Frankreich zieht aus Mali ab: Hat Erdogans Terrorerpressung funktioniert, oder gibt es andere Drahtzieher?

Frankreich zieht aus Mali ab: Hat Erdogans Terrorerpressung funktioniert, oder gibt es andere Drahtzieher?

Vor zwei Wochen wurde in Mali ein Anschlag auf die Bundeswehr verübt. Am selben Tag kam es in Würzburg zu einem Terrorangriff durch einen somalischen Migranten und das just in dem Augenblick, als die Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer eine öffentliche Stellungnahme zum Anschlag in Mali abgab. In diesem Artikel bin ich auf die seltsame Synchronizität zwischen den Taten eingegangen. Darin komme ich zum Schluss, dass offenbar Erpressung vorliegt durch jemanden – meine Vermutung damals lautete auf Erdogan und die Moslembruderschaft – der EU-ropa aus dem Sahel heraushaben will. Mit den neuen Informationen ergeben sich einige neue Perspektiven, die zu Ende spekuliert nichts gutes verheißen für… Straßburg.

Ein Teilabzug, dennoch mit Folgen

Während einige Medien schreiben, dass sich Frankreich komplett aus Mali zurückziehen will, erfährt man bei der Epoch Times mehr:

Die französischen Militärbasen im Norden Malis sollen ab dem zweiten Halbjahr geschlossen werden [..] die Stärke der französischen Kampftruppen [wird] in etwa halbiert: von derzeit 5.100 soll sie auf „2.500 bis 3.000“ sinken.

Es ist also keineswegs ein kompletter Rückzug durch Frankreich, sondern eher eine Maßnahme zur Reduzierung der Risiken. Der Norden Malis ist unwirtlich und sehr dünn besiedelt, nur im Süden des Landes gibt es für Siedlungen eine ausreichende Vegetation. Dies nützt den Militärs insoweit, als dass sie die einheimische Bevölkerung auf ihrer Seite weiß, da die sich international rekrutierenden den Islamistengruppen einen harten Schariaislam durchsetzen wollen.

Geostrategisch ist auch eher der Süden interessant, da sich die Uranminen des Niger südöstlich von Mali befinden. Der Rückzug aus dem Norden wird eher zu negativen Konsequenzen beim Menschenhandel führen. Ohne die Präsenz von Militär sind noch größere Migrationsströme aus Westafrika zu befürchten, die über Timbuktu und andere Oasen in der Sahel/Sahara-Region geschleust werden.

Einsatzverlagerung auf andere Schultern

Die Operation der oben genannten französischen Truppen hieß Barkhane und dauert noch immer an. Einen Anteil daran haben mehrere afrikanische Länder aus der Region und dazu neben Frankreich auch Deutschland, Großbritannien und Kanada. Es ist nicht abwegig anzunehmen, dass die Operation in naher Zukunft nur noch die afrikanischen Teilnehmerländer umfassen wird, während zumindest Deutschland und Frankreich in anderer Weise in der Region aktiv bleiben.

Vorbild hierfür wäre die unter der Flagge der UN stattfindende Minusma Operation, die mehr oder weniger deckungsgleich wie Barkhane funktioniert. Größter Unterschied ist dabei die defensive Ausrichtung und der Fokus auf polizeiliche Sicherheitsarbeit. Barkhane hat ohne UN-Beteiligung eine andere, aggressivere Stoßrichtung und dient wohl der Flankierung von Minusma.

Frankreichs Militär wird demnächst bei der Einsatzgruppe Takuba dabei sein, über die es bei der Epoch Times heißt:

Macron bekräftigte, den Kampf gegen Islamisten mittelfristig auf die europäische Eingreiftruppe Takuba übertragen zu wollen. Sie war auf Druck von Paris gegründet worden und umfasst bisher rund 600 Soldaten aus Frankreich, Estland, Tschechien, Schweden und Italien. Nach Macrons Angaben hat nun auch Rumänien eine Beteiligung zugesagt.

Hierbei handelt es sich um eine EU-ropäisierung des Einsatzes, wobei hinter dem Druck aus Paris eventuell auch Druck auf Paris gestanden haben könnte. Vorstellbar ist beispielsweise, dass die innenpolitischen Kosten zu hoch gestiegen sind, so dass eine Verlagerung der Verantwortung (für die Toten, aber auch für sonstige Kosten) auf eine Drittpartei notwendig wurde. Was bietet sich dabei besser an, als die EU, deren Handeln jenseits der Tore Brüssels kaum jemanden interessiert.

