Zensurmuster bei Google (1/4): Die gewählten Themen

Zensurmuster bei Google (1/4): Die gewählten Themen

Vor längerem schon ist mir bei Google aufgefallen, dass einzelne meiner Blogtitel in den Suchergebnissen fehlen. Das heißt, ich füge den Titel eines Blogbeitrags in die Suchmaske ein, bekomme aber kein konkretes Ergebnis zurück, das zum Titel passt oder zu meinem Blog führt. Nachdem es mir oft genug aufgefallen war, bin ich der Sache nachgegangen und meine, bei Google anhand dieser Unregelmäßigkeiten verschiedene Zensurmuster ausmachen zu können. Diese betreffen nicht nur meinen Blog, sondern auch zahlreiche andere.

Googles seltsames Gebaren

Den Kern meiner Analyse bilden 100 aktuelle Artikel, die ich auf meinem Blog veröffentlicht habe. Der älteste davon stammt vom 8. April diesen Jahres und war zum Zeitpunkt der Suche ungefähr drei Monate alt, der jüngste stammt vom 11. Juli. Für alle Beiträge habe ich bei Google eine Titelsuche durchgeführt und mir notiert, was mir die Suchmaschine als Ergebnis zurückgab.

Insgesamt sind mir dabei fünf unterschiedliche Ergebnistypen aufgefallen:

  1. Die einfache Titelsuche führt direkt zum Erfolg. Der Link zum Blog erscheint in den Ergebnissen und das in der Regel schon auf der ersten Seite.
  2. Die einfache Titelsuche bringt zwar den Link nicht zum Vorschein, allerdings kommt der Link zur Kategorie des Beitrags und es wird ein Ausschnitt aus dem Text selbst angezeigt.
  3. Die einfache Titelsuche führt ins Leere, sobald der Titel aber in Anführungszeichen gesetzt wird, hat Google kein Problem damit, den Beitrag zu finden.
  4. Die Titelsuche mit Gänsefüßchen bringt zwar nicht den Link zum Vorschein, allerdings kommt ein allgemeiner Link in Richtung meines Blogs.
  5. Die Suche auch mit Gänsefüßchen führt ins Leere, wobei das Ergebnis entweder rein gar nichts mit Bezug zu meinem Blog anzeigt, oder es erscheinen ausschließlich Links zu Drittseiten, die meinen Beitrag geteilt haben.

Zur Sicherheit habe ich die Suche fünf Mal für alle Beiträge durchgeführt und zwar an unterschiedlichen Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Folgende Verteilung kam dabei heraus:

Ergebnistyp1. Durchlauf 2. Durchlauf 3. Durchlauf4. Durchlauf5. DurchlaufØ = %
(1) Ergebnis mit Link878672888984
(2) Ergebnis mit Text005001
(3) Gänsefüßchen Link11117999
(4) Gänsefüßchen Text112101
(5) Griff ins Leere1114334

Wie zu erkennen ist, zeigt Google nicht nur Launen beim Erkennen der Titel, sondern scheint zu unterschiedlichen Tageszeiten auch andere Suchmuster zu verwenden. Es war bei den einzelnen Artikeln auch keineswegs immer der selbe Ergebnistyp, den die Googlesuche produzierte. Bei 34% aller Beiträge fanden sich beim Suchergebnis Variationen. Auch wenn die Mechanik der Suchmaschine heute zu einem Gutteil auf komplexen Lernalgorithmen beruht, hätte ich doch eine etwas höhere Konsistenz erwartet.

Die Gegenprobe habe ich jeweils mit Bing durchgeführt. Bei insgesamt vier Beiträgen von den 34, die bei der Googlesuche eine Variation aufwiesen, zeigte auch Bing nicht unmittelbar den Direktlink (Ergebnistyp1). Bei einem davon bin ich mir jedoch nicht sicher, ob der Link zu meinem Blog nicht doch vielleicht irgendwo versteckt in den Ergebnissen vorkommen könnte, da es um das Allerweltsthema Israel vs Hamas geht. Zwei weitere der vier drehen sich um Corona mit einmal einem Kommentar und einmal im Kontext zu China, so dass die gezielte Zensur dieser Beiträge aufgrund des heißen Themas nicht unwahrscheinlich ist.

Beim vierten Beitrag aber wurde ich etwas stutzig, da er auch bei allen fünf Durchgängen durch Google nicht unmittelbar gefunden wurde. Inhaltlich geht es um einen Engländer, der sich für einen Koreaner hält und dahingehend umoperieren ließ. Trotz meiner inhaltlichen Erweiterung auf den Kontext des Kulturkampfes hatte ich schon härtere Texte im Blog, bei denen Google allerdings keine keine Variationen bei den Suchergebnissen danach aufwies. Möglicherweise liegt es daher am Begriff „Kindersex“, der in einer Zwischenüberschrift enthalten ist.

