Über die Stressimpfung und ihre Bedeutung für die Zersetzung einer Gesellschaft

Wer wissen möchte, an welcher Wand die Stasi abgeprallt ist und warum die DDR letztlich scheitern musste, dem sei der folgende Text ans Herz gelegt. Es geht um die Bedeutung von kleinen Stresserlebnissen im Kindesalter als Voraussetzung für ein erfolgreiches Erwachsenenleben. Fehlt diese Erfahrung, dann verliert der Mensch den Halt und wird bei Herausforderungen im Leben gnadenlos von seinen Gefühlen überwältigt. Auf Gesellschaften bezogen führt der Entzug des Einübens von Stress im Kindesalter zu einer unfähigen und formbaren Masse, die nicht mehr anders kann, als sich unter den schützenden Rock einer Obrigkeit zu flüchten.

 

Alt-Market: Wurde die Verweichlichung von Amerikas Jugend wissenschaftlich konstruiert?

 

In letzter Zeit gab es viele Debatten darüber, welche Generation von Amerikanern am meisten für das aktuelle Versagen der amerikanischen Gesellschaft verantwortlich ist. Die ältere Generation der Babyboomer beschuldigt jüngere Generation beginnend bei den Millennials, die ihres Erachtens zu schwach, faul und anspruchsvoll ist; die Millennials wiederum beschuldigen die Boomer, noch vor ihrer Geburt das System ruiniert zu haben, während sie heute die Früchte einer prosperierenden Wirtschaft genießen. Die wirkliche Antwort ist, dass beide Generationen einen Teil der Schuld tragen. Allerdings nicht aus den Gründen, die oftmals vorgebracht werden.

Der Konflikt zwischen Boomern und Schneeflocken ist eine gezielt gesteuerte Erzählung und soll vom größeren Bild ablenken, um das es geht. Es stimmt zwar durchaus, dass die jüngste Generation völlig verweichlicht ist. Doch ich gehe davon aus, dass es Teil einer größeren Agenda ist, in die das Verhalten der Elterngeneration, also der Babyboomer, unwissentlich mit hineingespielt hat, wodurch die Verweichlichung verschlimmert wurde.

 

Die vierte Generation der Kriegsführung

 

Es gibt den Begriff der Kriegsführung der vierten Generation. Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem eine Nation oder Zivilisation zerstört wird, ohne dass es dabei zu einer direkten militärischen Konfrontation kommt, oder zumindest nicht sofort. Stattdessen versucht man, die feindliche Gesellschaft von innen heraus zu destabilisieren und die Bürger gegen sich selbst aufzuhetzen. Sobald in der Bevölkerung ausreichend viel Chaos verursacht wurde, rücken die Streitkräfte ein und übernehmen die Macht. Der verbliebene Widerstand ist minimal.

Die Strategie kann auch von der eigenen Staatsmacht oder den internen gesellschaftlichen Eliten eingesetzt werden, etwa um die Gesellschaft zu destabilisieren, um eine bessere Kontrolle über die Bevölkerung zu erlangen. Ziel ist es dabei, eine mögliche Rebellion gegen die etablierten Machtstrukturen zu verhindern. Mit anderen Worten: Kontrollierte Chaos erzeugt Panik und Schwäche, was die Möglichkeit eröffnet, die eigene Machtposition zu stärken, da die Bürger abgelenkt und desorganisiert sind.

Dem Chaos und der Panik muss die Bevölkerung völlig unvorbereitet ausgesetzt sein, sobald die angedachten Krisenereignissen losgetreten werden. Sie müssen geistig schlaff sein und es muss ihnen an Entschlossenheit mangeln. Ansonst werden könnten sie zu selbstsicher und trotzig reagieren und sich nicht verängstigt in die Ecke verkriechen, wo dann die Kontrolle über ihr Leben übernommen werden kann.

 

Stressimpfung

 

Ich habe mich kürzlich mit psychologischen Konditionierungsmethoden beschäftigt, mit denen meist Soldaten auf Kampf- und Krisenszenarien vorbereitet werden. Oft hört man den Begriff der „Stressimpfung“. In bestimmten Zweigen und Einheiten des US-Militärs wird vermehrt Wert auf diese Stressimpfung gelegt (auch jenseits der Grundausbildung), um die Soldaten und ihre Widerstandskraft zu stärken, so dass sie sich in einer Kampfsituation mit unmittelbarer Gefahr nicht in Panik geraten und das Adrenalin ihre motorischen und psychischen Prozesse blockiert.

Denkfabriken des Verteidigungsministeriums wie etwa die DARPA haben umfangreiche Analysen zu diesem Thema veröffentlicht. In gewissem Umfang wird die Stressimpfung auch zur Behandlung von Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung eingesetzt.

Die Fähigkeit, unter Stress ruhig zu bleiben, ist der Schlüssel zur Kampfbereitschaft. Die effektivsten Krieger und die erfolgreichsten Menschen im Leben haben in der Regel die Fähigkeit, mit Stress umzugehen und Leistung auf hohem Niveau zu erbringen und das insbesondere in Situationen, in denen andere Angst und Panik erleben.

