Indien streicht Mathe und Physik als Pflichtstoff aus dem Ingenieursstudium

Indien streicht Mathe und Physik als Pflichtstoff aus dem Ingenieursstudium

Indien beschließt die Rückkehr zur Bauweise mit nur einem Stockwerk. Das kam mir in den Sinn als ich begriff, dass es keineswegs ein verspäteter Aprilscherz ist, den sich Indiens Rat für Technikbildung (AICTE) erlaubte, sondern bitterer Ernst. Die zum indischen Bildungsministerium gehörende Behörde beschloss allen Ernstes, die für ein Ingenieursstudium bislang obligatorischen Prüfungen in Mathematik und Physik abzuschaffen. Offiziell läuft die Änderung zwar auf „Wahlfach“. Aber jedem, der sich schon einmal mit höherer Mathematik beschäftigen durfte weiß um den Wert, etwas abwählen zu dürfen. Das linke Zersetzungsprogramm des Globalismus scheint auch Indien vollends unterwandert zu haben.

 

Kaum Kritik am Schuss ins eigene Knie

 

Die Nachricht über die Entscheidung ist zwar erst jetzt zu mir durchgedrungen. Wenn ich die indische Presse aber korrekt interpretiere, dann wurde die Änderung im Curriculum schon Mitte März öffentlich kommuniziert. Trotz der bei näherem Hinsehen nicht weniger als epochalen Entscheidung, scheint sich in der Welt kaum jemand dafür interessiert zu haben, wobei ihr auch in Indien selbst keine allzu große Bedeutung zugemessen wurde. Hier und da gab es von konservativer Seite ein paar kritische Einwürfe. Allerdings war nichts darunter, das sich für mich als mehr las, denn nur die reine Pflicht des rationalen Einwandes.

Dabei könnte die Entscheidung fundamentale Konsequenzen haben und das einmal für Indien und dessen Wirtschaft, aber auch in Bezug auf den schwelenden Konflikt mit China. Im kommunistischen Riesenreich scharrt man mit den Hufen auch in Richtung Indien, mit dem im Himalaya mehrere Grenzkonflikte bestehen.

Ich kann kaum akzeptieren, dass es sich dabei um mehr als nur eine Zufallskorrelation handelt. Zivil wie militärisch ist der notorisch schwer zu erschließende Himalaya in erster Linie eine Herausforderung für Ingenieure. Gleichzeitig wird sich China wohl eher nicht in das eigene Knie schießen und sich die wichtigste Ressource in Form erstklassig ausgebildeter Ingenieuren entziehen, wie es in Indien perspektivisch geschehen wird.

 

Den falschen Flaschenhals öffnen

 

Mit der Abschaffung der entscheidenden Hürde im Studium wird es an den Fakultäten absehbar sehr eng werden. Der Ruf des (alten) Ingenieurseinkommens wird weiterhin locken, während die Vorselektion nach geeigneten späteren Absolventen dagegen zusammenschrumpft auf ein paar Aufnahmeprüfungen, die man im Zweifel auswendig lernen kann. Sie stellen in keinster Weise jene Hürde dar, wie sie eine Handvoll knüppelharter Prüfungen darstellen, in die man mehrere hundert Stunden investieren muss, und die einen eine Vertiefung in das Fach bieten, die man wirklich als ein Studium der Materie bezeichnen kann.

Mit der Änderung steigt das Risiko, dass sich zu viele von den falschen Studenten von dem Studiengang angezogen fühlen könnten. Im Zweifel ließe sich das zwar hinterher von den Arbeitgebern kompensieren, indem sie eine Präferenz für Absolventen mit bestimmten Wahlfächern einführen. Allerdings werden die weniger geeigneten Studenten früher oder später die Studentenzahlen aufblasen und verdrängen dabei die besser geeigneten von ihrem Zugang zu den Lehrern und Bibliotheksplätzen und sorgen für ein allgemeines Absinken des Niveaus, was insbesondere unter den Talentiertesten für Frust sorgen wird. Denn wer erst einmal in Linearer Algebra reüssiert hat, für den wird Statistik immer nur ein Spaziergang bleiben. Der Rest aber braucht erfahrungsgemäß Stützräder.

