Der zweite offene Brief französischer Soldaten an Präsident Macron im Wortlaut

Der zweite offene Brief französischer Soldaten an Präsident Macron im Wortlaut

Die Suchmaschinen sind heute sehr schnell beim Abschneiden des Informationsflusses. Daher hat es etwas gedauert, bis ich mich zur Primärquelle mit dem zweiten Offenen Brief durch aktive französische Soldaten an die Politik durchgegraben hatte. Der Brief wurde wieder bei Valeurs Actuelles veröffentlicht, wobei es dieses Mal für Bürger offen stehen soll, diesen zu unterschreiben. Über die Unterzeichner im aktiven Dienst ist nichts bekannt, da sie aufgrund der angedrohten Sanktionen anonym bleiben mussten. Ich nehme an, dass dem Magazin die Namen bekannt sind. Bei der Übersetzung des Briefs habe ich mein bestes gegeben, kann aber nicht garantieren, dass alles so passt wie es ist. Vielleicht können die Französischexperten unter den Lesern weiterhelfen.

 

Herr Präsident der Republik, meine Damen und Herren, Minister, Abgeordnete und Generäle

 

Die siebte als „Kindervers“ bekannte Strophe der Marseillaise singen wir heute nicht mehr. Dennoch ist sie reich an Lektionen. Daher möchten wir uns darauf berufen, bevor wir zu viele Worte verlieren:

„Wir werden des Lebens Weg weiter beschreiten, denn die Älteren nicht mehr da sein werden. Wir werden dort ihren Staub und ihrer Tugenden Spur finden. Eher ihren Sarg teilen, als sie überleben wollen. Werden wir mit erhabenem Stolz Sie rächen oder ihnen folgen..“

Unsere Alten haben es verdient, respektiert zu werden. Darunter fallen auch jene alten Soldaten, deren Ehre Sie in den letzten Wochen mit Füßen getreten haben. Es handelt sich bei ihnen um tausende Diener Frankreichs, die ihren gesunden Menschenverstand bedient haben und den Brief unterzeichnet haben. Sie sind Soldaten, die ihr Bestes gaben, um unsere Freiheit zu verteidigen, Ihren Befehlen zu gehorchen, Ihre Kriege zu führen oder Ihre Budgetbeschränkungen umzusetzen, und die Sie erniedrigt haben, während sich das französische Volk hinter sie stellte.

Diese Menschen, die gegen alle Feinde Frankreichs gekämpft haben, haben Sie herabgewürdigt, obwohl ihre einzige Schuld darin besteht, ihr Land zu lieben und um dessen sichtbaren Untergang zu trauern.

Unter diesen Bedingungen liegt es an uns, die wir in jüngerer Zeit Soldaten wurden, in die Mitte zu treten und die Ehre auf uns zu nehmen, die Wahrheit auszusprechen.

Wir sind jene, die von den Zeitungen als „die Generation des Feuers“ bezeichnet wird. Wir sind Männer und Frauen, aktive Soldaten, aller Teilstreitkräfte und aller Ränge und auch aller Herkünfte, und wir lieben unser Land. Das ist der einzige Grund für unseren Ruhm. Und obwohl uns per Gesetz verboten wurde, offen zu sprechen, ist es für uns genauso unmöglich, schweigsam zu bleiben.

In Afghanistan, Mali, der Zentralafrikanischen Republik oder an anderen Orten haben einige von uns das feindliche Feuer erlebt. Einige mussten dort ihre Kameraden zurücklassen. Sie gaben ihr Leben, um den Islamismus zu zerstören, dem Sie auf unserem Heimatboden Zugeständnisse machen.

Fast alle von uns kennen die Operation Sentinel. Wir haben mit eigenen Augen die heruntergekommenen Vororte gesehen, die Kriminellen als Rückzugsort dienen. Wir haben erduldet, wie verschiedene Religionsgemeinschaften eine Vorzugsbehandlung erhielten, obwohl Frankreich für sie nichts bedeutet – also nichts, außer ein Objekt für Sarkasmus, Verachtung oder sogar Hass.

Wir marschierten bei der Parade am Nationalfeiertag. Uns begegnete eine wohlwollende und vielfältige Menge, die uns anerkannte, weil wir die Verkörperung der Nation sind, aber dennoch wurde uns monatelang davor verboten, uns in der Öffentlichkeit in Uniform zu zeigen, weil wir uns dadurch zu potenziellen Opfern in unserem eigenen Land machen könnten, obwohl wir dazu fähig wären, unser Land zu verteidigen.

Ja, wir geben unseren Ältesten in der Gesamtheit ihrer Ausführungen Recht. Wir sehen die Gewalt in unseren Städten und Gemeinden. Wir sehen, wie der öffentliche Raum und die öffentliche Debatte immer stärker verwahrlost. Wir sehen, dass der Hass auf Frankreich und seine Geschichte zur Norm wird.

