Die Inflationswelle baut sich auf, Unternehmen beginnen zu horten (Sie sollten es auch)

Es wird allmählich ernst bei der Versorgungslage. In den letzten Tagen gab es verschiedene Anzeichen, dass die coronabedingte Angebotsverknappung auf die Realwirtschaft endgültig durchzuschlagen beginnt. Selbst die Allgemeinheit wurde gerade auf die wirkliche Situation aufmerksam gemacht, als bei Lidl Schilder auftauchten, auf denen es heißt, dass es aufgrund der Kalamität des Containerschiffs im Suezkanal zu Lieferverzögerungen kommt. Ob wahr oder vorgeschoben, es handelt sich dabei um einen Schneeball auf der Spitze des Eisbergs namens Weltwirtschaft, bei dem ein krisenbedingt deutlich verringertes Angebot auf eine Nachfrage trifft, die von riesigen Konjunkturprogrammen in nie dagewesene Höhen katapultiert werden soll. Massive Verwerfungen sind vorprogrammiert, die ersten Risse zeichnen sich ab. Es ist höchste Zeit, sich darauf vorzubereiten.

 

Frachtkapazitäten absehbar am Anschlag

 

Trotz oder vielleicht auch wegen des kürzlichen Havarie im Suezkanal sind die Frachtkapaztäten für die Weltmeere völlig ausgelastet. Ein amerikanischer Logistikunternehmer mit Fokus auf die Pazifikroute sprach kürzlich von einem Tsunami für die weltweite Schifffahrt, die jetzt bereits am Anschlag fährt.

Er spricht zwar nur über die Situation für die USA, allerdings lassen sich die Rahmenbedingungen auch auf Europa und Deutschland übertragen. Mit dem allmählichen Ende der Coronabeschränkungen steigt die Nachfrage wieder deutlich an und übertrifft den längeren Schnitt aufgrund von vielen Einkäufen, die aufgrund der Beschränkungen nach hinten verschoben wurden.

Aktuell befindet sich die Nachfrage nach Frachtkapazitäten zwischen Asien und Nordamerika um 50% über dem Monatswert des letzten Jahres, wobei zu diesem Zeitpunkt damals die Pandemiemaßnahmen erst begannen. Der eigentliche Absturz kam erst danach. Erwartet wird, dass die Nachfrage im Verlauf des Jahres stetig ansteigen wird und ihren Höhepunkt zum Chinesischen Neujahr 2022 erreichen wird, das am 1. Februar 2020 stattfindet.

Mit der Nachfrage werden auch die Frachtkosten weiter anziehen, die bereits jetzt um das 2,5-fache über dem Wert vor einem Jahr liegen. Merkliche Verzögerungen und Preissteigerungen bei vielen Vorprodukten und billigen Waren werden die Folge sein.

 

USA, Japan und Europa befeuern die Nachfrage

 

Neben normalen Nachholeffekten bei den Ausgaben im Konsum- und Investitionsbereich nehmen auch die Konjunkturprogramme immer mehr Gestalt an. In den USA hat die Biden Regierung ein Ausgabenprogramm in Höhe von 1,9 Billionen Dollar beschlossen. Die Summe selbst entspricht 9% des BIP des Landes und soll in die verschiedensten Bereiche fließen.

Ein wichtiger Aspekt sind die Direktzahlungen an Privathaushalte, die es bereits im Verlauf des letzten Jahres gab, und die zur seltsamen Situation geführt haben, dass viele Arbeitnehmer ohne Arbeitseinkommen mehr Geld zur Verfügung hatten als mit. Diese künstliche Angebotsverknappung führte zu steigenden Lohnkosten mit Konsequenzen für die Preise im gesamten Markt auch jenseits des Landes.

Quasi kein Land weltweit verzichtete auf ein Sonderprogramm zur Ankurbelung der Post-Covid Wirtschaft. Großbritannien beispielsweise will über 400 Milliarden Pfund ausgeben, während Japan bereits Ende des letzten Jahres über 700 Milliarden Dollar Extraausgaben beschlossen hat. Auch die EU wird dank der beschlossenen Coronabonds eine Geldflut über die EU schwappen lassen. 750 Milliarden Euro sollen in die Wirtschaft gepumpt werden, wobei quasi jedes EU-Mitglied noch einmal über ein eigenes Konjunkturprogramm verfügt. Alleine Deutschland will im Rahmen des letztes Jahr beschlossenen Konjunkturpakets in diesem Jahr noch einmal über 30 Milliarden Euro extra ausgeben.

