Dissens ist Extremismus: Der globale Totalitarismus formiert sich

Gunnar Kaiser führte kürzlich ein sehr sehenswertes Interview mit dem Schriftsteller CJ Hopkins. Leider führten sie es auf Englisch, doch er hat inzwischen auf seinem Blog Consent Factory nachgelegt und seine beim Interview vertretenen Ansichten zu Corona und der derzeitigen politischen Marschrichtung in schriftlicher Form nachgereicht. Leider hat er das auch auf Englisch getan, daher im folgenden die Übersetzung seiner Gedanken.

 

CJ Hopkins: Die Kriminalisierung von Dissens

 

Eines der Markenzeichen totalitärer Systeme ist die Kriminalisierung von Dissens. Die Stigmatisierung und Dämonisierung von Andersdenkenden reicht ihnen nicht aus, vielmehr werden Andersdenkende und jede andere Art von Widerspruch zur offiziellen Ideologie des totalitären Systems als kriminelle Taten erfasst. Der globale Kapitalismus hat sich seit geraumer Zeit auf diesen Schritt zubewegt, und nun ist er offenbar bereit, ihn zu vollziehen.

Deutschland hat es vorgemacht. Seit über einem Jahr wird jeder, der die „Covid-Notmaßnahmen“ oder das offizielle Covid-19-Narrativ in Frage stellt oder dagegen protestiert, von der Regierung und den Medien dämonisiert, während – traurigerweise, aber nicht völlig unerwartet – die Mehrheit der deutschen Öffentlichkeit zustimmt. Jetzt sind sie den nächsten Schritt gegangen und haben derartigen Dissens offiziell als „Extremismus“ eingestuft.

Ja, richtig. Im „Neuen Normal“ Deutschlands ist jeder, der von der offiziellen Staatsideologie abweicht, nun offiziell ein gefährlicher „Extremist“. Der deutsche Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz (der „BfV“) hat sogar speziell eine neue Kategorie von „Extremisten“ erfunden, um dadurch ganz legal jeden zu überwachen, der im Verdacht steht, „antidemokratisch zu sein und/oder den Staat in einer Weise zu delegitimieren, welche die Sicherheit gefährdet“, wie etwa wenn sie… man kennt es… gewaltfrei protestieren oder sich gegen das sogenannte „Neue Normal“ aussprechen, dieses kritisieren oder persiflieren.

Natürlich bin ich ein wenig beunruhigt, da ich mich an den meisten dieser „extremistischen“ Aktivitäten beteiligt habe. Meine Gedankenverbrechen sind im Internet gespeichert und warten nur darauf, vom BfV unter die Lupe genommen zu werden. Wahrscheinlich sind sie in diesem Moment gerade dabei, diese Kolumne unter die Lupe zu nehmen, um eine Liste mit den Namen ihrer Leser zu erstellen, damit sie diese verknüpfen können mit deren Freunden bei Facebook, ihren Followern bei Twitter, ihren Arbeitskollegen, Freunden, Familienmitgliedern und generell allen, die sie möglicherweise schon einmal getroffen oder beiläufig erwähnt haben, sollte der Verdacht bestehen, dass sie schon einmal ein ähnliches Gedankenverbrechen begangen haben könnten.

Sie denken wahrscheinlich, ich mache Witze, nicht wahr? Nein, das ist kein Witz. Nicht einmal ansatzweise. Das Bundesamt für Verfassungsschutz überwacht aktiv jeden, der die offizielle Ideologie des „Neuen Normal“ in Frage stellt oder sich ihr entgegenstellt: Alle „Coronaleugner“, „Verschwörungstheoretiker“, „Impfskeptiker“, diese gefürchteten „Querdenker“ und jeden anderen, der sich einer Unterwerfung unter den Kult von Covid verweigert. Wir sind jetzt offizielle Staatsfeinde, nicht anders als alle anderen „Terroristen“. Wobei, technisch gesehen sind wir schon ein bisschen anders.

In der letzten Woche berichtete die New York Times unter dem Titel „Deutscher Geheimdienst stellt Coronaleugner unter Beobachtung“: „Die von den Coronaleugnern und Verschwörungstheoretikern ausgehende Gefahr ist nicht die selbe, die von den üblichen politisch motivierten Gruppen ausgeht, wie etwa Links- und Rechtsextremisten oder auch islamischen Extremisten.“ Dennoch haben wir diabolischen „Coronaleugner“, „Verschwörungstheoretiker“ und „Impfskeptiker“ laut dem deutschen Innenministerium „den Staat selbst, seine politischen Spitzen, Unternehmen, die Presse und den Globalismus ins Visier genommen“ und mit diesem Motiv „Polizeibeamte angegriffen“ und „zivile Behörden herausgefordert“.