Es kann nicht sein, dass von Seiten des Militärs derartige Aussagen kommen, werden Sie einwenden. Doch ganz im Gegenteil: Weil wir die Situation unpolitisch einschätzen, handelt es sich um eine professionelle Beobachtung, die wir liefern. Weil wir diesen Niedergang in vielen Ländern mit einer Krise gesehen haben. Es geht den Zusammenbruch, der vor uns liegt. Wir sehen Chaos und Gewalt auf uns zukommen und im Gegensatz zu dem, was Sie gerne behaupten, werden Chaos und Gewalt nicht von einem militärischen Putsch herrühren, sondern von einem zivilen Aufstand.

Nur Feiglinge würden öffentlich über die Art und Weise zu streiten beginnen, wie sich unsere Ältesten zu Wort gemeldet haben, um dadurch vermeiden zu können, die Offensichtlichkeit ihrer Einschätzungen anerkennen zu müssen. Nur Betrüger würden sich auf die Pflicht zur Zurückhaltung für Soldaten berufen, da es lediglich und in voller Absicht dazu dient, französische Bürger zum Schweigen zu bringen. Nur Perverse würden ranghohe Offiziere der Armee dazu ermutigen, öffentlich ihre Meinung zu sagen und sich zu exponieren, nur um sie dann wutentbrannd zu sanktionieren, sobald sie etwas anderes als nur Kriegsgeschichten erzählen.

Feigheit, Betrug, Perversion: So stellen wir uns die militärische Hierarchie nicht vor. Im Gegenteil, die Armee ist schlechthin der Ort, an dem wir ehrlich miteinander umgehen, denn unser Leben hängt davon ab. Was wir daher einfordern ist Vertrauen in die militärische Institution.

Ja, wenn ein Bürgerkrieg ausbricht, dann wird die Armee die Ordnung auf dem eigenen Territorium wieder herstellen, weil es ihre Aufgabe ist. Es ist sogar die Definition von Bürgerkrieg. Niemand kann eine so schreckliche Situation wollen, unsere Ältesten nicht mehr als wir, aber ja, in Frankreich braut sich wieder Bürgerkrieg zusammen, und Sie wissen es genau.

Der Alarmruf unserer Ältesten hat hiermit ein Echo erhalten. Unsere Ältesten sind die Widerstandskämpfer von 1940, auf die sich Leute wie Sie gerne beziehen, da sie den Kampf weiter fortsetzten, während die Legalisten von Angst überwältigt mit dem Ziel der Schadensbegrenzung bereits Zugeständnisse an das Böse machten; sie sind die Soldaten des Ersten Weltkriegs, die für ein paar Meter Land ihr Leben gaben, während Sie ohne mit der Wimper zu zucken ganze Landstriche dem Recht des Stärkeren überlassen; unsere Ältesten sind alle Toten, ob berühmt oder nicht, die an der Front oder nach einem Leben im Dienste Frankreichs gefallen sind.

All unsere Ältesten, die unser Land zu dem gemacht haben, was es heute ist, die sein Territorium gestaltet, seine Kultur verteidigt, Befehle in seiner Sprache gegeben oder empfangen haben, gaben ihr Leben nicht dafür, nur damit Sie Frankreich zu einem Failed State verkommen lassen können und auch nicht dafür, dass Sie eine immer brutalere Tyrannei gegen jene im Dienste Frankreichs errichten können, die noch etwas dagegen sagen.

Werden Sie aktiv, meine Damen und Herren. Diesmal geht es nicht um Emotionen auf Knopfdruck, um vorgefertigte Formulierung oder um Medienberichterstattung. Es geht nicht darum, Ihre Wahl oder Wiederwahl zu sichern. Es geht um das Überleben unseres Landes, Ihres Landes.

 

Monsieur le Président de la République, Mesdames et Messieurs les ministres, parlementaires, officiers généraux, en vos grades et qualités

 

On ne chante plus le septième couplet de la Marseillaise, dit « couplet des enfants ». Il est pourtant riche d’enseignements. Laissons-lui le soin de nous les prodiguer :

« Nous entrerons dans la carrière quand nos aînés n’y seront plus. Nous y trouverons leur poussière, et la trace de leurs vertus. Bien moins jaloux de leur survivre que de partager leur cercueil, nous aurons le sublime orgueil de les venger ou de les suivre »

Nos aînés, ce sont des combattants qui ont mérité qu’on les respecte. Ce sont par exemple les vieux soldats dont vous avez piétiné l’honneur ces dernières semaines. Ce sont ces milliers de serviteurs de la France, signataires d’une tribune de simple bon sens, des soldats qui ont donné leurs plus belles années pour défendre notre liberté, obéissant à vos ordres, pour faire vos guerres ou mettre en œuvre vos restrictions budgétaires, que vous avez salis alors que le peuple de France les soutenait.
Ces gens qui ont lutté contre tous les ennemis de la France, vous les avez traités de factieux alors que leur seul tort est d’aimer leur pays et de pleurer sa visible déchéance.