Für Paris bietet diese Verlagerung im Prinzip keine Nachteile. Das geopolitische Hauptziel der Sicherung der Uranvorkommen im Sahel wird weiterhin erreicht, während die Einsatzstrukturen auf höherer Ebene ohnehin eng verzahnt sind. Ein kritischer Kontrollverlust für Paris ist daher unwahrscheinlich.

Analog zur Vermutung über die Verknüpfung von Barkhane und Minusma ist vermutlich auch Takuba als der militärische Flügel der Etum-Mission in Mali zu verstehen. Die Liste der Teilnehmerländer umfasst quasi die gesamte EU, während von außerhalb davon nur Moldau, Montenegro und Georgien daran teilnehmen. Alle drei dieser Länder sind unbedeutend, wobei die Anwesenheit der ersten beiden auf eine baldige EU-Mitgliedschaft hindeutet, während Georgien eventuell ein Signal in Richtung Moskau sein könnte.

Auffällige An- und Abwesenheiten

Was bei Etum und Takuba (nicht zu verwechseln mit „Darmok and Jalad“) auffällt ,ist die Abwesenheit großer Drittländer. Die USA sind bei allen vier Missionen überhaupt nicht dabei, wobei das Land sicherlich indirekt überall mit am Tisch sitzt. Kanada und noch mehr Großbritannien sind auffälliger, mindestens bei den Briten handelt es sich um einen natürlichen Verbündeten für derartige Missionen.

Aufgrund dieser Abwesenheit denke ich, dass Etum und Takuba demnächst unter das neue Oberkommando der EU gestellt werden könnte. Es wäre eine ideale Sandgrube, in denen die militärischen Ambitionen Brüssels in der Praxis getestet werden könnten, ohne dabei zu viel Schaden anzurichten. Die Existenz dieses Pfads zur Einführung einer EU-Armee unterstreicht deren Werbeartikel bei Wikipedia, wo es heißt:

So könnte sich etwa aus einer lediglich für Wach- und Protokollaufgaben aufgestellten Freiwilligentruppe eine Art permanente EUFOR entwickeln, welche später konsensuell etwa auch im Kosovo (KFOR) oder im Rahmen der Schnellen Eingreiftruppe innerhalb der EU mit langsam aufwachsenden Aufgaben betraut werden könnte.

Man muss lediglich KFOR durch Etum und Takuba austauschen und schon ist der Text auf dem aktuellen Stand. Ein gemeinsames Militäroberkommando der EU ist schon lange ein Wunschprojekt der Granden zu Brüssel, scheiterte aber lange Zeit an den Einwänden Großbritanniens und auch an der eigenen Unfähigkeit. Mit dem Brexit, zahlreichen medialen Ablenkungsgelegenheiten und mit Ungarn als einem überraschenden, aber vehementen Fürsprecher einer EU-Armee aber ist das Fenster offen, auch hier Nägel mit Köpfen zu machen.

Das gescheiterte Imperium gescheiterter Imperien könnte also bald eine eigene Uniformserie verfügen und diese still und leise in der afrikanischen Wüste der Weltöffentlichkeit vorführen. Ich denke auch, dass bei den beiden EU-Nichteinsätzen das entscheidende Signal kommen könnte und zwar, wenn die Soldaten dort die EU-Fahne an der Schulter tragen, oder eben gar eine eigene EU-Uniform tragen, und sei es auch nur ein entsprechendes Barret.

Neue Perspektive auf die Anschlagssequenz

Mit der Umstrukturierung der Einsatzmodalitäten ohne gleichzeitige signifikante Einschnitte in das dortige Engagement ergibt sich auch ein neues Kalkül für die Anschläge, falls diese wie vermutet zusammenhängen und ein Signal senden sollten. Noch immer halte ich die Kombination aus Erdogan und Moslembruderschaft für gut möglich als Hintermänner der Anschläge und der Forderung, dass sich die Europäer aus dem Sahel zurückziehen sollen.

Es gibt aber noch eine neue Variante. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Anschläge entweder von interessierten Stellen zugelassen wurden, die eine Konzentration der Macht in Brüssel forcieren wollten, oder aber von der Sequenz wussten und diese aufgrund des Interesses an einer Machtkonzentration in Brüssel absichtlich zuließen.

