Meine Meinung verschiebt sich gerade: Wir haben keine Coronakrise, wir haben eine strukturelle politische Kompetenzkrise

Meine Meinung verschiebt sich gerade: Wir haben keine Coronakrise, wir haben eine strukturelle politische Kompetenzkrise

In Anbetracht einiger Offensichtlichkeiten, die nicht bedacht werden, obwohl sie naheliegend wären, beginnt sich allmählich meine Meinung zu verschieben.

 

Was die Politik macht, was sie nicht macht und was machen sollte

 

Wie vermutlich alle mitbekamen, haben unsere Regierungen auf Bundes- und Landesebene eine Verschärfung der Verhaltensregeln in der Öffentlichkeit erlassen. Zu einer völligen Ausgangssperre kam es zwar noch nicht, aber das kann ja noch kommen. Die Beschränkung von Sozialkontakten auf zwei Personen allerdings ist als der letzte Schritt dorthin zu erachten und man weiß nie, was die offenbar leicht überforderte Staatsführung als nächstes plant.

Unter anderem frage ich mich:

Warum keine explizite Ausgangssperre für über 70-jährige ausgesprochen wurde und vor allem die Alten- und Pflegeheime nicht abgeriegelt wurden. Sämtliche Studien legen nahe, dass fast ausschließlich ältere Menschen von schweren Krankheitsverläufen betroffen sind.

Warum nicht auch für Personen mit für den Coronavirus kritischen Vorerkrankungen eine völlige Ausgangssperre ausgesprochen wurde. Aufgrund ihrer regelmäßigen Arztbesuche sollte bei der großen Mehrheit der Betroffenen bekannt sein, ob jemand zur Risikogruppe gehört oder nicht.

 Warum in Bezug auf die beiden ersten Punkte die gesamte Gesellschaft in „Mithaftung“ genommen wird, obwohl bei den allermeisten Menschen nur ein minimales Risiko für eine schwere Erkrankung am Coronavirus besteht. Von diesen circa 50 Millionen Menschen in Deutschland würden zwar noch immer 0,1% einen schweren Krankheitsverlauf erleben, aber es würde sehr wahrscheinlich nicht das System überlasten.

Warum es beispielsweise für den ÖPNV eine Ausnahme gibt vom Kontaktverbot für mehr als zwei Personen. Denn wenn es einen Ort gibt, an dem viele unbekannte Personen aufeinandertreffen und sich der Inhalt eines Husters hürdenlos über mehrere Meter im Raum verbreiten und auf viel angefassten Flächen ablagern kann, dann ist es wohl der Linienbus. Folgt man der gegangenen Logik bei der Einschränkung öffentlichen Kontakte, dann müsste der Bus- und Bahnverkehr im Grunde genommen gänzlich eingestellt werden.

Warum trotz der drohenden Überlastung der Intensivstationen noch immer mit dem Gedanken gespielt wird, „kranke Flüchtlingskinder“ nach Deutschland zu holen. Selbst bei gesunden Personen müsste man sich derzeit fragen, ob wir gerade nicht andere Probleme haben. Sollten aber gesundheitlich angeschlagene Personen aufgenommen werden, dann würde dies den Gesundheitsbereich noch stärker belasten.

Warum das Hochfahren der Produktion von Utensilien für die Intensivpflege und die Umstellung der noch in Deutschland beheimateten Kleidungsproduktion so langsam dauert. Erfreulicherweise hat sich mit Trigema nun ein Unternehmen einer entsprechenden Produktion gewidmet. Nicht weniger verwunderlich ist, dass Filterhersteller für die Industrie nicht in der Lage sind, den Bedarf nach Schutzmasken zu decken. Derartige Umstellungen müssten eigentlich eingeübt sein und für Profis – wenn man sie denn lässt – in kurzer Zeit zu schaffen sein.

