den Nachweis einer Hormontherapie vorzeigen müssten. Also das, und dazu noch die doppelte Dosis Moderna oder vielleicht eine mit Biontech. Aber bloß nicht dieses russische Zeugs, dafür gibt es Punktabzug. Selbiges geschieht selbstredend bei verrutschter Maske.

Eine Lernkurve wie Herzstillstand

Wenigstens bekommen immer mehr Leute mit, was die Eliten mit unserem kollektiven Verstand am treiben sind. Sie ziehen ihre Konsequenzen und schauen ganz einfach nicht mehr hin. Es macht mir Hoffnung darauf, dass in den kommenden Jahren vielleicht doch noch irgendwo etwas überleben könnte, was einmal gewesen war. Vielleicht könnte es sich sogar lohnen, die Einschaltquoten nach Region zu ermitteln, um dann dorthin zu ziehen, wo sich die meisten Menschen dem bei der EM zelebrierten Linkskultismus verweigert haben. Auf der anderen Seite könnten natürlich auch gewisse Entscheiderkreise auf diese Idee kommen und als Reaktion auf das Verweigern der sportlichen Intensivindoktrination bei der kommenden Pflichtimpfung in den fraglichen Regionen die Dosierung etwas nach oben justieren. (Bezeichnend: Kein Text kommt heute mehr ohne eine Verschwörungstheorie aus.)

Grandios ist auch die Ausrede, Pardon, Begründung für das Ausbleiben der Zuschauer bei der EM. Sie schmilzt auf der Zunge wie ein alter WC-Stein:

Die Medienwissenschaftlerin Jana Wiske sagte dazu: “Der Fußball hat an Relevanz und Nähe verloren. So dominieren derzeit wichtigere, existenziellere Themen den Alltag vieler Menschen. Und wir leben seit vielen Monaten auf Distanz – auch zum Fußball.” Die Professorin an der Hochschule Ansbach kritisierte, dass “der Profifußball seine Sonderrolle in der Pandemie nicht immer mit der nötigen Demut angenommen und Werte ignoriert” habe. “All das zeichnet ein entrücktes Bild. Die Bedeutung in der Gesellschaft sinkt und führt auch zu einem geringeren Medienkonsum.”

Ja, genau. So wirds gewesen sein. Quotentussi, irgendwas mit Medien studiert, rasch verbeamtet und dann aus der Hüfte schießend schlau drauflos meinen. Ganz so, als wären der Medienkonsum und noch mehr der Fußball keine traditionellen Alltagsfluchtmittel. So geht akademische Medienkompetenz heute.

Wäre es andersherum gelaufen bei der EM mit steigenden Einschaltquoten, die junge Dame hätte das exakte Gegenteil von sich gegeben und sie hätte sich dabei genauso richtig und wichtig gefühlt wie es jetzt der Fall ist. Hauptsache, irgendwie etwas daher theoretisieren und – noch einmal wichtiger – keinesfalls rechtsoffene Positionen bedienen. Das ist ganz wichtig, wir wollen ja keinen Impfleugnern… ähh… Rechten in die Hände spielen. An ihrem Fähnchen im Wind erkennt man heute die hochbezahlten Fachkoryphäen.

Hätte die Dame für mediales Expertentum doch nur damals schon gelebt, geht es mir bei derartigen Äußerungen stets durch den Kopf. Mit ihr im Propagandaministerium anstelle ihres Kollegen Goebbels hätte es den Krieg nie gegeben. Die Leute wären davor schon freiwillig zu den Franzosen übergelaufen.

Endstation inneres Exil

Ich bin mir sicher, die gute Jana wird noch eine tolle Karriere vor sich haben. Rashford, Saka und Sancho bestimmt auch. Wer auch immer für Ungarn aufgelaufen ist dagegen, der selbstverständlich nicht. Pech gehabt, ruft ihnen gedanklich der vielstimmige Chor der Gerechten entgegen. Sie können ja auswandern. Oder vielleicht schwul werden auf ihre alten Tage, die Wahl liegt bei ihnen. Genau so funktioniert die Postmoderne. Sie herrscht weiterhin unangefochten über uns, ob uns das gefällt oder nicht.

Manoman, ich könnte mich wirklich ohne Pause aufregen über unser Deppenzeitalter. Der ganze Scheißdreck ist so unglaublich daneben, ich bekomme Lust auf ein neues Leben als Handballfan.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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