Willkommen im gagademischen Zeitalter und wie es enden wird (bebildert)

Willkommen im gagademischen Zeitalter und wie es enden wird (bebildert)

Mein Blödsinnsmeter musste heute beim Überfliegen der Tickermeldungen aus aller Welt wieder einmal Überstunden leisten. Wäre all das um uns herum nicht so traurig, man könnte darüber lachen. Aber vielleicht ist genau das die richtige Taktik: Darüber lachen, denn bezahlen müssen wir es sowieso. Den Schwerpunkt bildet diesmal die Wissenschaft mit dem Themenpunkt Männer und Korrelate aus Zuckerbrot und Peitsche und es gibt einen kleinen Abstecher in die Kalkülwelt kommunisischer Planung im Hause Peking. Schnallen Sie sich an!

Männern mit Glatze wird Psychoberatung empfohlen

Wie die Daily Mail berichtet kam ein „Wissenschaftler“ zum Schluss, dass Männer mit Glatze mit einer höheren Wahrscheinlichkeit depressiv sind und dies umgehend zur Tatsache ummünzte, wonach Depressionen zu Glatzen führen. Nein, halt! Andersherum: Glatzen führen zu Depressionen, heißt es in der Studie. Wer sich im Angesicht dieser Hiobsbotschaft jetzt unwillkürlich durch die Haare fahren wollte, dabei aber ins Leere griff und deswegen schlechte Laune bekam, den kann ich beruhigen. Sie sind nicht der einzige. Etwas mehr als die Hälfte aller Männer ab dem 40. Lebensjahr und 90% aller Männer in ihrem Leben insgesamt müssen mit der traumatischen Erfahrung leben lernen, die Haare zu verlieren.

Auf der Plusseite verbirgt sich gleich hinter diesen Schockzahlen ein neuer Mutimilliardenmarkt für kassenärztliche Leistungen gegen glatzeninduzierte Depressionen, es hat immer alles auch eine positive Seite. Aus Sicht des deutschen Nettosteuerzahlers lässt sich damit ein weiteres Mal feststellen, dass eine Parität bei der Lebenserwartung zwischen Männlein und Frauchen gar nicht so wünschenswert ist. Jedes Jährchen weniger frisst uns weniger Haare vom Kopf, wenn das keine beruhigende Erkenntnis ist. Und wenn wir gerade dabei sind: Rauchen Sie ruhig noch eine, das soll noch viel mehr beruhigen, habe ich gehört.

Untersucht wurde selbstverständlich nicht, welche Kausalitäten hinter dem Psychoeffekt der Glatze stehen könnte und ob die sog. „Midlife-Crisis“ vielleicht auch ein Quäntchen zum allgemeinen Wohlbefinden von Männern ü40 betragen könnte. Egal scheint auch die Frage, ab welchem Quadratzentimeter welcher Depressionsgrad erreicht wird, ob die Depression kreisrund oder geheimratseckig ist, oder ob die Depression erst dann eintritt, wenn ein DM-großes Muttermal freigelegt wird, das sich zuvor noch hübsch mit dem Kamm und Spucke verdecken ließ.

Dennoch stellte die Studie mit der Gewissheit eines voll beladenen 30-Tonners fest, dass Männer mit Glatze Gefühle der „Peinlichkeit, Scham, Verunsicherung und Frustration“ erleben, wie es (kopf!)behaarten Männern selten geschieht. Gefühlt läuft im Männerkopf demnach in etwa das selbe Programm ab wie nach einer Krebsdiagnose. Männer habens echt nicht leicht. Immerhin sind die meisten in diesem Alter darüber hinaus noch verheiratet mit einer vergleichbar alten Frau und die werden mit zunehmendem Alter bekanntlich auch nicht alle besser. In nicht wenigen Fällen kommen meist noch ein paar pubertierende Rotzgören dazu mit ihrem Dauerbedarf an Schminke und neuen iPhones. Da schmerzt jedes allmorgendlich auf dem Kopfkissen entdeckte Härchen gleich doppelt

Sich ausgedacht hat sich diesen empathischen Dreh auf die Männlichkeit ein Mann namens Ching-Chi Chi, dessen Eltern ihm qua Namensgebung wohl einige Depressionspunkte mehr verschafft haben als selbst die furchtbarste Glatze es ihm hätte antun können. Fast schon zum Trost präsentiert sich der geschätzte Mitfünfziger auf seiner Profilseite mit einer stattlichen Haartracht, die ihn mindestens zwei Jahre jünger macht.

