Das Drehbuch der Otpor-Revolution als verstecktes Muster hinter den gegenwärtigen Ereignissen in den USA

Das Drehbuch der Otpor-Revolution als verstecktes Muster hinter den gegenwärtigen Ereignissen in den USA

Massenentlassungen für Häftlinge, die Delegitimation der Staatsgewalt und das Aufpeitschen von Unruhen – es riecht nach einem Arabischen Frühling für Amerika. Im folgenden wird es gehen um George Soros, Otpor, den Arabischen Frühling, und warum wir in den USA aktuell genau das sehen, was wir dort gerade sehen und wie das ganze enden könnte.

 

Ein kurzer Rückblick auf den Arabischen Frühling

 

Es ging sehr schnell vor einem Jahrzehnt, als die arabische Mittelmeerregion den Fall eines Betonregimes nach dem anderen sah. Den Beginn nahm damals Tunesien, das wohl am weitesten entwickelte und säkularste Land des halben Dutzend. Dort zündete sich in einer Provinzstadt ein Gemüsehändler aus Protest selbst an, was nach offizieller Lesart den Funken bereitete für Unruhen im ganzen Land, die bald schon im Ende der langjährigen Präsidentschaft Ben Alis mündete.

 

Ägypten

 

Danach ging es weiter mit Protesten in Ägypten, wo ebenso sehr bald klar war, dass sich der greise Präsident Husni Mubarak wohl kaum noch lange im Sattel der Macht halten konnte, und auch sein Sohn als natürlicher Nachfolger eine Chance hätte.

Gestürzt wurde das Regime von Mubarak durch Massendemonstrationen vor allem im Moloch Kairo, wo sich die nicht gerade zimperlichen Hooligans der großen Fußballvereine zur Ausnahme zusammenschlossen und der Gewalt des Staatsapparats die den eigenen Willen zur Gewaltanwendung entgegenstellten. Im Hintergrund, das wurde später bei ihrem Sieg bei den ersten Wahlen post-Mubarak deutlich, waren es vor allem die fleißigen Organisatoren der Moslembruderschaft, die auf ihrem langen Schleichmarsch in die Institutionen der ägyptischen Gesellschaft die notwendige kritische Masse erreichten, um den Staatsapparat im entscheidenden Moment zu schwächen.

Gerüchteweise sollen dabei nicht nur Hooligans und Theokraten gemeinsame Sache gemacht haben, sondern auch Straftäter aus den Gefängnissen entlassen worden sein, um der revolutionären Sache die notwendige Angriffsbreite gegen die staatlichen Institutionen zu geben.

 

Marokko und Algerien

 

Nicht anders, jedoch in erheblich geringerem Maße lief es in Marokko und in Algerien ab. Die beiden Länder sind zu eng verzahnt mit den europäischen und vor allem französischen Machtinteressen, als dass dort die selbe Sequenz erlaubt worden wäre. Deren Straftäter und Extremisten durften auch raus auf die Straßen, allerdings nicht auf die eigenen, sondern jene der Nachbarn. 

 

Libyen und Syrien

 

In Libyen und Syrien schließlich kam es zum Worst Case Szenario, wo sich der revolutionäre Frühling in einen Feuersturm verwandelte. In Libyen war Ghaddafi zu stark, so dass ein äußerer Eingriffs notwendig wurde, um die herrschende Machtclique zu beseitigen. Libyen ist bekanntlich heute noch ein Land im Kriegszustand und weißt zumindest auf Seiten der international anerkannten Konfliktseite keine Strukturen auf, die man als staatlich oder gar zuverlässig bezeichnen könnte.

Anders herum lief der Schlimmstfall in Syrien ab. Dieses war zwar schwach, aber es hatte mit Russland einen Verbündeten, der die Präsidentenfamilie Assad nach einem Blitzkrieg nicht nur in einen langen Bürgerkrieg retten konnte, sondern auch zum Endsieg über die Aufständischen begleitete.