Dans ces conditions, c’est à nous, qui sommes récemment entrés dans la carrière, d’entrer dans l’arène pour avoir simplement l’honneur d’y dire la vérité.

Nous sommes de ce que les journaux ont nommé « la génération du feu ». Hommes et femmes, militaires en activité, de toutes les armées et de tous les grades, de toutes les sensibilités, nous aimons notre pays. Ce sont nos seuls titres de gloire. Et si nous ne pouvons pas, réglementairement, nous exprimer à visage découvert, il nous est tout aussi impossible de nous taire.

Afghanistan, Mali, Centrafrique ou ailleurs, un certain nombre d’entre nous ont connu le feu ennemi. Certains y ont laissé des camarades. Ils ont offert leur peau pour détruire l’islamisme auquel vous faites des concessions sur notre sol.

Presque tous, nous avons connu l’opération Sentinelle. Nous y avons vu de nos yeux les banlieues abandonnées, les accommodements avec la délinquance. Nous avons subi les tentatives d’instrumentalisation de plusieurs communautés religieuses, pour qui la France ne signifie rien -rien qu’un objet de sarcasmes, de mépris voire de haine.

Nous avons défilé le 14 juillet. Et cette foule bienveillante et diverse, qui nous acclamait parce que nous en sommes l’émanation, on nous a demandé de nous en méfier pendant des mois, en nous interdisant de circuler en uniforme, en faisant de nous des victimes en puissance, sur un sol que nous sommes pourtant capables de défendre.

Oui, nos aînés ont raison sur le fond de leur texte, dans sa totalité. Nous voyons la violence dans nos villes et villages. Nous voyons le communautarisme s’installer dans l’espace public, dans le débat public. Nous voyons la haine de la France et de son histoire devenir la norme.

Ce n’est peut-être pas à des militaires de dire cela, arguerez-vous. Bien au contraire : parce que nous sommes apolitiques dans nos appréciations de situation, c’est un constat professionnel que nous livrons. Car cette déchéance, nous l’avons vue dans bien des pays en crise. Elle précède l’effondrement. Elle annonce le chaos et la violence, et contrairement à ce que vous affirmez ici où là, ce chaos et cette violence ne viendront pas d’un « pronunciamento militaire » mais d’une insurrection civile.

Pour ergoter sur la forme de la tribune de nos aînés au lieu de reconnaître l’évidence de leurs constats, il faut être bien lâche. Pour invoquer un devoir de réserve mal interprété dans le but de faire taire des citoyens français, il faut être bien fourbe. Pour encourager les cadres dirigeants de l’armée à prendre position et à s’exposer, avant de les sanctionner rageusement dès qu’ils écrivent autre chose que des récits de batailles, il faut être bien pervers.

Lâcheté, fourberie, perversion : telle n’est pas notre vision de la hiérarchie.
L’armée est au contraire, par excellence, le lieu où l’on se parle vrai parce que l’on engage sa vie. C’est cette confiance en l’institution militaire que nous appelons de nos vœux.

Oui, si une guerre civile éclate, l’armée maintiendra l’ordre sur son propre sol, parce qu’on le lui demandera. C’est même la définition de la guerre civile. Personne ne peut vouloir une situation aussi terrible, nos aînés pas plus que nous, mais oui, de nouveau, la guerre civile couve en France et vous le savez parfaitement.

Le cri d’alarme de nos Anciens renvoie enfin à de plus lointains échos. Nos aînés, ce sont les résistants de 1940, que, bien souvent, des gens comme vous traitaient de factieux, et qui ont continué le combat pendant que les légalistes, transis de peur, misaient déjà sur les concessions avec le mal pour limiter les dégâts ; ce sont les poilus de 14, qui mouraient pour quelques mètres de terre, alors que vous abandonnez, sans réagir, des quartiers entiers de notre pays à la loi du plus fort; ce sont tous les morts, célèbres ou anonymes, tombés au front ou après une vie de service.

Tous nos aînés, ceux qui ont fait de notre pays ce qu’il est, qui ont dessiné son territoire, défendu sa culture, donné ou reçu des ordres dans sa langue, ont-ils combattu pour que vous laissiez la France devenir un Etat failli, qui remplace son impuissance régalienne de plus en plus patente par une tyrannie brutale contre ceux de ses serviteurs qui veulent encore l’avertir ?

Agissez, Mesdames et Messieurs. Il ne s’agit pas, cette fois,  d’émotion sur commande, de formules toutes faites ou de médiatisation. Il ne s’agit pas de prolonger vos mandats ou d’en conquérir d’autres. Il s’agit de la survie de notre pays, de votre pays.–

Quelle Titelbild

Bloggerei.de
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