Professor Trippel-Chi, wie ich ihn im folgenden abkürzen werde, erstellte seine Diagnose ganz offenbar voller empathischen Mitgefühl für seine Mitmänner am anderen Ende des Globus. Denn laut dieser Seite sind vor allem Tschechen und Weißrussen von einer Glatzenbildung betroffen (wobei mir persönlich noch nie ein beglatzter Tschechen aufgefallen ist; die stehen alle voll im Saft). Vielleicht, munkelt mein innerer Geopolitiker, hat unser Trippel-Chi trotz allem recht und es liegt alles an seiner Glatze, dass Lukaschenko nicht so recht will. Das aber wäre noch einmal eine ganz andere Korrelationenspekulativrunde.

Ein weiteres Schmierenstück des akademisch-poststrukturellen Nudgings, Pardon, ein großer Meilenstein auf dem Weg zum wissenschaftlich bewiesenen Erkenntnisgewinn erreichte mich aus California. Ja, California und keineswegs Kalifornien, das habe ich gerade spontan so beschlossen, nachdem ich an Lukaschenko denken musste. Die Neuformulierung Californias folgt dem Schema Weißrussland vs Belarus und dem dahinterstehenden Prinzip, alleine schon begrifflich automatisch auch immer eine Botschaft in den Kopf des Lesers transportieren zu können. Kalifornien wird für mich weiterhin der alte Traumstaat bleiben, California auf der anderen Seite steht für das, was in etwa seit einem Jahrzehnt überall und auch dort losgebrochen ist.

Genau dieses Prinzip des dekonstruierten Beliebigkeitsdefinierens in Verbindung mit dem auch von Trippel-Chi angewandten Kausalitätenkorellats wandten die beiden Psychologen Daniel Rosenfeld and Janet Tomiyama von der Universität California an, als sie sich in einer Studie über fleisch(fr)essende Männer vornahmen. Dank teurer Office Programme können sie im Unterschied zu Trippel-Chi sogar mit total wissenschaftlich aussehenden Grafiken aufwarten, die im Design eines kühlen Minimalismus daherkommen, was eindeutig auf ein teures Apple Produkt im Labor schließen lässt und ihre Erkenntnisse gleich doppelt so seriös wirken lassen.

(Man beachte auch die elegante Schriftart…mhmmm; fast wie volles Haupthaar nach einer Pflegespülung von Garnier Fructis Createur d’Automobil.)

Trotz finanziell bester Ausstattung für die Studienverantwortlichen (man beachte dazu auch den Absatz „GRANTS“ in Janets CV) wünsche ich dennoch niemandem – vielleicht mit Ausnahme von Dianne Weinstein – eine Behandlung bei den beiden „californian“ Psychologen [ja, auch als Adjektiv wird kalifornisch ab sofort denglifiziert], wobei ich die Dekonstruktion der Umstände rund um die Studie an dieser Stelle jetzt dennoch abbrechen möchte, da nun doch hoffentlich selbst dem oberflächlichsten Leser bewusst wurde, wie gut ich die Diskursebene der postmodernen Perspektive einnehmend eine Dekonstruktion vornehmen kann – und zwar vorschriftsmäßig in verschachtelten Megaschlangensätzen mit gezielt eingestreuten Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die dem letzten Leser, der es bis hierhin geschafft hat, dann hoffentlich die Lust nehmen werden, sich auch den Rest durchzulesen, da ich feststellen musste, dass meine Leser mit fast sieben Minuten und nur zwei Klicks im Schnitt viel zu lange auf meinem Blog bleiben, sprich, offenbar intensiv mitlesen. Igitt!

Männer essen (bestimmte) Fleisch(-sorten), weil Männlichkeit

In der ebenfalls brühwarm von der Daily Mail nacherzählten Studie der beiden Californians wird der Frage nachgegangen, warum Männer Fleisch essen. Genau genommen geht es um „beef and chicken“, was sich übersetzt als „Rindfleisch und Hühnchen“, ich habe es extra nachgeschlagen. Andere Fleischsorten wie etwa Schwein, Lamm, Wild, Hase, Dachhase, Fisch, irgendwelche vietnamesische Leckereien oder – ganz aktuell – Fledermaus sind explizit nicht dabei. „No effects were observed for pork or fish consumption“, heißt es im Text etwas vage darüber. Warum dem so ist, verraten uns die beiden Autoren allerdings nicht. Es wird sicherlich einen guten, wenngleich akademisch vernachlässigenswerten Grund dafür geben.