 

Innere Interessenten, äußere Interessenten und George Soros als Interessent

 

Seit längerem ist bekannt, dass der Arabische Frühling nicht nur von inneren Interessen, etwa durch politische Islamisten der Moslembruderschaft, forciert wurde. Auch internationale Interessen spielten eine bedeutende Rolle, wobei das kleine Katar und die Türkei eine bedeutende Rolle auf der einen Seite spielten, und Russland wie die Vereinigten Staaten auf der anderen Seite ihre Interessen gewahrt sehen wollten.

Die Zutatenliste der eskalierenden Interessen bestand dabei in klassischer Geopolitik, in Öl- und Gasinteressen, es ging um den Kampf für Individualrechte und gegen autoritäre Herrscher, die wirtschaftliche Rückständigkeit spielte eine Rolle, während das Tüpfelchen auf dem „i“ bekanntlich aus religiösen Zugehörigkeiten bestand, die dann auch den allzu einfach zu bedienenden Hebel bildetem, mit dem das arabische Bild aus den Angeln gehoben wurde.

Während in den besseren Analysen hin und wieder Anleihen zu all den genannten Spielern und Spielelementen auftauchen, so bleibt meist außen vor, dass es auch professionelle private Drittinteressen gab, die sich instrumental in die Sache einmischten. Selbstverständlich geht es dabei um George Soros, dem Milliardeninvestor, kontroversen Politnetzwerker und Anarchisten aus Leidenschaft, um seinen Lebenswandel in diplomatische Worte zu fassen.

Im genauen spielte Soros über eine Organisation namens „Otpor!“ in den Arabischen Frühling hinein. Otpor ist serbisch und bedeutet Widerstand, wobei die Organisation in den 1990er Jahren gegründet wurde und sich auf Basis des Erfolgs bei einem „Regime Change“ in Serbien zu einer Art professioneller und internationalagierender Revolutionsagentur entwickelte. Mit den gewonnenen Erfahrungen und den Kompetenzen aus den Wirren Jugoslawiens konnte sich die Organisation, die in Serbien auch als Partei organisiert ist, revolutionäre Bewegungen in mehreren Ländern unterstützen.

Der Einfluss der Revolutionsexperten von Otpor mag heute nicht mehr jene Bedeutung spielen, die sie noch vor zehn oder zwanzig Jahren spielte. Man kann aber davon ausgehen, dass ihre Expertise eine bedeutende Rolle spielte bei der Analyse möglicher Zielländer für revolutionäre Aufstände, wie auch, dass sie den ein oder anderen Revolutionsingenieur überhaupt erst ausbildete.

 

Das Muster des Revolutionsdrehbuchs der Marke Otpor

 

Viel wichtiger als Otpor selbst sind daher die durch die Organisation optimierte Mechanik und die Mechanismen, die zur Anwendung kommen, wenn in einem Land das revolutionäre Potenzial in der Gesellschaft so aufgebaut und gebündelt werden soll, dass es in kürzester Zeit zu einem Sturz der herrschenden Machtelite kommt.

Der Arabische Frühling und die Geschehnisse etwa in der Ukraine zeigen dabei zweierlei. Erstens, die entwickelte Technik ist extrem erfolgversprechend. Aufgehalten kann sie quasi nur durch externe Kräfte und das unter deren vollen Einsatz, sprich mit bedeutendem politischem und militärischem Risiko. Beispielsweise ist Russland heute mit Syrien, der Ostukraine und Libyen gleich in drei Bürgerkriege involviert und muss dafür auf wirtschaftlicher und diplomatischer Ebene einen hohen Preis dafür bezahlen.

Wie das Beispiel der Türkei und der dortige „Gazi-Protest“ im Jahr 2013 wiederum deutlich macht, braucht es für die innere Abwehr eine homogene und ideologisch stark gefestigte Gesellschaft mitsamt eines kompromisslosen Staatsapparats. Nur dann lässt sich eine derartige Otpor-Entwicklung im Keim ersticken, wobei auch die Türkei wirtschaftlich und diplomatisch einen hohen Preis dafür bezahlen muss.

 

Heterogene Protestgruppen

 

Zweitens lässt sich feststellen, dass es verschiedene praktische Mechanismen gibt, die überall zur Anwendung kommen. Dazu gehören Massenproteste heterogener Gruppen ohne wirkliche Interessenkongruenz oder gar Widersprüchen genauso wie einen spezifischen Auslöser, etwa Polizeibrutalität gegen eine Person oder die Verzweiflungstat eines Einzelnen.