 

Verwerfungen, Angebotsverknappungen und Insolvenzen

 

Es sind schier unvorstellbare Summen, die angesichts der gebrochenen Dämme womöglich noch einmal größer ausfallen könnten. Laut offiziellen Verlautbarungen sind die Gelder zwar für die unterschiedlichsten Bereiche vorgesehen, jedoch planen die genannten Länder den Fokus auf den ökologischen Umbau der Energiewirtschaft zu setzen.

Dies wird absehbar in einzelnen Bereichen zu starken Nachfrageüberhängen führen. Da die staatlichen Gelder ausgegeben werden müssen, wird zu jedem Preis gekauft werden. Verwerfungen auf sämtlichen Märkten, die mit der erneuerbaren Energieproduktion in Verbindung stehen, sind quasi vorprogrammiert (man denke etwa an Silber).

Gleichzeitig werden die in vielen Ländern ausgesetzten Regelungen zum Insolvenzrecht auslaufen, so dass viele Unternehmen vom Markt verschwinden werden. Dies wird zwar nicht in den mit viel Geld bedachten Modeindustrien unseres Zeitgeistes geschehen, aber in zu vielen anderen, die bislang für die -Marktgleichgewichte instrumental waren. Unterhaltung und Konsum werden sich dadurch noch einmal stärker in den digitalen Raum verlagern, wo wenige Monopole bald auch die physisch gesetzten Preise dominieren werden.

Als indirekte Folge des wieder eingesetzten Insolvenzrechts werden auch Banken, Versicherungen und Vermieter unter Druck geraten. Während letztere insbesondere bei Gewerbeimmobilien im letzten Jahr schon stark leiden müssen, wird sich dies bald in den Wohnsektor verlagern, wenn große Wohnungen aufgrund der knapper werdenden Budgets durch kleinere substituiert werden. Versicherungen werden Prämienausfälle erleben und gleichzeitig zahlreiche Kunden verlieren, während Banken voraussichtlich den Ausfall jener Unternehmens- und Privatkredite realisieren müssen, die bislang noch in der Schwebe standen.

 

Vertrauensverlust & Zwangsmittel

 

Effektiv werden diese Entwicklungen in naher Zukunft sämtliche Institutionen unter Druck setzen. Banken, kleinere Unternehmen mit klassischem Angebot, der Einzelhandel und quasi alle Gebietskörperschaften mit eigener Sparkasse werden an den Rand der Zahlungsfähigkeit gedrängt werden. Dies wird zwangsläufig zu einem Vertrauensverlust führen, so dass Investoren und Kunden ausweichen werden, wodurch sich die Lage noch einmal verschlimmern wird.

Entgegenwirken lässt sich dieser Kaskade letztlich nur mit noch mehr Geld und mit noch mehr Zwang. Das Geld wird gedruckt werden und die staatlichen Sicherheitsleistungen für Zahlungsausfälle großer privater Spieler werden steigen, während der Druck erhöht wird, um die Verbindlichkeiten bedienen zu können.

Dieser Druck wird sich äußern in schärferen Steuervorschriften, höheren Bußgeldern, längeren Arbeitszeiten, geringeren staatlichen Garantieleistungen, Reisebeschränkungen für Kapital und Personen und vielem mehr. Im Laufe dieses Jahres noch könnte der Punkt erreicht werden, an dem eine Währungsreform in Verbindung mit der Digitalisierung des Geldes zwingend wird.

 

Überall Preisteuerungen

 

Die Zeichen für all das stehen an der Wand. Mit dem Chinesischen Neujahr haben wir sogar ein Datum für das Ende der gegenwärtigen Phase. Ob dies jedoch auch das Ende der Verwerfungen markieren wird, oder ob es ab da erst so richtig losgehen wird, lässt sich kaum beurteilen.

