Frankreichs pensionierte Generäle ermahnen die Politik und warnen vor einem Bürgerkrieg

In Frankreich haben Ex-Militärs einen offenen Brief an die Politik verfasst. Sie machen darin unmissverständlich klar, dass Frankreich unweigerlich in einen blutigen Bürgerkrieg abgleiten wird, sollte die Politik nicht umgehend umsteuern. Verantwortlich sehen sie dafür den Islamismus genauso wie den Kulturmarxismus und die Entfernung der politischen Klasse von der Realität des Volkes. Die Aussagen passen zu dem, was Macron selbst andeutungsweise über die nähere bis mittlere Zukunft des Landes äußerte. Ein Problembewusstsein scheint im Elysee Palast also durchaus zu existieren, auch hinsichtlich des Kulturmarxismus. Es stellt sich daher die Frage, ob es nicht vielleicht schon zu spät sein könnte.

 

Valeurs Actuelles: „Für eine Rückkehr der politischen Klasse zur Ehrenhaftigkeit“

 

Auf Initiative des Offiziers und Betreibers der Webseite Place d‘Armes Jean-Pierre Fabre-Bernadac haben etwa zwanzig Generäle, hundert hohe Offiziere und mehr als tausend weitere Militärangehörige einen Aufruf unterzeichnet, in dem sie die politische Klasse Frankreichs zu einer Rückkehr zu Ehre und Pflichterfüllung auffordern.

 

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren der Regierung, sehr geehrte Damen und Herren des Parlaments.

 

Wir leben in sehr ernsten Zeiten. Frankreich ist in Gefahr, mehrere tödliche Bedrohungen stehen uns gegenüber. Wir, die wir auch im Ruhestand Soldaten Frankreichs bleiben, können unter den gegenwärtigen Umständen nicht gleichgültig bleiben gegenüber dem Schicksal unseres schönen Landes.

Die Fahne der Trikolore ist für uns mehr als nur ein Stück Stoff. Sie symbolisiert die Tradition derer, die über die Jahrhunderte hinweg unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihres Glaubens Frankreich dienten und für das Land ihr Leben opferten. Auf dieser Fahne finden wir in goldenen Lettern die Worte „Honneur et Patrie“. Unsere Ehre besteht heute darin, die Desintegration unseres Landes anzuprangern.

Wir erleben einen Niedergang, der durch eine spezielle Form des Antirassismus verursacht wird. Dieser hat nur ein Ziel: Auf unserem Boden ein Unbehagen, ja Hass zwischen den Gemeinschaften zu schüren. Heute sprechen einige von Rassismus, Indigenismus und dekolonialen Theorien. Die Begriffe aber signalisieren, dass es in Wahrheit ein Rassenkrieg ist, den diese hasserfüllten und fanatischen Unterstützer provozieren wollen. Sie verachten unser Land, dessen Traditionen und Kultur, und sie wollen es auflösen, indem sie dessen Vergangenheit und Geschichte tilgen. Sie greifen dafür Statuen an, mit denen einstige militärische und zivile Erfolge gefeiert werden, und sie versuchen sich in der Dekonstruktion jahrhundertealte Begriffe.

Wir erleben eine Desintegration, die einhergeht mit dem Islamismus und den Mobs aus den Vorstädten mit der Folge, dass viele Gebiete unseres Landes vom Rest getrennt wurden. In ihnen herrschen heute Dogmen vor, die im Widerspruch zu unserer Verfassung stehen. Jeder Franzose, egal ob gläubig oder nicht, muss aber überall in Frankreich zu Hause sein können; es kann und darf keinen Ort geben, in dem die Gesetze der Republik nicht gelten.