 

Medialer Vernichtungskrieg

 

Des weiteren wird Desinformation angewandt, was im Zeitalter der Sozialen Medien besonders einfach ist. Eine Aussage, ein Foto oder ein Video kann mit einfachsten Mitteln verfälscht und in die virale Verbreitung geschickt werden, ohne dass auch nur der Hauch einer Gelegenheit zur Korrektur bestünde. Das Ziel scheint dabei weniger darin zu bestehen, die eigene Wahrheit zu verbreiten, sondern generell den Wert der Wahrheit von Informationen zu senken, um dadurch die allgemeine Unsicherheit steigen zu lasssen.

 

Das Leeren der Gefängnisse & die Schwächung der Exekutivorgane

 

Ein ganz besonders pikantes Detail umfasst dabei auch das Aufwiegeln und gar Freilassen von Gewalttätern und Extremisten aus Gefängnissen oder psychiatrischen Anstalten. Zuverlässige Informationen darüber gibt es leider kaum welche, allerdings gibt es mehr als nur einen Bericht, dass der ein oder andere der Revolution sympathische oder alternativ korrupte Gefängnisdirektor, seine Zellen öffnen ließ, um dem widerständigen Potenzial in der Bevölkerung die notwendige Schärfe zu geben.

Der im Sinne des Aufstandes konstruktive Gedanke dahinter besteht darin, dass sich wenn diese Gewalttäter schon nicht am Kampf gegen das Regime beteiligen, so sorgen sie mit ihren Taten doch wenigstens für Angst und Schrecken und beschäftigen die Sicherheitskräfte entweder zusätzlich, oder aber man kann bei Untätigkeit staatlicher Sicherheitsorgane die gestiegene Kriminalität auf die Inkompetenz oder Gleichgültigkeit der Staatsmacht schieben.

Dabei müssen nicht zwingend nur Interessenten einer Revolution zu diesem Mittel greifen. Auch die Regimes selbst können eine Interesse am Freilassen der Straftäter entwickeln, können sie über deren kriminelles Verhalten doch die Aufständigen delegitimieren oder gezielt in den Extremismus abgleiten lassen, wie es im Fall der al-Nusra der Fall gewesen sein soll.

 

Das Drehbuch ist fix

 

Alles in allem lässt sich feststellen, dass für den postmodernen Volksaufstand ein optimales Drehbuch gibt und dieses seit den 1990er Jahren zur Anwendung kommt, während bei Revolutionen zuvor zwar jeweils einzelne Elemente angewandt wurden, diese aber in keinem bekannten Fall alle vereint auftraten. Das kam erst mit Otpor.

Angepasst an die Umstände des jeweiligen Landes gibt es auch bei neueren Revolution noch immer Unterschiede im Detail und auch die Betonung einzelner Elemente muss notwendigerweise unterschiedlich ausfallen. Ebenso lässt sich der weitere Ablauf nach dem erfolgten Anknacksen des Status Quo kaum in einen einheitlichen Prozess fassen. Dafür sind die strukturellen Unterschiede in den einzelnen Ländern und ihre Bedeutung jenseits ihrer Grenze einfach zu groß.

Definitiv feststellen lassen sich aber Gemeinsamkeiten im Vorlauf der Revolutionen und in der ersten Hauptphase der Aufstände, die in ihrer Regelmäßigkeit kaum mit Zufall erklärt werden können.

 

Otpor in Amerika: Die violette Revolution

 

Schon auf den ersten Blick sind die Bilder von gewalttätigen Demonstrationen und Unruhen aus den USA und zunehmend auch aus einigen europäischen Großstädten überaus beunruhigend. Noch einmal um einiges beunruhigender werden sie jedoch, wenn man die größere Perspektive einnimmt und sie abgleicht mit dem Drehbuch der Otpor-Revolution. Denn quasi sämtliche Methoden und Mechanismen, die in der näheren Vergangenheit in der arabischen Mittelmeerregion und in Osteuropa bei Revolutionen beobachtet werden konnten, laufen aktuell auch in den USA.