Darüber hinaus sind die „coronaleugnenden“ Aufständischen im August 2020 in einer Art Generalprobe für ihren „Sturm auf das Kapitol“ (sprich, den Reichstag) die „Stufen des Parlaments empor geklettert“. Natürlich vergaß die New York Times zu erwähnen, dass dieser so genannte „Sturm auf den Reichstag“ von einer kleinen Untergruppe von Demonstranten durchgeführt wurde (die nichts mit der großen und völlig friedlichen Hauptdemonstration zu tun hatte) und denen die deutschen Behörden die Erlaubnis erteilten, sich auf den Stufen des Reichstags zu versammeln, welche die deutsche Polizei aus irgendeinem Grund völlig unbewacht ließ. Angesichts des Hintergrunds der Person, denen die deutschen Behörden diese Demonstration an der „Reichstagstreppe“ erteilten – es war ein bekannter ehemaliger NPD-Funktionär, mit anderen Worten, ein Neonazi – nun, die ganze Sache erschien mir von Beginn an ein wenig fragwürdig. Aber was weiß ich schon. Ich bin ja nur ein „Verschwörungstheoretiker“.

Laut Al Jazeera erklärte das deutsche Innenministerium, dass diese querdenkenden „Extremisten ihre Anhänger dazu ermutigen, offizielle Anordnungen zu ignorieren und das staatliche Gewaltmonopol herauszufordern“. Ernsthaft, können Sie sich etwas Gefährlicheres vorstellen? Das gedankenlose Befolgen von Befehlen und das Durchsetzen des staatlichen Gewaltmonopols sind bekanntlich die Grundpfeiler einer modernen Demokratie – oder zumindest einer bekannten Art von politischem System.

Just mit diesem Gedanken bin ich aber schon wieder „antidemokratisch“ und „delegitimiere den Staat“, ganz zu schweigen von der „Relativierung des Holocausts“ (auch ein Straftatbestand in Deutschland), da ich ein totalitäres System mit einem anderen vergleiche. In dieser Hinsicht bin ich Wiederholungstäter, da ich dies mehrmals schon in den sozialen Medien getan habe und auch in einer Kolumne vom November 2020, nachdem der Bundestag das „Infektionsschutzgesetz“ verabschiedete, das in keinster Weise mit dem „Ermächtigungsgesetz von 1933“ vergleichbar ist.

Diese Geschichte geht natürlich weit über Deutschland hinaus. Wie ich im Februar in einer Kolumne berichtete, ist der der Krieg des „Neuen Normal“ gegen den inländischen Terror ein globaler Krieg, und er hat gerade erst begonnen. Laut einem Bericht des US-Heimatschutzministeriums (und sekundiert von der „liberalen“ Konzernmedienpropagandamaschine) bleibt die „Demokratie“ unter unmittelbar bedroht durch „ideologisch motivierte gewalttätige Extremisten, die sich gegen die Ausübung der staatlichen Autorität stellen“ und sich berufen auf „Missstände, die durch falsche Narrative angeheizt werden“, einschließlich der „Wut über Coronabeschränkungen“.

Diese coronaleugnenden „gewalttätigen Extremisten“ haben sich offenbar verbündet mit den rassistischen, russlandhörigen, Trump verliebten Putin-Nazis, die vier Jahre lang die „Demokratie“ terrorissieren konnten und beinahe den amerikanischen Staat gestürzt haben, als sie ohne Erlaubnis im US-Kapitolgebäude herumgelaufen sind, sich mit der Polizei prügelten, Möbel entwendeten und sich allgemein unhöflich und widerspenstig verhielten. Entgegen der Verlautbarungen der Mainstream Medien haben sie zwar niemanden getötet, aber das unbefugte Betreten eines Regierungsgebäudes und das Hochlegen der Füße auf einen Politikerschreibtische ist trotzdem so ziemlich genau dasselbe wie „Terrorismus“.

Oder was auch immer. Die Wahrheit um die Umstände zählen nicht wirklich, wenn es darum geht, eine Massenhysterie zu erzeugen mit Hilfe von imaginären „russischen Vermögenswerten“, „Milizen bestehend aus weißen Herrenrassisten“, „coronaleugnenden Extremisten“, „impfskeptischen Terroristen“ und sonstigen „apokalyptischen Plagen“. Wer gerade eine neue offizielle Ideologie verankern will – eine pathologisch-totalitäre Ideologie, um genau zu sein – und für deren erfolgreiche Implementierung jeden Dissens kriminalisieren muss, für den hat Sachlichkeit keine Priorität. Es geht nur darum, die Leute zu terrorisieren.

Wie meinte Hermann Göring einmal zur Frage, wie man ein Land dazu bringen kann, in den Krieg zu ziehen (wobei das Prinzip für jede große Transformation gilt, wie wir sie derzeit erleben):

„Das Volk kann immer dazu gebracht werden, seinen Führern zu gehorchen. Das ist einfach. Man muss ihnen nur sagen, dass sie angegriffen werden, und den Pazifisten mangelnden Patriotismus vorwerfen, mit dem sie das Land in Gefahr bringen.“

Gehen Sie noch einmal ganz nach oben im Text und vergegenwärtigen Sie sich in Ruhe noch einmal die Aussagen des deutschen Innenministeriums und des US-Heimatschutzministeriums. Ihre darin vermittelte Botschaft ist unmissverständlich klar. Sie mag zwar alles andere als neu erscheinen, doch sie ist es. Zwar sagen uns schon seit zwanzig Jahren, dass „wir angegriffen werden“, während unter diesem Vorwand Kritiker, Demonstranten und Dissidenten denunziert werden (d.h. seit dem Beginn des Krieges gegen den Terror im Jahr 2001 und in den letzten vier Jahren in ihrem Krieg gegen den Populismus). Doch die Aussagen öffnen eine neue Ebene in diesem Spiel.Alle bislang alleine stehenden offiziellen Narrative, die jeweils gegen einen eigenen offiziellen Feind gerichtet waren, wurden verschmolzen zu einem einzigen, aggregierten offiziellen Narrativ, in dem auch der Dissens selbst mit inbegriffen ist.