Für ihre Studie haben sich die beiden Wissenschaftler aus California großes vorgenommen. Sie wollten herausfinden ob das Stereotyp, wonach Männer mehr Fleisch essen als Frauen mit der (sic!) Realität vereinbar sei und falls ja, warum dem so ist. Insgesamt 1.700 Erwachsene Californias haben sie dafür belästigt, wobei unbekannt ist, ob auch welche gefragt wurden, die zu der Zeit gerade am Koffer packen waren, um schleunigst aus California wegzukommen*, nachdem ihr altes Kalifornien vor die Hunde kam. Vermutlich nicht, denn die Antwort fiel überaus eindeutig aus.

(*Auch ganz witzig: Eine andere aktuelle Studie der UCLA kam gerade zum Schluss, dass es keineswegs einen Exodus aus dem Bundesstaat gäbe; liest sich wie ein DDR-Produktivitätsbericht anno 1988.)

Als Fazit kam die Studie zur Erkenntnis, dass Männer vor allem deswegen zu Rindfleisch und Hühnchen als Nahrungsmittel greifen, „weil sie sich dann männlich fühlen und es ihnen dabei hilft, sich ihrer Männlichkeit zu vergewissern“. Bei Frauen kommt dieses Verhalten laut Studie gar nicht vor, weswegen sie erheblich weniger Fleisch essen und daher auch viel eher zum Vegetarismus neigen. Ausschließlich bei Männern gibt es diese geschlechtliche Mentalität, sich über das Essen von Rindfleisch und Hühnchen seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen.

Keine explizite Empfehlung sprachen die beiden Autoren aus für eine Übernahme des Rindfleisch- und Hünchenrituals in den Kanon an Behandlungsempfehlungen für Transmänner (Biofrau → Mann). In Anbetracht der größeren Umstände würde mich das aber in keinster Weise verwundern. Wie bereits erwähnt wird auf andere Fleischsorten inhaltlich nicht weiter eingegangen, was vermuten lässt, dass an Rind und Hühnchen etwas dran sein muss, das es bei anderen Fleischarten nicht gibt. Vielleicht ist es der Knochen. Doch die Studie schweigt sich darüber leider eisern aus, wie auch zur Frage, warum das immer leicht schwül klingende Hühnchen assoziationsseitig nicht eigentlich kontraindikativ wirken müsste.

Schwach sogar unter postmodernen Annahmen

Leider bleibt die Studie selbst unter wohlwollender Betrachtungsweise aus der Perspektive des postmodernen Gagagedöns weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Eine interessante Nebeninfo beispielsweise, die mir bei der Recherche über den Bildschirm huschte ist diese Grafik aus einer (vermutlich Festland-)chinesisch-australischen Studie. Sie zeigt, wie Frauen in allen Altersgruppen weniger Fleisch essen als Männer mit der großen Ausnahme von Babys. Es lässt den Schluss zu, dass in Wahrheit nicht Hebammen, sondern die Kindergärtnerinnen und Eltern schuld sind am Geschlecht von Kindern und das Geschlecht von der Relation zwischen Kartotten- oder Rinderbrei bestimmt wird. Der Anstieg “nonbinärer” Menschen würde sich in diesem Muster über die Empfehlung zur Mischkost erklären. Irre, nicht wahr?

Die Rosenfeld-Tomiyama Koproduktion kommt überaus robust daher, um es freundlich zu formulieren. Dieses „Poultry“ aus der Grafik beispielsweise übersetzt sich als Geflügel, das, so die Aussage daraus, von Frauen zeitlebens in dem selben Maße vertilgt wird wie von Männern und das trotz geringeren Kalorienbedarfs. Aber womöglich ticken australische Frauen einfach anders in dem Sinne, als dass sie von einem natürlichen Drang hin zur Männlichkeit beseelt sind. Oder so ähnlich.

Man muss schon ein dickes Fell haben, um so etwas ernsthaft als wissenschaftliche Arbeit zu betreiben, oder seitens der akademischen Leitungsebene etwas derartigem grünes Licht zu geben. Als einziger Partei, der ich diese Studie durchgehen lassen würde, ist die Daily Mail. Denn die sind nur auf Klickfallen aus und wenn das nicht eine ist, was dann? Ich bin mir sicher, der Artikel wurde in der zugehörigen Szene rauf und runter verbreitet.