 

Die hochstilisierte individuelle Tragödie

 

Der erste Schritt hin zu den Unruhen markierte bekanntlich der Tod des Afroamerikaners George Floyd, der in Minneapolis bei einer Polizeikontrolle von einem weißen Polizisten so lange zu Boden gedrückt wurde, bis er starb. Ob der Polizist in Absicht handelte, oder ob sein Vorgehen überhaupt illegal und von niederen Instinkten getrieben oder vielleicht sogar notwendig war, spielt in der öffentlichen Betrachtung keine Rolle. Die allgemeine Empörung ist bedeutender, Emotionen werden geweckt und über die Sozialen Medien landesweit mit einem selbstverstärkenden Effekt verbreitet.

Die Sequenz, die sich nach dem Tod von Floyd abspielte, entsprach fast exakt jener in Tunesien zu Beginn der dortigen Revolution.

 

Das Leeren der Gefängnisse

 

Ebenso lässt sich feststellen, dass im Vorfeld der Unruhen tausende Gefängnisinsassen entlassen wurden. Kausal lässt sich kein direkter Zusammenhang zwischen den Entlassungen und den aktuellen Geschehnissen herstellen, da dies offiziell aufgrund der Coronapandemie geschah. Im Gefängnis, so das Argument vieler verantwortlicher Gouverneure und Gefängnisbetreiber, sei die Selbstisolierung der Gefangenen kaum möglich, so dass es besser sei, diese zu entlassen, damit sie sich im zivilen Umfeld vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen können.

Die Pandemie ist bekanntlich noch nicht vorüber und so muss man sich fragen, wie viele des Bulks vorzeitig Straftäter noch immer frei herumläuft, und wie viele von ihnen sich an die Gesetze und Quarantäneregeln halten – und wie viele das Chaos der Innenstädte als eine Gelegenheit zur straflosen Bereicherung sehen. Ganz besonders schlägt hier noch zu Buche, dass es in den USA überproportional viele dunkelhäutige Strafgefangene gibt. Diese aktuell ehemaligen Häftlinge könnten aufgrund des größeren Zusammenhangs mit den Protesten gegen Rassismus eine ganz besondere Legitimation verspüren, von der Situation zu profitieren.

 

Die systematische Schwächung der Exekutivorgane

 

In Bezug auf die gewalttätigen Ausschreitungen zum eigenen Vorteil kommen noch mehrere weiterer Verstärker hinzu. Einmal wäre dies die pauschal ausgesprochene Immunität durch lokale und regionale Behörden. Wer bei den Protesten also gewalttätig wird oder zum Diebstahl greift, der muss nicht mit einer Bestrafung rechnen. Es gibt dabei zahlreiche Berichte, wonach Randalierer und Opportunisten auf Diebeszug zwar von der Polizei festgehalten wurden, dann aber ohne Anzeige wieder entlassen wurden. Selbst für nur niederschwellig kriminelle Personen stellt das einen beinahe unwiderstehlichen Anreiz dar, der von allzu vielen auch wahrgenommen wird.

Die Sicherheitskräfte des Landes stehen dadurch vor einer quasi unmöglichen Situation. Einerseits ist es ihre Pflicht, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, während viele von ihnen den Zwischenfall mit George Floyd ebenso kritisieren. Auf der anderen Seite jedoch sind ihnen in mehrfacher Weise die Hände gebunden, da aktuell auch nur jede Andeutung eines Fehlverhaltens mediales Feuer fangen könnte und sie dem illegitimen Teil der Proteste nichts entgegenstellen können.

Bereits jetzt erwägt der aus zwölf demokratischen und einem grünen Abgeordneten bestehende Stadtrat von Minneapolis als dem Epizentrum die gänzliche Abschaffung der Polizei. Noch stemmt sich der ebenso linke Bürgermeister dagegen, bekommt aufgrund der emotional geladenen Situation heftigen Gegenwind bei seinem Widerstand. Für die Polizei und in nächster Konsequenz die Öffentliche Ordnung verheißt das nichts gutes. Wer sich schützen will, der muss dies selbst machen, während der Rest den Launen der erzwungenen Gesetzlosigkeit ausgesetzt ist.

