Prostitution und Männerhass, die Zweite

Vor zwei Wochen habe ich eine etwas gewagte Hypothese aufgestellt mit der Vermutung, dass sich Gendertrullas an den Hochschulen keineswegs aus Geldgründen oder für den persönlichen Kick prostituieren, sondern in der Absicht, sich so ihren Hass auf Männer erhalten, oder überhaupt erst entwickeln zu können. Da ich das nur mit einigen schwachen Indizien unterstreichen konnte, habe ich bei den Reaktionen darauf mit dem schlimmsten gerechnet. Ganz so verheerend wie ich es erwartet hatte, waren die paar Reaktionen nicht, die ich darauf erhalten habe. Dennoch möchte ich nachlegen mit einem neuen Indiz, dass meine Behauptungen ganz offenbar weitgehend korrekt sind und nur an einer Stelle eine Korrektur notwendig ist.

 

Alles poststrukturalistische Machtverhältnisse

 

Eine der wichtigsten Kontrahentinnen bei dem zugehörigen Streitgespräch bei Twitter war diese Nutzerin namens Maxima. Aus dokumentarischen Gründen folge ich ihr seit einiger Zeit und werfe ihr hin und wieder einen kleinen mysogynistischen Knochen hin, damit sie etwas zum echauffieren hat.

Wenn es nicht gerade gegen Männer geht, drehen sich sich Maximas Tweets in der Regel um Transsexualität in der dekonstruierten Form. Das bedeutet, sie gehört zu jenen “TERFS” genannten Feministen, die an biologische Geschlechter glauben. Terfs und wie auch immer die andere Seite heißt, hassen sich und giften sich bei jeder Gelegenheit an. Bildlich kann man sich das in etwa so vorstellen wie eine geschlossene Psychiatrie, der die Wächter und Medikamente ausgegangen sind. Das aber nur am Rande.

Vor drei Tagen setzte Maxima den folgenden Tweet ab, in dem sie auf den Blogbeitrag einer Ex-Prostituierten verweist mit dem Titel “Was ich als Exprostituierte zu Teilen der Linken zu sagen habe.” In dem längeren Traktat indet sich die folgende Stelle: “Ich bin Aktivistin und Exprostituierte. Ich verstehe Prostitution als Gewaltverhältnis, als sexistisches, rassistisches und klassistisches System, das abgeschafft gehört. “

Im zweiten Satz kommt klar die linke Gesinnung zum Ausdruck und zwar in der dekonstruierten postmodernen Form. Dies lässt sich vor allem daran festmachen, dass die Prostitution als “Gewaltverhältnis” festgemacht wird und das den Kern der Ideologie darstellt. Mit sexistisch, rassistisch und klassistisch sind auch die Attribute fest in der Ideologie verankert, und alles wird abgeschlossen mit der klassisch linken Forderung, wonach dieses System “abgeschafft gehört”.

 

Dekonstruierte Wahrnehmungen

 

Von Maxima habe ich genug mitbekommen, um feststellen zu können, dass sie diese Einschätzung (alles Machtverhältnisse) mitsamt der Forderung (System abschaffen) teilt. Für den Außenstehenden ist das Problem mit diesem Set an Ansichten offensichtlich. Neben der nicht hinreichenden theoretischen Fundierung über die Annahme abstrakter und funktionsfreier Machtverhältnisse, versucht mindestens Maxima zwei Widersprüche in ihrer Gesinnung zu vereinen: Einmal, dass biologische Geschlechter existieren und relevant sind, und dann noch, dass nichts einen Wert hat, das sexistisch oder klassistisch ist – wie etwa die “Behauptung” der Existenz biologischer Geschlechter, was in der postmodernen Perspektive sowohl sexistisch als auch klassistisch zu bezeichnen ist.

Daraus lässt sich schließen, dass mindestens die beiden – ich vermute, es sind heute die meisten Menschen, die sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen beschäftigen – eine derart verrückte Wahrnehmung haben, dass sie ihre windschiefe Denkweise mehr mitbekommen, wenn sie ihnen ins Gesicht schlägt. Meine Vermutung wäre, dass es an den Begriffen unseres Zeitgeistes liegt, da die Begriffe das Denken vorgeben (da hatte Derrida recht), aber das ist eine andere Diskussion.

Als Tatsache bleibt eindeutig stehen, dass mindestens zwei ultimative Männerhasser*innen(!) ihren Hass auf Männer in der Prostitution gelernt haben. Im Fall der Ex-Prostituierten ist die dahingehende Sachlage eindeutig, während ich bei Maxima nicht herausfinden konnte, ob auch sie Primärerfahrung gesammelt hat, oder sich nur von Erzählungen hat anstiften lassen. Mein Gefühl sagt mir, sie hat die Tätigkeit selbst eine zeitlang ausgeübt. Es gibt aber noch mehr.