Interessierte Stellen gibt es einige, die es nicht abwarten können, die EU in einen zentralisierten Obrigkeitsstaat zu verwandeln. George Soros wäre auf dieser Liste genauso wie zahlreiche nationale Netzwerke verschiedener Länder. Mit ein Motiv wäre auch die Schwächung Frankreichs als militärische Macht, wenn das Land immer mehr Zugriffsmöglichkeiten abgeben müsste. Aber auch für Deutschland gäbe es interessierte Stellen, denen die noch immer (zu) zurückhaltende Mentalität Deutschlands beim Militär nicht gefallen könnte. Über den Winkelzug würde dieser Pseudopazifismus komplett ausgehebelt.

Zukünftige Anschläge und Konfliktherde

In beiden Szenarien – mit Erdogan/der Moslmebruderschaft und auch Soros/EU-Zentralisten – wären weitere Anschläge auf die Zivilbevölkerung in EU-ropa vorprogrammiert. Die Islamisten würden ihre Drohung wahrmachen wollen und weiter auf einen Abzug der europäischne Mächte aus dem Sahel drängen, während die Machtbefugnisse der EU-Armee erst an ihrem Anfang stehen. Ideal für EU-Zentralisten aus geopolitischer Sicht wäre beispielsweise die Notwendigkeit für eine zentrale Koordinierungsstelle bei innereuropäichen Militäreinsätzen.

Vielleicht würde sich ein Pariser Banlieue dafür eignen, sollte es dort zu einer breitflächigen Übernahme durch Islamisten kommen. Frankreich, das dann die hässliche Seite seiner Zähne zeigen müsste, wäre mit Sicherheit daran interessiert, wenn das Land eine derart außer Kontrolle geratene Situation nicht selbst wieder mit Waffengewalt unter Kontrolle bringen müsste, sondern andere Köpfe und Wappen die Fernsehbildschirme der Welt füllen würden. Die EU würde mit Sicherheit gerne bei der Aushebung dieser Widerstandsnester helfen und sein Gesicht dafür zur Verfügung stellen, so lange Brüssel im Gegenzug sämtliche dort zum Einsatz kommenden eu-ropäischen Armeeeinheiten „koordinieren“ darf.

Wäre ich ein Spieler, ich würde mein Geld genau darauf setzen: Irgendwo in Frankreich, Schweden, den Niederlanden oder Deutschland gerät die Lage so sehr außer Kontrolle, dass sämtliche EU-Mitglieder ihre Armee in den Hut werfen müssen, um der Gefahr gemeinsam Herr zu werden. Nur an einem Ort wird sich dieser Aufstand garantiert nicht ereignen: In Brüssel. Denn die Hauptstadt wird gebraucht, um den Kontinent militärisch zu dirigieren und Recht und Ordnung wieder herzustellen.

Islamisches Kalifat Qaleat Alshaarie

Genau genommen würde ich sogar so weit gehen und Straßburg vermuten als dem idealem Ort einer islamistischen Erhebung. Die Stadt hat ein imposantes Münster, das kamerawirksam mit einer IS-Flagge behängt werden könnte, sie ist groß und bekannt genug, aber auch nicht zu groß und unübersichtlich. Sie liegt bedeutungsschwer zentral im Herzen des Kontinents, ist aber dennoch weit genug von Deutschland oder anderen Ländern und Großräumen entfernt.

Straßburg verfügt auch über eine große und ausreichend islamisierte Ghettojugend, die immer wieder und immer öfters mit Brandschatzereien auf sich aufmerksam macht. Nicht zuletzt böte diese Gelegenheit auch die Möglichkeit, nebenbei den Hauptsitz der ENA zu schleifen. Das würde so ziemlich jeden freuen – außer halt die ENA.

Schließlich ließe sich mit Straßburg als Zielgebiet für einen gestaltungsreichen Islamistenaufstand auch ein für alle Mal auch der Streit beilegen, ob Straßburg oder Brüssel die Hauptstadt der EU sein soll. Brüssel wäre der Gewinner, wobei die EU sogar eine ordentliche Stange Geld einsparen würde, wenn endlich die permanenten Umzüge zwischen den Parlamenten entfallen. Es wäre ein Win-Win-Win für die Politik. Das ist nie ein gutes Zeichen – und in diesem Zusammenhang ein ganz schlechtes für Straßburg.

Quelle Titelbild 1, 2, 3

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