Frauen teilen Artikel am wahrscheinlichsten dann, wenn sie sich darüber ärgern

Frauen teilen Artikel am wahrscheinlichsten dann, wenn sie sich darüber ärgern

Es heißt, viele Onlinemedien verbreiten linksfeministische Propaganda („Gender-Pay-Gap“, “Alle Männer sind Vergewaltiger” etc.) genau deshalb, weil linke Politaktivisten die Medien nutzen, um ihre Agenda in die Gesellschaft zu tragen. Nun aber verweist ein amerikanischer Journalist auf einen Zusammenhang, der diese Kausalität umdreht: Verärgerte Frauen bringen mehr Klicks, weshalb es für Onlinemedien profitabler ist, Autoren zu beschäftigen, die Frauen aufhetzen.

Soziale Netzwerke: Frauen teilen deutlich öfters, mehr und emotionaler als Männer

Die Hypothese wurde aufgestellt von Tim Pool und in einem Video ausgeführt. Darin erklärt er, Frauen würden in den Sozialen Medien öfters und regelmäßiger Inhalte teilen als Männer. Insbesondere wenn wenn sie emotional berührt werden neigen sie dazu, ihrem Umfeld dies über die Sozialen Medien mitzuteilen. Onlinemedien können ihre Erfolgswahrscheinlichkeit also maximieren, wenn sie bei Frauen Emotionen erzeugen, vor allem Wut.

Untermauert wird dies von einer Umfrage, die vor zwei Jahren von Social Media Explorer durchgeführt wurde, in der die Geschlechterunterschiede beim Teilen von Inhalten in den Sozialen Medien herausgearbeitet wurden. Im Artikel zur Umfrage heißt es:

„As far as frequency of sharing, 30% of women report sharing content at least once a day, with 7 out of 10 of those women sharing multiple times a day. Meanwhile half of men report sharing multiple times a week, but only 5 out of 10 of those men share on a daily basis. Ultimately, women are 26% more likely to share content more than once a day compared with men..“

Frauen teilen Inhalte also viel öfters und regelmäßiger als Männer. Insgesamt kommt die Umfrage auf einen Unterschied von 26% zwischen den Geschlechtern. Angesichts der insgesamt 2000 befragten Personen kann man davon ausgehen, dass die Zahlen auch zuverlässig und verallgemeinerbar sind.
Neben der Intensität, mit der Frauen und Männer Inhalte teilen, geht der Artikel auch auf die Art der geteilten Inhalte ein:

„While over half of men cite entertainment as the main reason, women came in nearly 20% lower, suggesting they’re more diversified in their primary motivations.“

Beide Geschlechter teilen Inhalte in den Sozialen Medien also zum Zweck der leichten Unterhaltung. Es zeigen sich aber Unterschiede dahingehend, welchen Anteil die reine Unterhaltung an den geteilten Inhalten hat. Männer teilen zu 50% reine Unterhaltung, während Frauen nur 30% der Inhalte zum Zweck der Unterhaltung teilen. Entsprechend breiter ist die thematische Bandbreite dessen, was von Frauen geteilt wird.

Hinzu kommt die emotionale Komponente beim Teilen von Inhalten, die bei Frauen bei weitem stärker ausgeprägt ist, als bei Männern:

„Compared with men, women were 22% more likely to cite expressing themselves to their friends with things they care about and 37% more likely to cite eliciting an emotional response from their network as a primary sharing motivation.“

Für Frauen ist es um 22% wahrscheinlicher als bei Männern, dass sie etwas teilen, das ihnen emotional nahe geht und es ist sogar um 37% wahrscheinlicher als bei Männern, dass sie etwas teilen, damit sie von ihrem Netzwerk eine emotionale Reaktion erhalten.

In den Sozialen Medien kann man mit seinen Inhalten also am wahrscheinlichsten Erfolge erzielen, wenn man Frauen anspricht und dies auf der emotionalen Ebene.

Frauen nutzen Soziale Medien intensiver und lassen sich besser vermarkten als Männer

Für das zweite Element seiner Hypothese verweist Tim Pool auf einen Artikel von Brand Watch aus dem Jahr 2014. In diesem wird auf Nutzungsunterschiede zwischen Männern und Frauen eingegangen.

Laut Artikel ergaben Umfragen unter amerikanischen Nutzern der Sozialen Medien, dass deutlich mehr Frauen Facebook und Co verwenden und sie auch täglich häufiger ihre Netzwerkprofile ansteuern als Männer. Dazu kommt, dass mehr als die Hälfte der Frauen auf Werbung reagiert, während es bei Männern nur gut ein Drittel ist. Nicht zuletzt besteht die Mehrheit der Leser von Nachrichten in den Sozialen Medien aus Frauen. Insgesamt steht es 58% zu 42% für Frauen, die in den Sozialen Medien geteilte Nachrichtenartikel lesen.

Für das Kalkül von Onlinemedien hat dies zur Folge, dass Frauen als Zielgruppe für sie nicht nur absolut gesehen mehr sind als Männer, sondern auch, dass sie sehr viel wahrscheinlicher auf Werbung reagieren werden, mit der sich die meisten Medienanbieter finanzieren. Tatsächlich implizieren die gegebenen Relationen eine um den Faktor 2,15 höhere Erfolgswahrscheinlichkeit, eine weibliche Kundin zu gewinnen als einen männlichen Kunden.

