Texas und Großbritannien zeigen: Das Ende der Coronamaßnahmen kommt ab einer Impfquote von 35-45% bei den Alten

Eine insgesamt sehr gute, für uns aber eher bedenkliche Nachricht bringt die Meldung aus Großbritannien, wo Premierminister Boris Johnson heute das baldige Ende aller Coronamaßnahmen verkündet hat. Ab dem 12. April sei es so weit, wenn das „normale“ Leben endlich wieder weitergehen darf. Die Ankündigung passt zu meiner Prognose von letzter Woche, die ich von der Situation in Texas abgeleitet hatte. Offenbar hat sich deren Weg hinter den Kulissen durchgesetzt, da ich mir die Parallelität in der Öffnungssequenz anders kaum erklären kann. Der relevante Faktor besteht dabei in der Impfquote unter Personen ab 60 Jahren.

 

Texas: Alles im grünen Bereich

 

In Texas war es am 3. März so weit, als deren Gouverneur für den 10. März das Ende aller politischen Coronarestriktionen verkündete. Eine Woche später war es dann tatsächlich so weit, wobei das Infektionsgeschehen in dem US-Bundesstaat auch heute, 27 Tage nach der Öffnung, noch immer rückläufig ist. Selbst im Hotspot Cameron County an der Südspitze von Texas, wo man mit zahlreichen illegalen Grenzübertritten zu kämpfen hat, ist hinsichtlich der Neuansteckungen weiterhin alles unter Kontrolle.

Bei meiner Berechnung der Öffnungsbedingungen habe ich als Hauptfaktor für eine Öffnung – und stechendes Argument auch für Verängstigte vor dem Virus – die jeweilige Impfquote herangezogen. Am Tag der Ankündigung waren circa 7,2% der texanischen Bevölkerung zweifach geimpft und 13,3% hatten ihre erste Impfdosis erhalten. Zum Tag der Öffnung wiederum waren knapp 9% doppelt und 16,4% einfach geimpft.

 

Großbritannien folgt auf dem Fuß

 

Im Vergleich dazu hatten im gesamten Vereinigten Königreich bislang 46,6% der Bevölkerung die erste Impfdosis erhalten, während 8% heute doppelt geimpft sind. Gleichzeitig werden im groben Durchschnitt täglich 350.000 Menschen erstmalig geimpft und 200.000 erhalten ihre zweite Dosis. Extrapoliert folgt aus diesen Werten, dass die Quoten bis zum Tag der Öffnung auf 50,2% bei den Erstgeimpften steigen wird und auf 10,1% bei den doppelt geimpften.

Wichtig für eine Vergleichbarkeit ist der Schwellenwert bei den über 60-jährigen als der Hauptrisikogruppe für einen risikoreichen Krankheitsverlauf. Laut Bevölkerungspyramide liegt deren Bevölkerungsanteil bei 24,3%. Setzt man voraus, dass auch in England in erster Linie die Risikogruppen zuerst eine Impfung erhalten, dann ist heute jeder unter diesen mindestens einmal geimpft. Die Durchdringung mit der zweifachen Dosis wiederum liegt bei den Älteren heute bei 32,9% und wird bis zur Öffnung auf 41,6% ansteigen.

Texas hatte am Tag der Ankündigung der Öffnung unter den Alten eine Impfquote von 35% und zum Tag der Öffnung eine Quote von 45,5%. Das sind sehr ähnliche Werte und es würde mich wundern, wenn dieses Denkmuster in Anbetracht des texanischen Erfolgs nicht auch in den politischen Hinterzimmern Deutschlands die Runde machen würde.

 

In Deutschlands wirds noch dauern

 

Nicht nur das politische Personal in Deutschland ist noch einmal erheblich inkompetenter als im angelächsischen Ausland, so dass die Impfkampagne kaum vorankommt, auch die Rentnerquote liegt noch einmal gut 4% über jener von Großbritannien. Insofern wird es sich noch etwas hinziehen, bis die Verängstigten endlich ihren doppelten Schuss erhalten haben.

Da sich abgesehen von einer 25 Millionen Euro teuren Werbekampagne (mit Zielgruppe Rentner mit Dauerabo in der Geriatrie) nichts geändert hat, sehe ich momentan keinen Grund dafür, meine Prognose von letzer Woche zu revidieren: „Der Stichtag für das Ende der politischen Maßnahmen gegen Corona wird voraussichtlich zwischen dem 19. und dem 31. Mai liegen. Die ersten Hinweise für ihr absehbares Ende wiederum werden vermutlich zwischen dem 28. April und dem 10. Mai aus der politischen Arena herauszuhören sein.“

Ändern könnte sich dieser Zeitplan eventuell noch, falls die Bundesregierung oder eventuell auch eine Landesregierung ausschert und einen Bettelbrief mitsamt prall gefülltem Geldkoffer nach Texas, Großbritannien und eventuell auch Israel schickt. Vielleicht geben sie uns ja ein paar Dosen ab, damit der ganze Bockmist endlich wieder seine Bedeutung verliert.

Quelle Titelbild