Türkei hat fertige Angriffspläne für Griechenland, Zypern und Armenien in der Schublade liegen

Türkei hat fertige Angriffspläne für Griechenland, Zypern und Armenien in der Schublade liegen

Die ganze Welt befindet sich in einem Strudel, nur die Türkei befindet sich in ihrem ganz eigenen. Präsident Erdogan macht schon lange keinen Hehl mehr daraus, dass die auf Frieden und Kooperation ausgelegte Außenpolitik des gelernten Geostrategen Ahmet Davutoglu für ihn gescheitert ist. Daher ist Davutoglu weg, wobei sie ersetzt wurden durch islamonationalistische Scharfmacher, die landesintern und -extern im Interesse des Sultans nach Belieben Schalten und Walten dürfen. Das schiere Ausmaß derneuen türkischen Aggressionspolitik wurde kürzlich offenbar, als die Staatsanwaltschaft „versehentlich“ einen fertigen Kriegsplan für das gesamte östliche Mittelmeer publik machte.

Southfront: Der geheime Plan der Türkei zur Invasion Griechenlands und Armeniens

Geheime Dokumente des türkischen Generalstabs förderten einen Plan zu Tage, der eine gleichzeitige türkische Invasion sowohl von Griechenland als auch Armenien beinhaltete. Der unter dem Namen „Cebre“ firmierende Kriegsplan entstand im Jahr 2014 und wurde 2016 noch einmal überarbeitet.

Auf einer dafür erstellen PowerPoint Präsentation wird der Plan auf den 7. Januar 2014 datiert. Damit wurde er sehr wahrscheinlich auf den aktuellen Stand gebracht , als es im östlichen Mittelmeer zwischen der Türkei und Griechenland/Zypern gerade zu erhöhten Spannungen kam, heißt es in dem Bericht von Nordic Monitor darüber. In der Präsentation zum Geheimplan sind mit entsprechenden Daten für das Erstellungsdatum des jeweiligen Teilplans Griechenland, Armenien und Zypern als Invasionsziele aufgelistet.

Cerbe – oder auch Djerba – als der Bezeichnung des Plans entspricht dem Namen einer Insel an der Südostküste Tunesiens in der Nähe von Libyen. Dort fand im Mai 1560 die Schlacht von Djerba statt, als eine osmanische Flotte eine christliche Allianz aus hauptsächlich aus spanischen, päpstlichen, genuesischen, maltesischen und neapolitanischen Truppen besiegte.

„Die Türken gewannen die Schlacht, was ihnen die Vorherrschaft im Mittelmeer einbrachte“, heißt es in einem der zugehörigen Dokumente, und weiter: „Der Name des umfassenden türkischen Kriegsspielplans für das östliche Mittelmeer passt in das vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seinen Mitarbeitern propagierte Narrativ, wonach die Streitpunkte zwischen der Türkei und deren westlichen Verbündeten Teil eines wieder aufgeflammten Konflikts zwischen dem christlichen Europa und der muslimischen Türkei darstellen.“

Erdogan VS Militär VS Staatsanwaltschaft

“Die Existenz dieses türkischen Kriegsplans für das östliche Mittelmeer wurde in Ankara in Gerichtsakten entdeckt, wobei der erdogantreue Staatsanwalt Serdar Coskun offenbar vergaß, die geheimen Papiere vor dem Einreichen der Dokumente an das Gericht zu entfernen“, heißt es in dem Bericht darüber. Die Dokumente stehen im Zusammenhang mit dem Putschversuch am 15. Juli 2016 und „wurden während einer Durchsuchung im Hauptquartier des Generalstabs sichergestellt“. Ziel der Razzia war die interne Kommunikation des Generalstabs, wobei die türkischen Spitzengeneräle den geheimen Invasionsplan für Griechenland und Armenien offenbar per E-Mail besprachen.

Jenseits des Namens des Kriegsplans und dem Aktualisierungsdatum enthalten die versehentlich freigegebenen Dokumente jedoch keine entscheidenden Details. Diese müssen im System einzeln als „vertraulich“ gekennzeichnet werden, woraufhin es nicht mehr möglich ist, sie per E-Mail zu verschicken.

Eine Durchsicht der Dokumente zeigt überdies, dass einige Monate nach der Weitergabe der Dokumente einer der für die elektronische Abschirmung zuständigen Generäle über die möglichen Auswirkungen der Offenlegung sensibler Dokumente beunruhigt war und Alarm schlug. Er unterrichtete den Rechtsdienst des Generalstabs darüber, woraufhin sich dieser an die Staatsanwaltschaft in Ankara wandte, um eine Veröffentlichung der Geheimdokumente zu verhindern. Die türkischen Staatsanwälte jedoch ignorierten die Anfrage und veröffentlichten alles, was ihnen übergeben wurde, darunter auch die Informationen zum Invasionsplan für Griechenland.

Nordic Monitor kommt zu dem Schluss, dass „in den E-Mails keine Kommunikation gefunden wurde, die auf einen Putschversuch hindeuten. Viele Beobachter gehen davon aus, dass es sich dabei um eine von Erdogan und seinen Verbündeten in Geheimdienst und Militär organisierte verdeckte Operation handelte, mit der sie die Opposition in eine Falle locken und gleichzeitig politische Säuberungen rechtfertigen wollten.”

Die Enthüllung der Kriegspläne wird sehr wahrscheinlich Erdogans Position in der Türkei schwächen, da es das Ausmaß an Aggression in seiner Außenpolitik zeigt und dies zu Verstimmungen mit den Nachbarländern und der NATO führen wird. Mögliche politische und Wirtschaftssanktionen in diesem Zusammenhang könnten die Stabilität des wirtschaftlich angeschlagenen Landes noch einmal mehr in Mitleidenschaft ziehen. Ebenso zeigt die versehentliche Veröffentlichung, wie Erdogans absolutistische Machtprojektion nach innen zu kritischen Fehlern innerhalb des Staatsapparats führt.

Quelle Titelbild

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