Die Szene wiederum ergibt sich aus dem Titel der Studie: „Gender differences in meat consumption and openness to vegetarianism“, oder auf gut Deutsch: „Genderunterschiede beim Fleischkonsum und der Offenheit gegenüber dem Vegetariertum“. Mit Gender als Stichwort glätten sich dann auch letzten Falten in der Stirn und weichen dem unguten Wissen, dass dieses Stichwort immer genau dann fällt, wenn in der Folge von sämtlichen biologischen Faktoren abstrahiert wird. Folgerichtig findet sich daher kein einziges Mal auf den acht mit Kleinschrift bedruckten Seiten der Studie das sonst im Kontext ach so eminente Wörtchen „calories“. Von „taste“ ganz zu schweigen.

Denn will ich als Mann meine Männlichkeit unter Beweis stellen, und da mag ich ein Außenseiter sein, dann benötige ich erst danach das Fleisch (und dazu vielleicht ein Bier), um meine Batterien wieder aufzufüllen. Als Vegetarier wäre ich da nur stundenlang am Essen und am Ende dennoch nicht satt. Gleich hinter dem Nährwert steht bei mir die Geschmackspreisleistung. Hier schneidet in der Regel Rind besser ab, die wenigsten Schnitzelgerichte können in der gehobenen Preisklasse mit Rindersteaks mithalten.

Daniel Rosenfeld als einem der beiden Co-Autoren sieht man es dabei gar nicht an, dass er zu jener Sorte Milchgesicht jüngeren Datums gehört, denen schon der physische Ansatz dafür fehlt, um wenigstens auf praktischer Ebene schon einmal die Alternativhypothese durchlebt zu haben. Sie hätte es ansonsten mit Sicherheit in die Studie schaffen müssen. Wobei, vielleicht hat er ganz einfach noch nie in seinem Leben Fleisch gegessen. Die Hippiebewegung als Frucht der umfassenden Wohlstandsgesellschaft ist inzwischen drei Generationen alt. Möglicherweise hat ihm seine Mutter von früh an den Ekel vor Fleisch eingeimpft. Es wäre nicht anders als bei Muslimen, die selbst nach Ablegen ihrer Religion kein Schweinefleisch essen können. Etwas derartiges zu berücksichtigen wäre für Herrn Rosenfeld aber wahrscheinlich zu hoch.

Hochpotentes Ideologengaga

Erkenntnisgewinn im klassischen Sinn, lässt sich feststellen, war gar nicht der Zweck dieser Studie, das hätte es nur im alten Kalifornien gegeben. Vielmehr wollten die beiden betüttelten Californians herausfinden, an welchem Hebel man ansetzen muss, um Männer um des Klimas Willen zu Vegetarierern zu machen. Dank der totalen ideologischen Verbohrtheit ist ihre Antwort denn auch simpel, um nicht zu sagen banal: An der traditionellen Männlichkeit liegt es! Sie muss dekonstruiert werden, damit Männer nicht mehr meinen, sich männlich fühlen zu müssen. Dann erst, aber genau dann lassen sie sich zu Vegetariern umschulen. Die Antwort und die Methode dahinter sind so grenzdebil, dass mir die Superlative fehlen, um das noch akkurat ausdrücken zu können.

Es ist ein reines Ideologengaga im Gewand der Wissenschaftlichkeit. Hochdekoriert, bestens finanziert und sicherlich stets mit dem direkten Zugang zu einem offenen Ohr in der Politik und anderen Weltrettungsinstitutionen. Ich würde mich wirklich wundern, sollte die Studie in deutschgrünen Parteikreisen weiterhin unbekannt sein. Mit das beste an der Studie ist noch, dass dieser Dreck gleich zwei(!) Förderbeiträgen von der Nationalen Wissenschaftsstiftung in den USA unterstützt wurde. Der Grund ist vermutlich, dass gleich zwei Deppen ihre Zeit damit verschwenden konnten.

