Vierzehn Großereignisse aus aller Welt und ihre Wirkung auf die Covid-19 Fallzahlen

Wissenschaftlich bewiesen soll es sein, dass die Proteste gegen Coronamaßnahmen „Superspreader“ Ereignisse darstellen. Verteidiger der Maßnahmenpolitik verweisen gerne auf diese Version der Dinge, wenn es darum geht, die generelle Unvernunft der Teilnehmer herauszustellen, und weshalb man sie entweder ignorieren oder am besten mit besonderen Maßnahmen zur Räson bringen sollte.

Das große Problem dabei jedoch ist, dass sich die Fallzahlen global eher an den Jahreszeiten orientieren, denn an bestimmten Großveranstaltungen. Gezeigt haben dies im letzten Jahr die zahlreichen Ausschreitungen im Namen von Black Lives Matter, wie auch die Jubelfeiern anlässlich des Wahlsiegs von Joe Biden über Präsident Trump im November. Sie lassen sich genauso wenig in den Statistiken ablesen, wie es möglich ist, die unterschiedliche Maßnahmenpolitik einzelner Länder (oder in den USA auch Bundesstaaten) alleine anhand der Grafiken zu Fall- und Todeszahlen abzuleiten.

Daher habe ich mir aus den letzten drei Monaten einige Großereignisse aus aller Welt herausgesucht und deren Datum in den hier herauskopierten Grafiken markiert. Als Ergebnis zeigt sich dabei meines Erachtens durchaus ein Muster, wie ich ganz unten erläutere, allerdings eher nicht das erwartete.

 

Washington DC, 6. Januar: Sturm auf das Kapitol

 

Russland, 23. Januar: Zehntausende protestieren landesweit für Nawalnys Freilassung

 

Österreich, 31. Januar: Verheerende Bilder bei Coronaprotesten mit 10.000 Teilnehmern in Wien

 

Türkei, 2.-8. Februar: Universitäre Proteste gegen Erdogan und für Buchstabensexualität

 

Nepal, 4. Februar: Hitzige Großdemo gegen die Auflösung des Parlaments

 

Spanien, 16.-21. Februar: In ganz Spanien demonstrieren Tausende für die Freilassung eines Sängers

 

Deutschland, 20. Februar: Ferndemonstration gegen das Attentat von Hanau mit 6.000 Menschen

 

Myanmar, 22. Feburar: Tausende Demonstranten skandieren ohne Abstand zu halten gegen den Putsch

 

Irland, 27. Februar: Massive Proteste gegen den Lockdown ohne Maske oder Abstand halten

 

Texas, 3. März: Experten sind schockiert, dass Texas die Pandemie ab sofort für beendet erklärt

 

Paraguay, 5.-8. März: Vier aufeinander folgende Tage mit Protesten gegen den Präsidenten

 

Lateinamerika, 8. März: Großdemonstrationen zum Weltfrauentag in Kolumbien, Mexiko und Argentinien (und in der Schweiz)

 

Schweiz, 13. März: Massenauflauf von Fussballfans in Basel

 

Niederlande, 14. März: Gewalttätige Anti-Lockdown-Demo in Den Haag

 

Fallzahlen mit politischer Neigung

 

Die Grafiken zeigen, dass es deutlich unterschiedliche Verläufe gab infolge der von mir herausgesuchten Großereignisse. Als Schwäche der Aufarbeitung sei gesagt, dass manche der Ereignisse nur medial groß waren, während ich bei weitem nicht alle davon erfassen konnte, die sich in der Zeit in einem Land ereignet hatten. Eventuell habe ich auch nicht die bedeutendste davon erwischt, wie etwa bei der Gedenkdemo in Berlin, oder dem Aufstand der FC Basel Fans in der Schweiz.

Dennoch meine ich, ein gewisses Muster ausgemacht zu haben. Dies trifft vor allem für die erfassten Fälle zu und weniger für die Zahl der Toten. Letztere sind ohnehin nur für die länger zurückliegenden Ereignisse aussagekräftig, da zwischen der Infektion und der statistischen Erfassung des Todes mehrere Wochen liegen.

Am besten sieht man das Muster vermutlich mit Hilfe einer kleinen Entscheidungsmatrix:

Ereignis war… | Fallzahlen sind hinterher…gesunkengleich gebliebengestiegen
regierungsfreundlichUSA
neutralTexas
Spanien
Lateinamerika
Schweiz
Deutschland
oppositionellIrland
Russland
Nepal
Myanmar
Paraguay
Österreich
Niederlande
Türkei

 

Die Antwort lautet Irland

 

Mich lässt der Eindruck nicht los, dass die Fallzahlen in verdächtig vielen Fällen immer genau dann steigen, wenn die Demonstrationen unmittelbar gegen die Regierung gerichtet sind. In Paraguay, der Türkei und dem unter Lateinamerika subsummierten Kolumbien sind nach den jeweiligen Ereignissen sogar die Todeszahlen nach oben gegangen. Dabei sollte es steigende Todeszahlen eigentlich nicht mehr geben. Kaum jemand ist heute noch nicht sensibilisiert gegenüber dem Virus, während die Verwundbarsten inzwischen alle tot sein dürften und auch die Behandlungsmöglichkeiten immer besser werden.

Da die Todeszahlen dennoch im Steigen begriffen sind, muss in den drei Ländern daher etwas bedeutendes falsch gemacht werden. Rein zufällig steht in Paraguay denn auch die Regierung stark unter Druck, während in der Türkei gerade wieder einmal eine dieser typischen Sorosaktionen abzulaufen scheint, auf die Präsident Erdogan gar nicht gut zu sprechen ist. Über Kolumbien ist mir zwar nichts bekannt jenseits dessen, das es dort politisch recht ruhig sein zu scheint und auch nie mehr als rudimentäre Beschränkungen umgesetzt wurden. Aber vielleicht hilft dieser Artikel weiter beim Verständnis der sich in Kolumbien wieder verschlimmernden Situation.

Als Fazit lässt sich feststellen, dass Covid-19 eine unübersehbare politische (und pharmazeutisch-industrielle) Komponente in sich trägt. Müsste ich auf Basis der Grafiken und der daraus gewonnen Tabelle spekulieren, dann würde ich sagen, dass Irland als nächstes kippen und aus dem Mainstream der EU ausscheren wird. Wer weiß, vielleicht schwenkt die politische Stimmung in Dublin (auch unter dem Eindruck des schroffen Affronts durch Brüssel bei der Impfstofffrage) sogar so weit um, dass die Iren ganz von der Fahne gehen und wie ihr großer Nachbar der EU gleich ganz den Rücken kehren.

Quelle Titelbild