Indien wird infolge der Entscheidung im Ingenieursbereich genau das erleben, was sich in Deutschland in den meisten Studiengängen immer stärker zeigte, seitdem in den 1970er Jahren damit begonnen wurde, jeden an die Uni zu drücken, der einen Stift halten kann. Das Niveau sinkt, die Abbrecherquoten steigen und die Kosten steigen stärker, als die Betreuung besser wird. Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, kennt die relevanten Stichworte, die bei jeder Beschreibung der Konsequenzen daraus mitschwingen werden: Fehlallokation, Interventionsspirale und Generationenabriss.

 

Indien dreht planmäßig am Rad

 

Die Entscheidung sitzt so fest auf der Schiene des linken Globalistenprogramms, dass die milde Kritik daran kaum verständlich wirkt. Mindestens die Ingenieure des Landes müssten auf die Barrikaden gehen. Mehr als „gemischte Reaktionen“ kommen aus deren Reihen jedoch nicht. Auch jenseits davon gäbe es einiges an politischem Protestpotenzial. Immerhin wird Indien mit Narendra Modi als Premierminister von einem einen wirtschaftsliberalen Hardliner geführt. Müsste er das nicht besser wissen? Müssten es seine Parteifreunde und Anhänger nicht ebenso besser wissen?

Diese neueste Entscheidung mit kontroverser Note ist nicht die erste unter Modi, die einen an seinem Verstand oder wahlweise seinen wahren Intentionen zweifeln lassen müssen. Beispielsweise hat er im Namen des Kampfes gegen die Geldwäsche über Nacht fast die komplette Währung für ungültig erklärt, was in den Wochen danach zu massiven Störungen im Geldkreislauf geführt hat. An der Korruption im Land dagegen hat die Maßnahme quasi gar nichts verändert.

Eine weitere Entscheidung, die einen zum Zweifeln bringen muss, ist die Erweiterung des Programms für den Bau von öffentlichen Toilettenräumen um Genderklos. Modi versprach zu Beginn seiner nationalen Karriere, das notorisch unterentwickelte Land in dieser Hinsicht endlich auf Stand zu bringen. Während das Programm recht gut vorankommt, entschied man sich vor einiger Zeit, den Kernauftrag quasi aufzugeben und fortan alle Toilettenhäuser in dem Land mit 1,4 Milliarden Einwohner durch Genderklos zu erweitern für die halbe Million Transsexuellen, die dort leben. Inzwischen ließ die Regierung sogar Toilettenhäuser exklusiv für Transsexuelle bauen, obwohl noch immer ein Rückstand bei den Toiletten allgemein existiert.

Modi scheint eine sehr erratische Führungsfigur abzugeben, der auf der einen Seite gerne auf das Geschäft achtet und sich als Macher und nationalistischer Hardliner mit Hang zur eignen indischen Kultur gibt. Auf der anderen Seite zeigt er aber immer wieder, dass er gnadenlos vom Plot abkommen kann und selbst den größten Blödsinn aus dem Globalistenprogramm in seinem Land zur Umsetzung freigibt.

Insbesondere mit China im Blick, das sich zunehmend gegen den künftigen Großmachtgegner Indien positioniert, sollte das Land doch eigentlich mit wichtigerem beschäftigt sein. Das sinnlose Stören des Geldkreislaufs, die Verschiebung der Sozialpolitik auf Gedöns und die Schleifung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Solidität in der höheren Bildung, sind nicht gerade Prioritäten, wenn es darum gilt, das Land systematisch zu entwickeln auf einen potenziellen Megakonflikt vorzubereiten. Im Gegenteil, mich lässt der Eindruck nicht los, als sei Indiens Elite mitsamt Modi genauso vom kommunistisch-chinesischen Zersetzungsprogramm unterwandert worden, wie der Rest der Welt.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de