Das meines Erachtens allerbeste an der Studie aber ist die „Declaration of competing interests“. Darin teilen die Studienersteller den Lesern mit, ob irgendwelche Interessenkonflikte bestanden, die das Ergebnis verzerren könnten. Ihre Antwort: None, nada, nichts! Fehlende Latten am Zaun sind leider noch immer kein quantifizierbares Kriterium. Mit dieser Sorte Psychologen wird es absehbar auch nicht mehr dazu kommen. Eher noch ließe sich durchsetzen, dass in Studien auch die Religionszugehörigkeit der Verfasser mit angegeben werden muss. In diesem Fall wäre es vermutlich etwas in die Richtung Kulturökomarxismus.

Der Schwenk nach China

„… und so begab sich alsbald, dass den drei Königinnen ein roter Stern am Firmament erschien, der ihre Streitereien über diverse Hautfarben, fallende Haarprachten und das Tagewerk des politkorrekten Nudging herrschaftlich überstrahlte und hernach vergessen ließ.“

In etwa so stelle ich mir vor, könnte es bald in der Bibel stehen, sobald die KP-China damit fertig ist. Jedenfalls stellt sich bei immer wieder das Gefühl eines beginnenden Regens ein, wenn ich die Nachrichtenlage des Tages durchgehe. Immer mal wieder tröpfelt es mir fast unmerklich zwischen die Ohren, wenn ich etwas neues über Aktivitäten lese, die (mutmaßlich) von Peking aus gesteuert werden. Genau dann wird mir klar, wie sich das globale Spiel um Macht und Einfluss auf allen Ebenen in den kommenden Jahren entwickeln wird. Es hinterlässt bei mir das Gefühl, dass bald schon ein Platzregen in dieser Hinsicht eintreten wird.

Martin Armstrong hat schon vor längerer Zeit prognostiziert, dass Rotchina nicht deswegen zur Weltmacht Nummer Eins aufsteigen wird, weil sie so viel besser sind als der Rest. Vielmehr wird es im Rest der Welt ganz einfach nur so chaotisch werden, dass auf das internationale Anlagekapital und damit letztlich auch die Wissens- und die Leistungsträger dieser Welt, Peking als der letzte relevante Hort aus Ruhe und Ordnung wirken wird.

Genau so, wie sich der Schwerpunkt sich ins Reich der Mitte verschieben wird, werden wir bald auch die Standards von dort übernehmen. Politisch ist unsere Obrigkeit schon fleißig am tüfteln. Wirtschaftlich wiederum geht der Ausverkauf nur deswegen nicht mehr unvermindert weiter, weil das meiste – darunter die Perlen Daimler, Kuka und Putzmeister etc – schon weg ist. Auch im kulturellen Bereich, den Deutschland bis in die jüngere Vergangenheit vor allem im Bereich des Autodesigns international prägen konnte, sind inzwischen chinesische Geschmackspräferenzen in einer Weise dominant geworden, dass mir seit 2002 kein einziges deutsches Auto mehr gefällt.

Rotchina als weißer Ritter des Wissenschaftsbetriebs

Schließlich lässt sich auch an einer Hand ohne Finger abzählen, was mit dem universitären Dünnpfiff passieren wird, sobald Peking wie in allen Bereichen auch im wissenschaftlichen global die Standards vorgeben wird. Sie werden die unterbelichtete Dekadenzdeppenriege einfach in der ein oder anderen Weise wegwischen. Sei dies durch rigorose wissenschaftliche Standards mit der Folge einer dramatischen Abstiegs westlicher Universitäten, oder über das Abwerben der noch wenigen Fähigen mit der Folge eines Bankrotts und dem nachfolgendem Neuaufbau westlicher Universitäten, oder es wird sonst ein Winkelzug sein, mit dem Peking dem akademischen Postmodernismus den Sauerstoff rauben wird.

Wer weiß, vielleicht wendet Peking auch den alten Trick der Überschwemmung des Marktes an, um ihn dann komplett zu übernehmen, wie es in zahlreichen Wirtschaftssektoren passiert ist. Es sollte keine große Aufgabe darstellen, die eignen Hochschulen vorübergehend das hundertfache an billigem Dünnpfiff produzieren zu lassen (ich stelle mich gerne zur Verfügung), so dass die westliche Konkurrenz unter der schieren Masse an Konkurrenzmaterial begraben wird. Sobald die alte Garde dann aus dem Rennen ist und sie die Lufthoheit über die wissenschaftlichen Standards verloren hat, kann ungestört der in Peking kalibrierte Monopolpreis angepeilt werden. Im wissenschaftlichen Sinn muss das kein schlechtes Zeichen sein. Man sollte sich in diesem Fall dann vielleicht von der Politikwissenschaft fernhalten, was aber nicht allzu schwer sein dürfte in Anbetracht der derzeitigen Toxizität dieser Fachrichtung.