Es ist höchste Zeit, denn bei Demonstrationen wie jenen der Gelbwesten stehen den Franzosen die Ordnungskräfte als Sündenböcke gegenüber. Nur diesen können sie ihre Verzweiflung entgegenbringen, so dass der Hass Vorrang vor der Brüderlichkeit erhält. Gleichzeitig plündern vermummte Opportunisten Geschäfte und bedrohen eben diese Ordnungskräfte. Die Ordnungskräfte selbst jedoch setzten nur – manchmal widersprüchliche – Richtlinien um, die sie von politischen Verantwortungsträgern zur Ausführung erhalten.

Die Gefahr steigt immer weiter, die Gewalt nimmt tagtäglich zu. Wer etwa hätte vor zehn Jahren vorausgesagt, dass eines Tages ein Lehrer vor seiner Schule enthauptet würde? Als lebenslange Diener der Nation und als Soldaten mit der Bereitschaft, unser Leben zu geben, können wir keine passiven Zuschauer dieser Entwicklung bleiben.

Deshalb müssen die politischen Führer unseres Landes unbedingt den nötigen Mut aufbringen, diese Gefahren zu beseitigen. Hierfür reicht es oft aus, lückenlos die bereits bestehenden Gesetze zur Anwendung zu bringen. Vergessen Sie nicht, nicht nur wir, auch eine große Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger sind der Zögerlichkeit und des schuldbewussten Schweigens der politischen Elite überdrüssig.

Wie Kardinal Mercier, Primas von Belgien, einst sagte: “Wenn die Klugheit überall ist, dann ist der Mut nirgends.” Also, meine Damen und Herren, genug gezögert, die Stunde ist ernst und die Arbeit ist kolossal; verschwenden Sie keine Zeit und seien Sie versichert, dass wir bereit stehen, um die Politik zu unterstützen, sobald sie damit beginnt, die Nation zu beschützen.

Sollte andererseits jedoch nichts unternommen werden, dann wird sich der Zerfall unserer Gesellschaft unaufhaltsam weiter ausbreiten. Letztendlich würde dies zu einer Explosion führen, woraufhin unsere aktiven Kameraden eingreifen müssten, um in einer gefährlichen Mission auf unserem nationalen Territorium den Schutz unserer zivilisatorischen Werte und den Schutz unserer Landsleute zu gewährleisten.

Für uns gibt es keine Zeit mehr für Zögerlichkeit. Denn ansonsten könnte das anwachsende Chaos morgen schon in einen Bürgerkrieg kulminieren. Dessen Todesopfer, für die Sie verantwortlich sein werden, würden in die Tausende gehen.

 

Unterzeichnet von…

 

Général de Corps d’Armée (ER) Christian PIQUEMAL (Légion Étrangère)
Général de Corps d’Armée (2S) Gilles BARRIE (Infanterie)
Général de Division (2S) François GAUBERT ancien Gouverneur militaire de Lille
Général de Division (2S) Emmanuel de RICHOUFFTZ (Infanterie)
Général de Division (2S) Michel JOSLIN DE NORAY (Troupes de Marine)
Général de Brigade (2S) André COUSTOU (Infanterie)
Général de Brigade (2S) Philippe DESROUSSEAUX de MEDRANO (Train)
Général de Brigade Aérienne (2S) Antoine MARTINEZ (Armée de l’air)
Général de Brigade Aérienne (2S) Daniel GROSMAIRE (Armée de l’air)
Général de Brigade (2S) Robert JEANNEROD (Cavalerie)
Général de Brigade (2S) Pierre Dominique AIGUEPERSE (Infanterie)
Général de Brigade (2S) Roland DUBOIS (Transmissions)
Général de Brigade (2S) Dominique DELAWARDE (Infanterie)
Général de Brigade (2S) Jean Claude GROLIER (Artillerie)
Général de Brigade (2S) Norbert de CACQUERAY (Direction Générale de l’Armement)
Général de Brigade (2S) Roger PRIGENT (ALAT)
Général de Brigade (2S) Alfred LEBRETON (CAT)
Médecin Général (2S) Guy DURAND (Service de Santé des Armées)
Contre-amiral (2S) Gérard BALASTRE (Marine Nationale)

Quelle Titelbild