Frauen als Bergmänner in der Goldgrube der Sozialen Medien

Bislang steht also fest, dass Frauen:

  • im Durchschnitt häufiger Soziale Medien verwenden
  • bei weitem mehr Inhalte als Männer 
  • vor allem dann aktiv werden, wenn es sich um etwas emotional aufgeladenes handelt
  • in den Sozialen Medien mehr Nachrichten konsumieren als Männer
  • sehr viel empfänglicher für Werbung sind

Schließlich ist Facebook neben Google auch einer der größten Nachrichtenaggregatoren der Welt, übernimmt also eine äußerst wichtige Aufgabe beim Verbreiten von Nachrichtenartikeln im Internet. Es ist daher kein Wunder, dass viele Onlinemedien sich nicht nur generell auf die Sozialen Medien, sondern in diesen auf Frauen als Zielgruppe fokussieren. Frauen bringen ihnen deutlich wahrscheinlicher, deutlich mehr, deutlich profitablere Klicks ein.

Was aber maximiert die Wahrscheinlichkeit, mit der man Frauen dazu bringen kann, einen Inhalt zu teilen? Die Antwort liefert die American Marketing Association, die genau dieser Frage nachgegangen ist und zum Schluss kam: „Ärger, Schock und Entzücken“. Im Artikel heißt es:

„Specifically, content that made people angry was the most likely to go viral, with a 34% greater chance than average. Content that was awe-inspiring was second, at 30% greater than average. Content that inspired feelings of sadness, as the researchers predicted, was less likely to go viral, actually 13% below average.

Articles with practical information were also 30% more likely to go viral.“

Wer schockierende oder verärgernde Inhalte zum Teilen anbietet, der kann mit einer um 35% überdurchschnittlichen Wahrscheinlichkeit rechnen, dass sich diese in den Sozialen Medien verbreiten. Wer entzückende oder alltagspraktische Inhalte zum Teilen anbietet, der kann noch immer mit einer um 30% höheren Verbreitungswahrscheinlichkeit rechnen. Berücksichtigt man diese Wahrscheinlichkeiten, dann steigt der Faktor auf 2,8 für Onlinemedien, wenn es um die Maximierung des Erfolgs geht mit Hilfe des Verbreitens von Wut und Ärger bei Frauen in den Sozialen Medien.

Die politischen Konsequenzen dieser Geschäftsoptimierung am weiblichen Gemüt

In den USA gibt es heute eine scharfe Linksneigung von weiblichen Wählern, die im starken Kontrast steht zu gleichaltrigen Männern. Vox verweist auf eine aktuelle Pew Research Umfrage, laut der 68% der 18 bis 34 Jahre alten Frauen die demokratische Partei wählen, während es bei gleichaltrigen Männern lediglich 47% sind. Der Unterschied von 21% ist mehr als deutlich. Die Diskrepanz ist auch bei 35 bis 49 jährigen noch vorhanden, aber weitaus schwächer ausgeprägt. Bei älteren dagegen sind kaum noch Geschlechterunterschiede vorhanden.

Im deutschsprachigen Raum ist die Diskrepanz teilweise weniger ausgeprägt, aber noch immer mehr als deutlich. Jüngere Frauen wählten bei der Bundestagswahl 2017 absolut gesehen um 10% mehr linke Parteien als ältere Frauen und Männer. Die Analyse der österreichischen Präsidentschaftswahl von 2016 dagegen zeigt amerikanische Geschlechterunterschiede von um die 20%. Effektiv wurde hier ein tiefer Graben durch die Ehebetten gezogen.
Natürlich gibt es ein großes Interesse von politischen Aktivisten, neue Wähler zu generieren und die eigene Ideologie in die Öffentlichkeit zu transportieren. Die Verbreitung der eigenen Agenda über Onlinemedien spielt hier naheliegend eine große Rolle. Und wenn Frauen am besten erreicht werden können, dann ist es ebenfalls naheliegend, sich auf diese zu konzentrieren.

In diesem Fall könnte es sich aber um eine sich selbst verstärkende Spirale handeln, in dem prinzipiell unpolitische Onlinemedien feststellen müssen, dass ihre Inhalte immer genau dann den größten Verbreitungserfolg erzielen, wenn es sich um feministische Ergüsse handelt. Also Frauen als Opfer des Patriarchats dargestellt werden, die weniger als Männer verdienen, denen permanent in den Ausschnitt gegafft wird und denen an jeder Ecke und in jedem Mann ein Vergewaltiger droht, der sich überdies bei Haushaltsarbeiten über Gebühr zurückhält.

Nichts an diesen Inhalten muss stimmen und es ist egal, ob sie bereits widerlegt ist, es kommt letztlich nur auf die Wut und den Ärger an, die damit bei Frauen erzeugt werden kann. Denn dann teilen sie den Inhalt, sie diskutieren ihn und echauffieren sich darüber gemeinsam mit ihren Freundinnen. Genau dann verdient das Onlinemedium am wahrscheinlichsten Geld und als Nebeneffekt glauben die Frauen das Zeug auch noch und wählen am Ende links.

Die große Frage dazu lautet: Wie lässt sich dieser Kreislauf verhindern und falls das nicht geht, wo wird das alles noch enden?

Quelle Titelbild

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