Warum in den Hinterzimmern der Macht trotz der prekären Lage in Italien, Spanien und zunehmend Frankreich noch immer nach dem Motto „Lasse nie eine Krise verstreichen“ gehandelt wird. Wir haben gerade andere Probleme als einen Digitaleuro oder sonstige Spielereien. Es spricht alles andere als für die Integrität der politischen Kaste, dass sie sich offenbar in einer Weise damit beschäftigt, die weit über das hinaus geht, was für das finanzpolitische Aufräumen nach der Krise notwendig wäre.

Vor allem verwundert mich auch, wie die seit 2011 bestehenden Pademieszenarien und daraus abgeleiteten Warnungen gänzlich ignoriert wurden. Niemand kümmerte sich um die Bevorratung oder das Einstudieren von Notfallabläufen zur schnellen Reaktion auf eine derartige Krise. Während das von der WHO allein gelassene Taiwan bereits im Dezember reagierte und die Schotten dicht machte und sogar der hierzulande viel gescholtene Präsident Trump für die USA die notwendigen bundesstaatlichen Maßnahmen traf, eierte der Bundesgesundheitsminister noch Ende Januar beschwichtigend durch die sozialen Medienkanäle, während er sich selbst Mitte Februar noch beharrlich weigerte, seine Arbeit zu machen.

Generell hätte die Politik, wie Markus Krall gerade anmerkte, mit gerade einmal einer Milliarde Euro sämtliche derzeit auftretenden Engpässe strukturell beseitigen können – und zwar für ganz Europa, nicht nur für Deutschland. Ein Gerät der gerade dringend benötigten Beatmungsgeräte kostet gerade einmal 500 Euro und zuzüglich anderer Utensilien wie Handchuhe, Masken, Schutzbrillen und Hygieneanzügen hätte die Regierung Merkel mit dieser Milliarde Euro eine Million Einheiten einkaufen können.

Stattdessen beschäftigte sich der politmediale Komplex dieses Landes von 2011 bis März diesen Jahres weiterhin mit Inbrunst mit Themen wie:

– dem dritten Geschlecht für den Ausweis, den niemand nachfragt.
– Klimagreta und ihren wohlstandsverwahrlosten deutschen Anhängern
mit der ungeprüften Aufnahme von Millionen Migranten, unter denen sich nachweislich Terroristen befanden.
– der grundlosen Störung der deutschen Industrie mit dem Abwürgen des Diesels vor dem Ende seiner Entwicklung und dem Fördern von Elektroautos.
– dem Unterbinden und Verfolgen der freien Meinungsäußerung im Internet.
– Frauenquoten, Work-Life Balance und die Ausblutung des Facharbeiterpools aufgrund der Bevorzugung von Studiengängen über Ausbildungen.
– dem Unterlaufen, Brechen und Verhöhnen der Stabilitätskriterien der EU-Einheitswährung.

Nicht alle dieser sorgenfreien Wohlstandsgirlanden haben Milliarden gekostet, aber sie alle davon haben zumindest die Aufmerksamkeit abgelenkt von den eigentlich relevanten Themen wie etwa der allgemeinen Risikovorsoge. Tatsächlich war es sogar so, dass die Regierung zumindest mit der Querfinanzierung von Migranten über die Rücklagen des Gesundheitssystems sogar aktiv bestehende Puffer für einmalige aktionistische Aktionen auflöste.
Gleichzeitig hat uns das alles effektiv nichts gebracht jenseits von Zwietracht in der Gesellschaft und der völligen Auflösung von Aktivposten, die uns in diesem Moment helfen könnten.
Kurzum, das was wir politisch in Deutschland, regional und im Bund wie auch auf Ebene der EU im letzten Jahrzehnt geboten bekamen war so grotesk, dass es jeder Beschreibung spottet. Unnötig zu sagen, dass sich die Mainstream Medien als fleißige Mittäter beteiligt haben. Jetzt bekommen wir dafür die virale Rechnung.

 

Die Gretchenfrage

 

Das wahre Bild der derzeitigen Krisensituation enthüllt sich dann, wenn man sich einmal dem Gedankenspiel widmet, was denn wäre, wenn infolge der Pandemiestudie von 2011 tatsächlich reagiert worden wäre und heute eine Million Intensivbetten auf Reserve abrufbar wären.