 

Huschke Mau, Doktorandin, Geisteswissenschaftlerin (M.A.) und Ex-Prostituierte

 

Auf dem Blog von Frau Mau findet sich eine Kurzbiografie, in der sie beschreibt, wie sie von zu Hause abhaute und sich gegen den Beruf des Regaleinräumers oder Verkäuferin in einer Bäckerei entschied, und anstatt dessen aus Verzweiflung lieber Prostituierte wurde. Was dort ebenfalls steht ist das folgende:

“Ich bin Doktorandin, Geisteswissenschaftlerin (M.A.), Autorin, feministische Aktivistin, Bloggerin, Ex-Prostituierte und engagiere mich für die Abschaffung der Prostitution.”

Uns präsentiert sich damit eine männerhassende Geisteswissenschaftlerin, die promovieren darf, weil sie feministischen Akivismus betreibt und gegen Prostitution ist, weil sie selbst in den Beruf reingerutscht ist.

Ich habe den Blog nur ein Stückweit überflogen, konnte allerdings nichts finden, das auf eine Reflektion hindeutet in der Form, als dass sie sich einmal überlegt hätte, was sie selbst falsch gemacht hat, dass sie in diese Lage geriet. So schrecklich ihre Geschichte als ganzes ist, so wenig stellt das eine Qualifikation für höhere akademische Weihen dar. Natürlich könnte es sich bei ihr gut und gerne um eine Überfliegerin handeln. Allerdings deutet nichts darauf hin, denn sonst wäre sie in ihrer Verzweiflung damals eventuell auf bessere Ideen gekommen, als für ein paar Groschen die Beine breit zu machen.

Leider ist ihr nicht klar, dass auch ihr Studium keine Hilfe ist für ihre zerrüttete Psyche, sondern sie im Gegenteil noch viel stärker in den Sog einer kultartigen Hassmentalität hineingezogen wird. Vermutlich ist dieser Umgang mit ihrer Vergangenheit dort sogar noch einmal schlimmer als die inexistente Hilfe durch die Beratungsstelle. Eine weitere Verschwörungstheorie wäre dazu noch die Annahme, dass man ihr dort absichtlich nicht helfen wollte, weil ihr Männerhass (noch) nicht ausreichend ausgeprägt war und sie noch etwas “herangezogen” werden sollte. Angesichts der dort arbeitenden Klientel und sonstiger gesellschaftlicher Umstände ist jedoch auch das nicht mehr allzu weit hergeholt.

Sie selbst wird sehr wahrscheinlich nie wieder ein entspanntes Verhältnis zur Gesellschaft oder gar zu Männern entwickeln können. So tragisch das ist, wird ihre Wirkung als promovierte Autoritätsperson noch viel verheerender sein. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass auch sie junge Studentinnen in die Prostitution locken wird (wobei, wer weiß…), aber sie wird ihren internalisierten ideologischen Hass Männer an diese weitergeben und ihn überall da ausleben und multiplzieren, wo sie Verantwortung tragen wird.

 

Kulturmarxismus in Reinform

 

Für mich ist diese Geschichte ein deutlicher Hinweis für das Zutreffen meiner Hypothese, wonach sich der Männerhass in den heutigen Geisteswissenschaften zu einem Gutteil aus persönlichen Erfahrungen der Studentinnen und Absolventinnen in der Prositution speist. Die Korrelation dagegen verhält sich mindestens in diesem Fall andersherum, als ich es vermutet hatte: Erst kam der prostitutionsbedingte Knacks und erst danach kam dann die Unterfütterung und Verstärkung durch ideologische Hassbotschaften, wobei ich die Version anders herum noch immer nicht gänzlich ausschließen würde.

Eine Frage wäre, ob sie gezielt “angeworben” wurde, um ihr vorgefertigtes Weltbild mit einem glaubwürdigen akademischen Anlitz zu versehen. Im Ergebnis ändert sich dadurch kaum etwas. Denn auch in dieser Reihenfolge bedeutet es, dass mit der Prostitution ein Phänomen am extremen Ende des gesellschaftlichen Lebens zum Bewertungsmaßstab des großen Durchschnitts herangezogen wird. Bewertet werden diese Zustände damit ausgerechnet von jenen, die am meisten geschädigt wurden, was selten eine gutes Rezept ist.

Letztlich handelt es sich bei diesem Phänomen um nicht weniger als einen Mechanismus zur Erzeugung von Mobmentalität. Eine derartig randständige Gruppe, die ihren gegen das System gerichteten Extremismus aus der Sexualität bezieht, hätte sich die Frankfurter Schule kaum besser erträumen können. Tatsächlich entspricht der Zustand in den Geisteswissenschaften haargenau deren Programmplan für die Kommunistische Revolution in einer freiheitlichen Konsumgesellschaft. Bedenkt man dazu auch, dass die argumentative Basis dieser Gruppe auf dekonstruierten”Machtverhältnissen” beruht, wie sie der Poststrukturalismus entwickelt hat, dann kommt man kaum um die Schlussfolgerung herum, dass es sich hierbei um nichts anderes handelt als Kulturmarxismus in Reinform.

Quelle Titelbild