So, oder so, die Aussichten stehen gut, dass mit dem großen Einstieg Chinas in den globalen Wissenschaftsmarkt sämtliche Billiganbieter für Gefühlskorrelationen aus dem Markt gefegt werden. Und ist es nicht genau das, was wir gerne hätten? China übernimmt das Ruder und mag als Preis vielleicht den Treueschwur auf die KP zur Pflicht erklären und auch die Talentiertesten abschöpfen wie einst die Efeuliga der USA. Doch im Gegenzug bekommen wir wenigstens eine taugliche Wissenschaft zurück, deren Mittelbau wieder in der Lage sein wird, für ihr Geld ordentliche Ergebnisse zu produzieren. Ich gebe zu, dieser Kompromiss klingt für mich besser, als er es sollte.

Zitronenmarkt mit Bodenbildung

Auf diesen Gedanken gekommen bin ich, nachdem mir dieser Artikel über den Bildschirm gehuscht ist. Darin äußern sich besorgte Professoren an Universitäten weltweit über ihren Eindruck, dass Peking systematisch dabei ist, Agenten in ihren Wissenschaftsbetrieben zu installieren. Das kann gut sein, Chinas Bildungssystem ist rigoros und schafft dennoch Überkapazitäten. Ebenso ist es quantitativ mindestens so groß wie die Systeme Europas und Nordamerikas zusammen. Beides in Kombination mit der kommunistischen Klammer um die Absolventen herum legt nahe, dass Peking sehr gut versuchen könnte, sämtliche Hochschulen der Welt mit abhängigen und hörigen Wissenschaftlern zu durchsetzen. Dennoch sollte ich vielleicht als Triggerwarnung anfügen, dass es sich bei dieser Vermutung per Stand 8. Juli 2021 noch um eine Verschwörungstheorie handelt.

Diese Agenten hätten es denkbar einfach. Denn wem bekannt ist, worin sein Ziel besteht und was von ihm gefordert wird, der kann entsprechend zielgenau liefern. Trifft ein mit Fleiß und Intelligenz ausgestatteter Infiltrator dann auf einen in der obigen Weise zersetzten Betrieb, der nur noch Gaga zu produzieren in der Lage ist , dann wird der schnelle Aufstieg fast schon zwangsläufig. Von ganz oben wird es dem Infiltrator dank des Rückenwinds aus der Heimat in der Folge ein leichtes sein, die notwendigen Hebel so zu stellen, dass die Zitronenauslese aufhört, während die Besten unter dem Nachwuchs einen Wink in Richtung China erhalten.

Eines darf man nämlich nicht vergessen bei der KPCh. In ihrem globalen Herrschaftsanspruch stört sie sich in keinster Weise an Leistungen durch Dritte. Es darf lediglich nicht gegen ihren Strich sein und sie muss mit als erstes davon profitieren können. Unproduktive Universitäten, die weiterhin nur Kritische Theorie und sonstige Revolutionen ausbrüten, sind in diesem Kalkül nur schädlich. Jury Bezmenov beschrieb diesen Endpunkt im kommunistischen Übernahmehandbuch sehr deutlich.

Das Fazit ist daher kein positives. Denn so erschütternd es klingt, aber der wohl gangbarste, wenn nicht einzige Weg, die Zersetzung des Wissenschaftsbetriebs zu beenden wird wohl darin liegen, diesen für eine Weile in das Säurebad kommunistischer Herrschaft zu tauchen. Unter China als dem neuen globalen Hegemon wird einiges auf der Welt schlimmer werden als es ist. Doch wenigstens besteht die Aussicht darauf, dass die ganz schlimmen Momente ausbleiben werden. Dies vielleicht sogar in California und dort eventuell sogar zuallererst.

Zum weiteren Schicksal von Trippel-Chi nach der absehbaren Heimholung Taiwans in das Rote Riesenreich darf sich abschließend jeder selbst ein paar Gedanken machen.

Quelle Titelbild 1, 2, Tschechenkabinett, Agassi 1, 2, 3, Bremer Stadtmusikanten, Dusselige Kuh, Jägerschnitzel, Steak von Katha Kocht, KP-Jesus, ZK-Foto,

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