Die Interpretation wäre, dass Bing seine Ergebnisse bei Corona zensiert und eventuell auch bei sehr sensiblen Themen wie Pädosexualität. Beides ist nachvollziehbar, so dass die Zahl der Variationen in den Suchergebnissen von Bing netto eher bei Null liegt, denn bei vier. Im Gegensatz dazu lässt sich bei Google jedoch sich kaum eine rationale Erklärung finden, warum die Suche in so vielen Fällen in die Irre führt.

Auffällige Häufungen bei der Stichwortverteilung

Als zweiten Schritt nach dem Durchführen und Sortieren der Suchabfragen habe ich die Ergebnistypen mit den zugehörigen Schlagworten verknüpft. Diese bestehen aus dem jeweiligen Themenkategorie des Artikels und dazu vergebe zusätzlich meist noch drei Stichworte zur Eingrenzung des Inhalts. Beides habe ich grob nach neun Themen sortiert und ihnen die Zahl der Ergebnisvariationen zugewiesen, wobei Ergebnistyp 1 den anderen vier gegenübergestellt werden soll.

Das Ergebnis findet sich in der folgenden Tabelle, wobei die dritte Spalte die Relation zwischen erster und zweiter Spalte anzeigt:


Schlagworte mit VariationenSchlagworte mit DirektlinkRelation Variation zu Direktlink
Medienkritik13101,3
China651,2
Klimawandel1091,11
Islamismus661
gesamt1262860,44
Ökonomie & Geopolitik16360,44
Kulturkampf19490,39
Staatskritisches23610,38
Eigennamen & Sonstiges30950,32
Corona3150,2

Hier lassen sich einige deutliche Auffälligkeiten ausmachen, die in Anbetracht von über 400 Schlagworten aus 96 Beiträgen mindestens tendenziell eine stabile Aussage erlauben. Generell geht aus den Häufigkeitsverteilungen der Tabelle die Aussage hervor, dass Google seinen Suchalgorithmus ganz offenbar gezielt manipuliert und bei bestimmten Suchanfragen eine politisch motivierte Verzerrung betreibt.

Spezifisch sind all jene Themen zensuranfällig, deren Relation in der letzten Spalte in signifikanter Weise oberhalb von 0,44 liegt. Das wären: Der Islamismus, der Klimawandel, das kommunistische China und die Medienkritik. Effektiv bedeutet es, dass wer sich zu diesen Themen außerhalb des offiziellen Narrativs äußert, der muss damit rechnen, von Google bei den Suchergebnissen in der ein oder anderen Weise ausgebremst zu werden. Etwas überraschend gehören Themen des aktuell tobenden Kulturkampfes nicht dazu, oder konkreter, es gibt lediglich eine durchschnittlich intensive Manipulation der Ergebnisse.

Diagnose: Totalitäre Machtfülle

Gegen meine Aufschlüsselung einwenden ließe sich, dass es zu einer verzerrten Einordnung der Schlagworte kam, da die Themen teilweise ineinander übergehen. Würden jedoch alle 27 Schlagworte jenseits der Erwartung unter „Eigennamen & Sonstiges“ den vier Themen mit gekippter Relation zugeordnet werden, dann läge die gemeinsame Relation der vier Themen mit 0,56 noch immer deutlich zu hoch. Eine Entzerrung hin zu einer natürlich erwartbaren Verteilung ist also nicht möglich, der Verdacht auf eine gezielte Manipulation bei bestimmten Themen lässt sich nicht entkräften.

Hinzu kommt die politische Komponente in der Unternehmenskultur von Google. Diese ist links und sie folgt den typischen Themen und Neigungen, wie sie von der Klasse der globalisierten Linken vertreten wird. Jedes einzelne Thema, bei dem es in den Ergebnissen zu unerwarteten Abweichungen kam, spielt im linken Weltbild eine wichtige Rolle, um deren Deutungshoheit ein harter Kampf geführt wird. Das gesonderte „Kuratieren“ von Suchergebnissen durch Google auch in Deutschland würde daher leider sehr gut in das größere Bild passen.

Die obige Aufschlüsselung ist als deutliches Indiz dafür zu erachten, dass Google in bewusster Weise über unser digitales Leben eine totalitäre Macht ausübt. In den nächsten Teilen der Analyse werde ich nach weiteren Indizien für Zensurmuster suchen und versuchen, die Art und Weise einzugrenzen, wie genau der Algorithmus manipuliert wird.

Teil 1: Zensur nach Themen

Teil 2: Zensur nach gesetzten Links

Teil 3: Zensur nach Zeit

Teil 4: Zensur nach politischer Windrichtung

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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