Die Antwort darauf ist eindeutig: Dr. Wodarg hätte recht mit seiner Einschätzung, dass wir die Existenz des neuartigen Coronavirus nicht bemerken würden und auch Dr. Bakdhi hätte recht mit seiner Meinung, dass die Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens völlig überzogen sind und einem „wirtschaftlichen Selbstmord“ gleichkommen, wie er meinte.

Der Wahrheitsgehalt in den Stellungnahmen der beiden Ärzte und weiterer Fachleute und Analysten wie Martin Armstrong, der von einer bewusst erzeugten Panik spricht, ergibt sich aus den Eigenschaften des Coronavirus. 

Dieses zeichnet sich erstens dadurch aus, dass es sich so leicht überträgt wie das profane Erkältungsvirus. Zweitens jedoch weist es im Anteil und der Art der schweren Krankheitsverläufe starke Ähnlichkeiten zur Influenza auf.

Wären das die einzigen beiden relevanten Eigenschaften, dann würden die Gesundheitssysteme von Bergamo über Isfahan bis Wuhan den Virus aller Wahrscheinlichkeit genauso schlucken wie eine Influenzaepidemie. Man würde es zwar ein bisschen wahrnehmen – das zeigen die Momo-Statistiken des Winters 2017/2018 eindeutig, als die Mortalität übermäßig zunahm – aber es würde von der breiteren Öffentlichkeit nicht als etwas außerordentliches oder besonders bedenkliches wahrgenommen.

Es ist vielmehr die dritte relevante Eigenschaft des Coronavirus, das es so gefährlich macht für den gesundheitlichen Alltagsbetrieb. Denn während Influenzainfizierte mit schwerem Verlauf 5-10 Tage auf der Intensivstation verbringen, so liegt dieser Wert beiCoronainfizierten bei circa 20 Tagen. Dies unabhängig davon, ob die Krankheit mit dem Tod des Patienten endet, oder dieser überlebt.

Das heißt, dass sich eine Coronaepidemie zwei bis vier Mal so intensiv auf das Gesundheitssystem auswirkt wie eine Influenzaepidemie. Für Italien beispielsweise hieße das im Äquivalent, dass anstelle von 2.000 Coronapatienten plötzlich bis zu 8.000 Influenzapatienten die Intensivstationen belasten würden. Eine Überlastung mit sterbenden Patienten auf den Fluren würde genauso auftreten, wie es derzeit der Fall ist mit den Coronafällen.

Fakt ist, dass hätte zumindest eine Regierung der großen EU-ropäischen Länder eine Pandemievorsorge getroffen, dann gäbe es derzeit keine Pandemie, denn es stünden genügend Reserven zur Verfügung, so dass an allen Patienten eine Behandlung durchgeführt werden könnte. Tatsächlich wäre eine Vorsorge mit einer Million Intensivbetten sogar so umfassend, dass die zuständigen Behörden sogar jeweils zehntausend Einheiten nach Wuhan und in den Iran hätten schicken können, um auch dort die Mortalität auf jenen Wert zu drücken, den wir von der Influenza kennen.

 

Wenn der Patient zu Tode gepflegt wird

 

Der gegenwärtige Notstand lässt sich letztlich auf die vier folgenden entscheidende Faktoren zurückführen:

– Das Ignorieren der bekannten Notwendigkeit zur Risikovorsorge durch die politische Kaste in einem Zeitraum im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts.
– Die Gleichgültigkeit gegenüber frühzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in ihrem Keim, was im Angesicht des Positivbeispiels Taiwan bei weitem nicht nur die kommunistische Führung in Peking betrifft.
– Die verhältnismäßig lange Dauer einer Coronaerkrankung im Verhältnis zu den gängigen viralen Infektionskrankheiten.
– Die Weigerung, selektive aber wirksame Maßnahmen zu treffen (siehe Großbritannien) zugunsten einer unverhältnismäßigen Überschussreaktion, die nichts weniger ist als eine Panikreaktion aufgrund des plötzlichen Kontrollverlustes.

