US-Immobilienmarkt: Das Kapital flieht vor dem Staat & der Great Reset kommt

US-Immobilienmarkt: Das Kapital flieht vor dem Staat & der Great Reset kommt

Im digitalen Unterholz wurden in den letzten Wochen Stimmen laut, nach denen große Kapitalanlagegesellschaften wie BlackRock teils mit erheblichem Aufschlag den amerikanischen Häusermarkt leerkaufen. Privatpersonen, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen, ziehen immer öfters den kürzeren. Der Verdacht drängt sich auf, dass dies Teil der „Great Reset“ Agenda ist, wonach die Menschen bald „nichts mehr besitzen, aber dennoch glücklich sind“. So wie es aussieht steht hinter der Entwicklung etwas ganz anderes, wie Martin Armstrong meint, das am Ende aber doch alles im Zusammenhang mit den aktuellen weltpolitischen Entwicklungen und damit auch Klaus Schwabs Agenda steht.

US-Immomarkt mit einem Geruch von Great Reset

Der YouTuber Tim Pool begann vor wenigen Wochen damit, sich über einen ihm verwehrten Privatkredit zu beschweren. Als erfolgreicher Produzent will er sein Geschäft ausweiten und wollte in diesem Zusammenhang einen Kredit aufnehmen, um sich ein Eigenheim kaufen zu können. Laut eigener Aussage ist seine Kreditwürdigkeit hoch und sein Geschäft brummt. Dennoch vertröstete man ihn bei der Bank immer wieder und stellte lächerliche Forderungen, die ihn offenbar von weiteren Versuchen abhalten sollten.

Anderen in den USA ging es ganz ähnlich. Endlich konnten sie sich beruflich – und trotz Großkrise – in eine Lage versetzen, in der sie sich für ihre Familie ein Eigenheim leisten können. Dennoch kommen sie kaum zum Zug, da große Anlagegesellschaften sämtliche freien Häuser aufkaufen, sobald sie auf den Markt kommen. Geradezu absurd mutet die Situation an, da laut Berichten weit über den üblichen Marktpreisen und sehr kurzfristig bezahlt wird, wie dieser Twitterfaden erkllärt. Gegen derartige Mondpreise können kleine Häuslebauer mit ihren endlichen Krediten nicht mithalten, vor allem auch, da der Markt für Neubauten mit den allgegenwärtig Materialknappheit aktuell keine Ausweichmöglichkeit darstellt.

Da dies in den gesamten USA der Fall zu sein scheint, haben sich schnell Spekulationen verschwörungstheoretischer Natur entwickelt über die tieferen Gründe dafür. Denn wie oben angesprochen passt es wie die Faust aufs Auge der Zukunftsvisionen von Klaus Schwab. Es ist keineswegs abwegig, dass seine Davoser Freunde des globalen Großkapitals mit diesem Winkelzug in den USA womöglich die Zukunft nach dem Great Reset realisieren möchten. Zur Vermutung passt, dass die Häuser nach dem Aufkauf zur Miete angeboten werden und damit immer weniger Menschen das besitzen, was sie bewohnen.

Dabei spielt das Eigenheim in den USA eine weit größere Rolle als in Europa. In Abwesenheit von Sozialsystemen europäischen Stils legen viele Amerikane mit dem abgezahlten Eigenheim den Grundstein für ihre Altersvorsorge und den Aufstieg in die Mittelschicht. Fast zwei Drittel aller Amerikaner sind Eigentümer ihrer Wohnimmobilie, in Deutschland ist es zum Vergleich gerade einmal jeder zweite. Zieht man dieses Fundament weg, dann bleibt außer Edelmetallen und einer Waffensammlung nicht mehr viel, um sich perspektivisch risikoarm und langfristig absichern zu können. Zu vielen würde ohne eigene Immobilie der langfristige Aufstieg verwehrt bleiben, und das ausgerechnet jetzt, in Zeiten voller Unsicherheiten.

Martin Armstrong widerspricht und verweist auf die Nullzinspolitik

Der Finanzanalyst Martin Armstrong widersprach dieser Spekulation gestern in zwei Blogbeiträgen. Im ersten wurde er von Kommentatoren gefragt, ob er mehr dazu wisse, warum BlackRock, Vanguard und andere Kapitalanlagegesellschaften sämtliche Häuser in den USA (vornehmlich außerhalb von Kalifornien) aufkaufen würden.