Es handelt sich dabei um einen kausalen Bezug, wie er in dieser Eindeutigkeit bislang wohl nur bei einem Otpor-Seminar auf der Tafel stehend existierte. Einer weiteren Eskalation und Ausweitung der Proteste steht jedenfalls nichts im Wege.

 

Heterogene, aber auch große Protestgruppen

 

Ein anderes Element aus dem Otpot-Revolutionsbaukasten, das in den USA zur Anwendung kommt, besteht in der Heterogenität der Protestierenden. Vor langer Zeit erklärte der sowjetische Überläufer Yuri Bezmenov, dass es bei Aufständen darum geht, sämtliche Dissidentengruppen, so unterschiedlich und widersprüchlich sie zueinander auch sein mögen, alle gleichzurichten, um sie gemeinsam gegen das staatliche Institutionensystem richten zu können. Das war noch vor Otpor, aber es fand definitiv Einzug in das Drehbuch. In Ägypten, Libyen und Syrien beispielsweise demonstrierten nicht nur Moslembrüder und andere politische Islamistengruppen, sondern auch Intellektuelle, freiheitlich Gesinnte und Angehörige von Minderheiten.

Nicht anders ist es aktuell in den USA, wo Kommunisten der Antifa aus bürgerlichem Elternhaus in ihrem gewalttätigen Widerstand derzeit gemeinsame Sache machen mit politischen Islamisten und Vertretern des intersektionellen Feminismus, die begleitet werden von „freiheitlich“ gesinnten Schwarzen der Unterschicht, die sich den Augenblick zu Nutze machen, um sich das ein oder andere Luxusgut aus dem zerbrochenen Schaufenster zu nehmen.

Sie alle eint rein gar nichts außer eben, dass sie gegen die Regierung und den Status Quo sind. Würde die Regierung fallen, es käme aufgrund der gegenseitigen Widersprüche bald schon zu einem gegenseitigen „Aufräumen“, das nur die hemmungsloseste der Fraktionen überleben würde.

 

Finanzielles & Diplomatisches

 

Es gäbe noch weitere Parallelen zwischen den aktuellen Geschehnissen und dem Otpor-Drehbuch. So sind auch die USA in einer langjährigen wirtschaftlichen Misere gefangen, die das Nervenkostüm allzu vieler überstrapaziert hat. Nicht anders war es im Maghreb, wo die Brotpreise vor zehn Jahren auf unbezahlbare Höhen stieg. Auch die internationale Delegitimation der Regierung durch kleine aber mehr als eindeutige diplomatische Sticheleien ist keine unbekannte und war bereits in der Vergangenheit ein Mittel der Wahl, um den Aufständischen die Unterstützung zu signalisieren.

Was in den USA gerade abläuft, so lässt sich schließen, ist zweifelsohne eine Otpor-Revolution. Alleine schon der Grad an Desinformation in den Medienkanälen ist ein kardinales Zeichen dafür, dass kein „Normalzustand“ herrschen kann. Aber selbst eine Farbe hat man der amerikanischen Otpor-Revolution schon zugewiesen. Es ist mit Violett jene Farbe, die Hillary Clinton nach ihrer Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2016 trug, als sie gegenüber der Öffentlichkeit ihre Niederlage eingestand. Wie in einigen anderen Ländern kennen wir die Gegenpräsidentin also bereits.

 

Quo Vadis, Amerika?

 

Aus den Erfahrungen der bisherigen Otpor-Revolutionen lässt sich in etwa abschätzen, wie es in den USA weitergehen wird. Noch befinden wir uns zwar noch in einem recht frühen Stadium, jedoch lässt der Vergleich zwischen den staatlichen Strukturen und dem Selbstverständnis der Bürger mit anderen Otpor-Zielländern eine verhältnismäßig eindeutige Aussage zu.

 

Innerer Separatismus

 

Im Unterschied zu den arabischen Mittelmeeranrainern (und davor in Jugoslawien) spielt die Religion in den USA als politische Komponente nur eine sehr untergeordnete Rolle. Als Vergleich in dieser Dimension als potenziellem Spaltpilz eignen sich eher Georgien und die Ukraine. In der Ukraine spielte bei der Devolution in einen Bürgerkrieg die ethnische Trennlinie zwischen Ukrainern und Russen eine bedeutende Rolle, was auch in Georgien der Fall war, als sich die Situation wegen Südossetien zuspitzte.