Der Dissens wird kriminalisiert, oder er wird pathologisiert. Ernsthaft, gehen Sie noch einmal nach oben und lesen Sie diese Zitate. Es ist so.

Regierungen, die dem globalen Kapitalismus hörig sind und deren Konzernmedien sagen uns in unmissverständlichen Worten, dass „Einwände gegen ihre Autorität“ nicht länger toleriert werden, was auch für Dissens zu ihren offiziellen Darstellungen gilt. Jeder Dissens wird automatisch als „gefährlich“ und vor allem als „falsch“ hingestellt. Weder wird man sich künftig noch mit Dissens beschäftigen, noch von der Annahme ausgehen, dass dieser auf rationalen Annahmen beruhen könnte. Sie werden den Dissens einfach aus der öffentlichen Wahrnehmung tilgen. Es wird eine unantastbare, offizielle „Realität“ geben. Jede Abweichung von dieser offiziellen „Realität“ oder jede Auflehnung gegen die „zivilen Behörden“ werden als „Extremismus“ einstufen und entsprechend behandeln.

Das ist die Essenz des Totalitarismus. Die Etablierung einer unantastbaren offiziellen Ideologie und die Kriminalisierung aller abweichender Meinungen. Genau das geschieht gerade. Sie etablieren derzeit eine neue offizielle Ideologie. Keine staatliche Ideologie, eine globale Ideologie und ihr Name lautet „Neues Normal“. Technisch betrachtet müsste man sie sogar als etwas jenseits einer Ideologie einordnen, da es mehr eine offizielle „Realität“ ist, das sie schaffen wollen mit axiomatischen „Tatsachen“, die nur „Kriminelle“ und „Psychopathen“ in Frage stellen würden.

In meinen zukünftigen Kolumnen werde ich noch etwas tiefer in die Ideologie des „Neuen Normal und den „pathologisierten Totalitarismus“ eintauchen. Aber ich sollte mich jetzt schon dafür entschuldigen, dass sie sehr wahrscheinlich nicht allzu humorvoll sein werden. Bis dahin möchte ich Ihnen noch zwei Zitate mit auf den Weg geben.

Der kalifornische Senator Richard Pan für die Washington Post eine Meinungskolumne mit dem Titel „Der Extremismus der Impfskeptiker ist dem inländischen Terrorismus sehr ähnlich“, aus der die Los Angeles Times das folgende Zitat übernahm:

„Da diese Extremisten noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, steigern sie weiter die Gewalt gegen die Öffentliche Ordnung… Für uns gilt es, jetzt den politischen Willen aufzubringen und zu verlangen, dass inländische Terroristen Konsequenzen für ihre Worte und Taten tragen müssen. Unsere Demokratie und unser Leben hängen davon ab … Sie haben sich mit Weißenrassisten, Verschwörungstheoretikern und [anderen] auf der extremen Rechten verbündet…“

Hier das zweite Zitat. Es stammt aus der Zeitschrift Nature und wurde von Peter Hotez geäußert:

„Die Vereinten Nationen und die höchsten staatlichen Ebenen müssen eine direkte, sogar konfrontative Haltung gegenüber Russland einnehmen und sich bemühen, Impfgegnergruppen in den Vereinigten Staaten zu zerschlagen. Die Bemühungen müssen sich auf den Bereich der Cybersicherheit, der Strafverfolgung, der öffentlichen Bildung und der internationalen Beziehungen erstrecken. Eine hochrangige behördenübergreifende und dem UN-Generalsekretär unterstellte Arbeitsgruppe könnte den vollen Einfluss der impfskeptischen Aggression beurteilen und genauso harte wie ausgewogene Maßnahmen vorschlagen. Dieser Arbeitsgruppe sollten Experten angehören, die sich in ihrer Karriere mit komplexen globalen Bedrohungen wie Terrorismus, Cyberangriffen und nuklearer Aufrüstung befasst haben, da die von diesen Gruppen ausgehende Wissenschaftsfeindlichkeit heute ähnliche Dimensionen annimmt. Es wird immer deutlicher, dass es zur weiteren Immunisierung der Bevölkerung einer Gegenoffensive bedarf.“

Sachen wie diese werden wir noch einige hören, während sich dieses neue, totalitärere System aus dem globalen Kapitalismus heraus entwickelt. Man sollte gut hinhören und davon ausgehen, dass sie all das genauso meinen, wie sie es sagen.

Quelle Titelbild