Armstrong bestätigte daraufhin, dass die Gesellschaften groß in den Markt eingestiegen seien und verwies als Begründung auf die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen auf Staatsanleihen. Da deren Kunden stetige Zahlungsstöhme erwarten und Staatsanleihen keine Zinsen mehr abwerfen, weicht das große Geld immer stärker auf Immobilien aus. Hinzu kommt als Faktor das trotz des niedrigen Zinsniveaus steigende Ausfallrisiko für Anleihen. Vermietete Immobilien böten den Vorteil, dass sie im Vergleich dazu relativ sicher seien und kontinuierlich Geld abwerfen.

Für Armstrong ist die Entwicklung daher nicht direkt im Zusammenhang mit dem Great Reset zu sehen ist. Vielmehr ist es ein Ausdruck der von seinem Modell seit langem prognostizierten Verschiebung der ökonomischen Verhältnisse weg von der Dominanz staatlicher Systeme im Wirtschaftskreislauf hin zur Dominanz privater Systeme. Das Vertrauen in die Fähigkeit der Staatswesen als bestimmender Faktor im ökonomischen Geschehen sinkt, so dass Marktteilnehmer damit beginnen, sich an anderen Faktoren zu orientieren. Der Immobilienmarkt bietet sich dabei mit seinen besonderen Merkmalen gut an.

Der Immobilienmarkt als Ersatz für den kaputten Anleihenmarkt

Im zweiten Beitrag zitiert Armstrong einen Leserkommentar, der die heimliche Bedeutung von Armstrongs Modell in Finanzkreisen hervorhebt, wobei sich sogar das kommunistische China sich daran orientiert. In Anbetracht dessen, dass der Kommentar von Armstrong veröffentlicht wurde, lässt sich schließen, dass er dem Inhalt zustimmt. Es ist ein weiteres Indiz für den Einfluss von Armstrongs Modell auf das Handeln großer Kapitalanlagegesellschaften.

In dem Beitrag selbst geht Armstrong darauf ein, dass es bei der aktuellen Entwicklung sowohl Licht als auch Schatten gibt. Einerseits ist das Herausdrängen von privaten Käufern aus dem Markt negativ zu erachten, doch er weist auch darauf hin, dass mit dem Einstieg großer Gesellschaften eine Institutionalisierung des Marktes einhergeht. Effektiv bedeutet dies, dass mit der Marktmacht zwangsläufig neue Standards einhergehen werden, die auch kleinere Marktteilnehmer betreffen werden. Der notorisch zerklüftete Immobilienmarkt wird dadurch für Außenstehende besser berechenbar, was sich positiv auf die Bedeutung des Marktes für Immobilienkredite auswirken könnte.

Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass die aktuelle Methode, Liquidität in kurzlaufenden Anleihen zu speichern früher oder später aufgrund der fortgesetzten Erosion des Vertrauens in den Staat durch private Immobilienanleihen ersetzt werden könnte. Diese Verschiebung der Kapitalaufbewahrung würde die Finanzvehhikel der absehbar scheiternden Staaten ersetzen, dessen Betreiber laut Armstrong „nur noch inkompetent“ sind.

Die von der Federal Reserve und dem US-Finanzministerium und anderen wichtigen öffentlichen Institutionen begangenen Fehler werden immer häufiger und größer vorkommen, so dass die Situation irgendwann kritisch wird und es zu einem Crash bei Anleihen kommt. Sollte der private Ersatz in Form des Immobilienmarktes bis dahin bereitstehen, könnte ein Teil der allgemeinen Wertvernichtung aufgehalten werden. Laut Armstrong wird das nicht nur in den USA so kommen, auch die EU und ihr Euroraum wird in dieser Weise zu Grunde gehen. Ablesen lässt sich dies an seiner Fundamentalkritik des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi.

Der Great Reset braucht einen starken Staat

Mit Armstrongs überzeugender Perspektive dreht sich die Kausalität für den Einstieg der großen Kapitalanlagegesellschaften in den Immobilienmarkt unmittelbar um. Dennoch bestätigt sie in einer seltsamen Dialektik gleichzeitig auch die Agenda des Great Reset.