In den USA ist der ethnische Separatismus nur sehr geringfügig ausgeprägt. Selbst die schwarze Unterschicht und auch die zahlreichen Latinos im Land erachten sich größtenteils als Amerikaner. Lediglich die extremen Ränder bestehend aus weißen Rassisten, Kommunisten, islamistischen Eiferern und einigen Latinos und Indigenen hegen derartige Ziele. Sie machen gemeinsam jedoch kaum mehr als zehn Prozent der Bevölkerung aus, eher weniger. Das Gefahrenpotenzial ist entsprechend gering.

 

Zufriedenheit mit dem Regime

 

Auch im Hinblick auf die Qualität des staatlichen Institutionengeflechts und der Zufriedenheit der Bürger mit diesem lässt sich feststellen, dass in den USA als ganzes gesehen eine weitaus geringere Unzufriedenheit besteht, als es etwa in Ägypten oder Syrien der Fall war und ist. Amerikaner mögen sich ärgern über die Qualität der Polizei, die Preisleistung der Universitäten, den Zerfall der Infrastruktur und den ewigen Kriegen des Militärs in aller Welt.

Im Durchschnitt betrachtet jedoch ist ein Vergleich mit den genannten Ländern kaum möglich. Selbst libertäre Milizen würden jederzeit diese in mancherlei Hinsicht kaputten Institutionen verteidigen, bevor sie mit der US-Verfassung auf das, für was sie stehen verzichten müssten. Vergleichbar sind die Verhältnisse in jenem Bereich, den man im weitesten Sinne mit „Patriotismus“ umschreiben könnte, am ehesten noch mit der Türkei – also jenem Land, das den Anflug einer Otpor-Revolution von allen am besten abwehren konnte.

 

Bleibt das Militär treu?

 

Schließlich ist noch relevant, in wieweit staatliche Stellen zur Hierarchie stehen, und ob sie auch in kritischen Situationen der Regierung dienen, oder ob sie Meutern und ihre Chance ergreifen. In Ägypten und in Tunesien war es jeweils das Militär, das als Katalysator den Übergang möglich machte, in Syrien, in der Ukraine und in der Türkei stellte sich das Militär fest an die Seite der Regierung. Im Fall der Türkei wurde gar ein Putschversuch durch Teile der Luftwaffe von der Gesamtheit des übrigen Militärs verhindert.

Für die USA deutet alles darauf hin, dass sich das Militär nicht am Umsturz beteiligen wird. Trump mag zwar bereits viele Generäle verschlissen haben (McMaster, Mattis, Kelly), die sich auch öffentlich äußerst kritisch über den Präsidenten äußern. Auf der anderen Seite allerdings umgibt sich der Präsident weiterhin gerne mit Generälen und zählt mit Michael Flynn einen von diesen seit mehreren Jahren bereits zu seinem engsten Beraterkreis.

Nicht zuletzt bekommt das amerikanische Militär unter Trump mehr Geld denn je, während er im Unterschied vor allem zu Obama der Fachexpertise seiner Militärs vertraut und ihnen keine politischen Vorgaben macht, sowie einige umstrittene seines Vorgängers wieder rückgängig machte.

Aus neutraler Perspektive lässt sich daher die beunruhigende Feststellung machen, dass Trump zwar einen guten Stand beim Militär hat, in deren Intelligentsia aber auch nicht gänzlich unumstritten ist. Inwieweit sich einer der hochrangigen Generäle auf seine öffentlichen Worte auch Taten folgen lassen würden, bleibt aber dahingestellt. Eine derartige Meuterei käme einem außerordentlichen Bruch mit dem Dekorum gleich, da Trump definitiv nicht der erste zweifelhafte Bewohner des Weißen Hauses ist und auch in der Vergangenheit im Namen des Präsidenten nach US-Recht illegale Befehle angeordnet wurden, zumal noch kein aktiver General seine abweichende Meinung zum Präsidenten äußerte.