Mit großer Sicherheit lässt sich erwarten, dass es mindestens bis dahin fröhlich weitergehen wird mit der allgemeinen Angebotsverknappung und den daraus resultierenden Preisteuerungen. Kein Sektor bleibt dabei außen vor. Die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren aktuell geradezu und werden in Entwicklungsländern wohl wieder zu ähnlichen Krisen führen, wie auch bei vorigen Preisschüben. In den USA befinden sich aufgrund der zivilen Unruhen die Preise für Schusswaffen und Munition auf einem Allzeithoch. Sollte sich die Krise bei Nahrungsmitteln weiter verstärken, werden Waffen mit Sicherheit auch in anderen Ländern in der Beliebtheit steigen.

Auch Konsumartikel des Einzelhandels werden immer teurerer, indem die Packungsgröße verringert wird. Konsumgüterunternehmen wie Procter & Gamble und Coca Cola haben in den USA derartige Preissteigerungen in quasi ihrer gesamten Angebotspalette angekündigt. Von Haferflocken über Kaffee, bis Windeln ist alles betroffen von der Angebotsverknappung, die im letzten Jahr durch die Coronamaßnahmen begonnen wurde. In Verbindung mit den Engpässen im Bereich der Logistik und der auch in den USA angedachten CO-Steuer für Sprit, so heißt es, bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als die höheren Preise auf die Kundschaft umzulegen.

Anschaulich nachvollziehen lässt sich diese Entwicklung bei Idealo oder anderen Vergleichsportalen mit Angabe des längerem Preisverlaufs. Oberhalb des billigsten Preissegments stieg bei zahllosen Produkten der Preis auf Höchststände (billig, teuer, noch teurer), nachdem es 2020 zu einer Delle kam. Sobald die Frachtkosten noch weiter steigen und die Lager leer sind, wird diese Entwicklung auch auf billige Waren überspringen.

 

Es ist an der Zeit, sich vorzubereiten

 

Die Situation ist inzwischen so eindeutig, dass Unternehmen offenbar damit begonnen haben, ihre Vorräte aufzustocken, um auf noch höhere Preise zu warten. Zumindest scheint es sich im Fall eines Holznunternehmens aus Kanada um eine Hortung zu handeln, das laut diesem Videobericht ein riesiges Lager mit verarbeitungsbereiten Hölzern angelegt hat. In Anbetracht der noch immer stark vernetzten Weltwirtschaft ist es kein Wunder, dass sich auch bei uns Dachlatten im Preis verfünffacht haben.

Wer sich noch nicht auf die große Krise vorbereitet hat, oder einen Anlass benötigt, die erledigten Vorbereitungen noch einmal auf Lücken abzutesten, der hat nun einen, um aktiv zu werden. Eine Weile werden die Preise noch linear steigen, während zuerst all das von der Teuerung betroffen sein wird, das auf Importe angewiesen ist. Doch lange wird es nicht mehr dauern, bis einige Produkte mit dem galoppieren beginnen. Paprika beispielsweise hat den Preissprung schon hinter sich, nachdem das Kilo zumindest in meinem Supermarkt innerhalb von kürzester Zeit von 2,50 Euro auf 8 Euro angestiegen ist.

Genau das wird nach und nach bei allen Waren geschehen. Zwar wird es wie bei Paprika auch wieder nach unten gehen, sobald die Ausweitung des Angebots über den höheren Preis ausreichend stimuliert wurde. Jedoch ist nicht gesagt, ob es danach so bleiben wird. Bei Produkten, in denen zahlreiche Teilprodukten verbaut sind, ist dies beispielsweise eher unwahrscheinlich. Dies ist vor allem bei Technologieprodukten zu erwarten, die PKW-Industrie steht bereits teilweise still.

Daher: Bereiten Sie sich vor! Noch lässt sich das einigermaßen in Ruhe bewerkstelligen. Wer Hinweise benötigt, was ihm noch fehlen könnte, dem sei dieses gerade erschienene Video empfohlen, in dem es um diese sehr umfangreiche Prepperliste geht. Selbst wenn kein unmittelbarer Bedarf daran besteht, lohnt sich ein kurzes Überfliegen der Liste, da man eventuell etwas essenzielles übersehen hat. Etwas, das die Liste mir beispielsweise neu zu denken gab ist die Tatsache, dass man in der Krise trotz guter Vorbereitung eine Diät machen sollte. Denn wenn alle dünn sind, wird der Dicke verdächtig.

Quelle Titelbild 1,2