Die Kausalität dreht sich um, da der Great Reset eine große Betonung auf die staatliche Macht zum unbegrenzten Gelddrucken legt. Die „Modern Monetary Theory“ (MMT), nach der das beliebige Gelddrucken kaum eine Inflationswirkung hat, ist sehr beliebt in Davos. Sie soll es den Staaten erlauben, die große Transformation in eine ökosozialistische Zukunft zu finanzieren. In allen großen westlichen Ländern und der EU wurden in letzter Zeit umfassende und kreditfinanzierte Ausgabenprogramme aufgelegt, die dank der Coronakrise noch einmal größer ausfielen und jeden Rahmen sprengen, den es davor noch gab.

Jenseits der Welt der MMT kommt dieser geldpolitische Mentalitätswandel jedoch völlig anders an. Investment Fonds und auch Versicherungen müssen Rendite erwirtschaften, wobei – teilweise staatlich erzwungen – diese einen gewissen Anteil ihres Anlagekapitals in vermeintlich sicheren Staatsanleihen investieren müssen. Wo früher für diesen Zwang einige Prozente winkten, so wird dieser Teil des Kapitals heute der Verzinsung entzogen. Die Folge ist, dass sich diese Gesellschaften in ihren Aktivitäten immer stärker nur noch der Privatwirtschaft zuwenden.

Im Resultat bedeutet dies für den Staat einen herben Bedeutungsverlust. Früher oder später wird dieser nur noch mit Zwang Dritte zum Handel mit seinen Finanzprodukten bringen können. Die Bedeutung des Staates als „Oberstakeholder“ im Spiel des Great Reset wird daher absehbar verloren gehen, da die Grundlage für eine funktionale Rolle im Marktgeschehen nicht mehr gegeben ist. Phantasien, wie etwa dem frisch aus der digitalen Druckerpresse kommenden bedingungslosen Grundeinkommen wird damit jener Boden entzogen, auf dem sie überhaupt erst funktionieren können.

Der Great Reset braucht einen schwachen Staat

Auf der anderen Seite lässt sich dennoch argumentieren, dass die sich vollziehende Verschiebung voll im Interesse des Great Reset steht. Denn erst mit dem Niedergang staatlicher Macht lässt sich der Traum von dem „Stakeholder Kapitalismus“ überhaupt erst erfüllen. Noch können sich Kräfte, die sich dagegen wehren und auf ihre persönliche Autonomie im privaten und geschäftlichen Leben pochen, mit politischen Mitteln gegen die Entwicklung stemmen, dass auf sämtlichen Märkte nur noch große Oligopole agieren. Ebenso wacht der Staat über die Grundrechte, die den Kleinen genauso zustehen wie den Großen. Je mehr diese Brandmauer bröckelt, desto einfacher wird es, die Marktrechte der Kleinen zu übergehen und – wie es auf dem Geldmarkt heute schon Usus ist – dem Konzernkapitalismus zum Endsieg zu verhelfen.

Nicht weniger spielt die Entwicklung Klaus Schwab Ziel in die Hände, da bald nur noch wenige Spitzenmanager und große Eigentümer die wirkliche Kontrolle über das Wirtschaftsgeschehen ausüben. Denn wer die (relative) Kapitalmehrheit in einem Konzern hat, der hat auch die volle Kontrolle über diesen. Zahlreiche Vehikel wie etwa die Ausgabe von Vorzugsaktien helfen dabei, trotz eventuellem Anlegerinteresse bei der breiten Masse Strukturen zu erhalten, die in ihrem Endzustand an den Feudalismus des Grundbesitzertums erinnern. Im realen Leben verliert die breite Masse dadurch immer mehr Kapital. Sie können ihr Geld dann zwar bei einem der großen Oligopolisten anlegen, jedoch werden sie dort nicht jene unmittelbare Macht über ihr Leben erhalten, die sie alternativ beispielsweise mit einem Eigenheims hätten.

„You will own nothing, but you will be happy“, könnte in der Tat mit der Abschaffung des Eigenheims beginnen und damit enden, dass uns alles zur Verfügung stehen wird, was wir benötigen. Jedoch ohne, dass wir die endgültige Kontrolle darüber erhalten. Es ist kein Wunder, dass die Mächtigen in jeder Krise eine Chance sehen. Klaus Schwabs Great Reset Agenda ist wahrlich ein Meisterstück der Dialektik.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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