Gänzlich ausschließen lässt sich, dass die USA in ein „libysches Szenario“ abgleiten, während ein Umschalten der Loyalität durch die Generalität ebenso sehr unwahrscheinlich bleibt. Auch in dieser Kategorie wirkt die türkische Variante als die wahrscheinlichste für die nähere Zukunft der USA.

 

Wo steht die Mehrheit der Amerikaner?

 

Bleibt abschließend noch die Frage, ob die Bevölkerung sich zu einem opportunistischen Chaos verleiten lassen könnte, wie in Libyen, oder ob es einen Regime Change mit neuer Verfassung möchte, oder ob es im Zweifel dem „starken Mann“ folgen wird.

Einen Hinweis darauf geben Umfragen, nach denen ein geringerer Bevölkerungsanteil in den USA weniger Polizei möchte als Menschen gerne mehr Polizei hätten. Das ist eine eindeutige Aussage pro starker Staatsgewalt, wobei auch Minderheiten wie Schwarze und Latinos nichts gegen die Existenz der Polizei haben, sondern vor allem gerne deren Qualität verbessert sähen.

Auch das Eingreifen des Militärs, mit dem Trump zur Niederschlagung der Unruhen drohte, stößt bei der großen Mehrheit der Amerikaner auf positives Echo. Dagegen sind lediglich linke Bürgermeister, Soziale Medienbetreiber und die kleine, aber lautstarke Minderheit, die wie oben beschrieben einen Vorteil in der Abwesenheit jeglicher Staatsgewalt sehen.
Vor allem aber lassen Stimmen von zentristisch gesinnten politischen Beobachtern, unpolitischen Amerikanern und schwarzen Amerikanern aufhorchen. So meinte der unabhängige Journalist Tim Pool kürzlich erstmals, er erwäge, bei der Wahl im November für Trump zu stimmen, nachdem er mehrere Jahre lang Trump als unwählbar bezeichnete und bezeichnete sich als nur einen von vielen. Insbesondere der politisch eher linke und überaus beliebte Moderator Joe Rogen könnte mit seiner Ansage einer Wahlstimme für Trump sehr viele unentschlossene für die Wiederwahl von Trump begeistern.

Nicht anders verhält es sich mit den Schwarzen des Landes, von denen viele nicht mit den Ausschreitungen in ihrem Namen in Verbindung gebracht werden wollen. So stieg im Laufe der Ausschreitungen – aber auch aufgrund der überaus positiven Wirtschaftszahlen für Schwarze unter Präsident Trump – die Beliebtheit von Trump unter Afroamerikanern auf den historischen Wert von 40%, nachdem ihm bei der Wahl 2016 gerade einmal 8% ihrer Stimmen erhielt.

 

Fazit: „With me, you will get tired of winning“

 

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die Vereinigten Staaten trotz der derzeitigen Turbulenzen viel zu beständig sind, als dass diese zwar weltweit sichtbaren und beachteten Unruhen einen vermeintlich schwankenden Riesen im Wanken zeigen, es sich dabei jedoch zum größten Teil nur an der gesellschaftlichen Oberfläche abspielt. Darunter gibt es kein nennenswertes revolutionäres Potenzial, kein partikularstaatliches Interesse mit Eigenleben, keine Sehnsucht nach etwas anderes, als dem, was man auch im bestehenden System erreichen könnte.

Für Präsident Trump sind das gute Nachrichten, könne er in einem halben Jahr doch zum erfolgreichsten unbeliebten Präsidenten aller Zeiten werden. Mehr als ein „türkisches Szenario“ dürfte für die Protestierer nicht drin sein bei dieser Otpor-Revolution, ihr Scheitern ist absehbar. Dennoch geht vom Drehbuch von Otpor eine so große Potenz aus, dass Trump ähnlich wie der Mann am Bosporus zukünftig besser auf das Schlafen mit geschlossenen Augen verzichten sollte

Wer die Freiheit liebt und die amerikanische Lesart dessen bewundert, der sollte sich fürchten vor dem, was wird folgen müssen, um Otpor auch langfristig aus den USA fernzuhalten.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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