Mit einer umfassenden Vorbereitung auf derartige Szenarien wie eine Pandemie hätte sehr kostengünstig ein außer Kontrolle geraten der Situation verhindert werden können. Der volkswirtschaftliche Schaden wäre in dem Fall selbst für die EU als ganzes im einstelligen Milliardenbereich geblieben.

Ohne eine umfassende Vorbereitung, aber mit systematischen Entscheidungen zur Eindämmung der Infektionsketten (v.a. Grenze zu, Risikogruppen schützen) bei einem gleichzeitigem relativen Normalbetrieb (ohne Massenveranstaltungen) wäre der Schaden für die EU als ganzes vielleicht in den mittleren zweistelligen Bereich gerutscht und es hätte insgesamt so viele Tote geben wie zum jetzigen Stand (23. März). Abgesehen jedoch vom Platzen der ideologischen Grenzenlos-Blase wäre nichts dramatisches passiert.

So allerdings, wie es jetzt läuft mit immer rigideren Verhaltensvorschriften im Wochentakt, mit einer weiterhin diffus agierenden Bundesregierung, mit der frisch entflammten Zwietracht zwischen „befreundeten“ EU-Ländern und dem weiterhin ideologisch und PR-getriebenen Vorgehen, ist absehbar, dass wir mindestens eine dreistellige Milliardensumme auf den Rücken gebunden bekommen werden, bis die Sache vorüber ist:

– Die Arbeitslosigkeit wird nach oben schnellen, da nicht nur viele Dienstleistungen gerade ausgeknipst sind, sondern sich die Menschen gerade an Onlinelieferdienste gewöhnen.
– Es wird absehbar zu einer Hyperinflation kommen, da die Geldpolitik an ihrem Ende angelangt ist und die absehbar ausgezahlten Geldmittel an die Bevölkerung nach der Krise auf ein leeres Warenangebot treffen werden.
– Pensionsfonds werden pleite gehen, weil deren Finanzierungsgrundlage sowohl auf Ebene der Anleihen als auch im Bereich des Aktienkapitals wegbricht.
– Fehlallokation aufgrund der aktionistischen Vorgehens werden das Gesundheitssystem noch länger belasten.
– Die EU wird noch größere innere Friktionen bekommen und sich ihre Relevanz nur noch mit Gewalt wird erhalten können.

Bedenkt man, dass quasi jedes Land der Welt auf einen Notbetrieb umgestellt hat und im Hintergrund ein Ölpreiskrieg vom Zaun gebrochen wurde, dann fallen die befürchteten Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe (bei heutigem Preisniveau..) sogar noch konservativ aus. Es könnte genauso gut in den Billionenbereich rutschen – und zwar für Deutschland alleine, nicht nur die EU als ganzes.

Sollte sich bis zum kommenden Wochenende und noch mehr bis zum Ende der übernächsten Woche keine Trendwende im Bereich des politischen Entscheidungshickhack abzeichnen und gleichzeitig die Todesraten in Deutschland wie andernorts nicht völlig ins exponentielle verabschieden, dann werden wir uns ernsthaft Gedanken darüber machen müssen, ob es womöglich nicht vorteilhafter sein könnte, wieder zum Normalbetrieb überzugehen und einmal die Coronawelle über uns rollen zu lassen.

Der Punkt zumindest, an dem wir uns überlegen müssen, was im Direktvergleich schlimmer sein könnte – eine Million Menschen retten oder zehn Millionen Menschen die Lebensgrundlage entziehen – zeichnet sich für mich gerade ab. Der Punkt wiederum, was wir mit der jetzigen politischen Elite machen sollen, wird schon bald danach folgen, wenn die von ihr nachweislich mutwillig oder aus völliger Inkompetenz verursachten Schäden sichtbar werden.

Quelle Titelbild

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