Historisch haben Zivilisationen immer sehr sorgfältig darauf geachtet, in welcher Weise sie ihre Krieger auswählen und ausbilden. Die Stämme der amerikanischen Ureinwohner zum Beispiel achteten ganz besonders darauf, dass ein Aspirant nicht sofort weg rennt, wenn eine hitzige Situation im Entstehen begriffen war. Ihre Wahl fiel somit immer auf Männer, von denen sie sicher sein konnten, dass sie sich der Herausforderung direkt stellen würden. In ihrer Philosophie wurde eine kleine Truppe von psychologisch vorbereiteten Kriegern als weitaus effektiver angesehen als eine riesige Armee, in der potenziell Feiglinge die Oberhand hatten. Der psychologische Test von Menschen auf ihre Fähigkeit zur Stressbewältigung ist seit Tausenden von Jahren eine gängige menschliche Praxis.

 

Gesunder akuter Stress VS ungesunder chronischer Stress

 

Manche Menschen werden einfach mit dem Talent dafür geboren. Andere lassen sich mit einfachen Methoden in dieser Hinsicht trainieren. Der Schlüssel aber besteht darin, dass die Menschen schon im Kindesalter beginnen, Stressmanagement zu lernen. Dies erfordert, dass sie Erfahrungen machen, die kurzfristig zu akutem Stress führen, da dies langfristigem chronischem Stress vorbeugt.

Kurzfristiger akuter Stress stärkt die mentale Reaktionszeit, stärkt das Selbstvertrauen und insgesamt die mentale Widerstandskraft einer Person, da sich ein Gewöhnungseffekt einstellt und irgendwann kein Stress mehr empfunden wird. Langfristiger chronischer Stress dagegen bewirkt das Gegenteil. Er sorgt dafür, dass kein Gewöhnungseffekt eintritt und die betroffene Person ständig damit rechnen muss, in den Zustand der Angst zurückzufallen.

Zu den akuten Stressereignissen gehören körperliche Betätigung, wettkampforientierte Spiele, das Zurechtfinden in einer ungewohnten Umgebung, das regelmäßige Erlernen von neuen Fähigkeiten und das Durchhalten, bis etwas richtig beherrscht wird. Selbst die Interaktionen mit größeren Gruppen, etwa ein Vortrag, zählen dazu.

 

Was wäre, wenn…

 

Als ich mich mit dem Thema beschäftigte, da kam mir irgendwann eine Frage: Was würde eigentlich passieren, wenn eine Gesellschaft genau das Gegenteil davon macht? Was wäre, wenn eine ganze Generation von Kindern absichtlich vor allen Formen von akutem Kurzzeitstress geschützt würde? Was, wenn sie dazu ermutigt würden, niemals hart an etwas zu arbeiten? Was wäre, wenn sie keinen Anreiz bekämen, irgendwelche Ziele zu erreichen? Was wäre, wenn ihnen das Konkurrenzdenken verboten würde, weil es „barbarisch“ ist? Was wäre, wenn das Leistungsprinzip an sich abgelehnt und die Vorstellung von „Gewinnen“ im Namen der „Gerechtigkeit und Gleichheit“ eliminiert würde?

Was wäre, wenn eine Generation von Kindern so dünnhäutig und ungeübt im Umgang mit Stress wäre, dass sie beim ersten Anzeichen von Ärger panisch zur nächsten Autoritätsperson rennen und dort um Hilfe bitten? Was wäre, wenn sie so verwöhnt wären, dass sie nie gelernt hätten, auf sich selbst aufzupassen? Was wäre, wenn alle ihre Lebenserfahrungen in einer sicheren, isolierten digitalen Fantasiewelt stattfänden, in der es kein echtes Risiko gibt?

Stellen Sie sich nun vor, Sie nehmen diese hochgradig verwöhnte und behütete Generation und setzen sie plötzlich einem massiven Krisenereignis aus, wie z. B. einem Wirtschaftscrash oder sogar der Bedrohung durch eine globale Pandemie. Wie würde diese Gruppe von Kindern, die inzwischen erwachsen sind, auf eine solche Situation reagieren, wenn sie über keinerlei praktische Fähigkeiten oder emotionale Belastbarkeit verfügen?

 

Völlig unkontrollierte Reaktionen

 

Alle ihre Handlungen wären reaktionär und voller Panik, sie stünden dem empfundenen Terror hilflos gegenüber. Da sie nie gelernt haben, mit akuten Stressereignissen umzugehen, haben sie sich zu wandelnden Zeitbomben für Angst und Panik verwandelt.

Dabei könnte es genauso gut sein, dass sie wegrennen und sich verstecken, wie auch, dass sie in blinder Gewalt ausschlagen. Sie würden völlig unkontrolliert reagieren, hätten keinerlei Selbstkontrolle, und würden nur noch von ihren Emotionen und dem pulsierenden Adrenalin angetrieben, da Logik und Vernunft völlig ausgehebelt wurden.

Wäre das nicht der effektivste Weg, um eine Nation innerhalb von ein paar Jahrzehnten zu zerstören oder die Herrschaft dort zu übernehmen?

 

Safe Spaces als notwendiges Überlebensinstrument

 

Im heutigen Amerika gibt es in den jüngeren Generationen die Mode der „Social Justice Warriors“ (Soziale Gerechtigkeitskrieger; SJWs). Darin spiegelt sich ihre völlige Unfähigkeit wider, ohne dauerhafte Hilfe autonom in der normalen Erwachsenengesellschaft zu funktionieren. Man muss sich fragen, wozu diese Konzepte rund um „Safe Spaces“ [sichere Räume], Mikroaggressionen, Trigger-Warnungen [Warnung vor etwas potenziell unangenehmem] und all die erzwungenen Bekundungen zu Vielfalt, Intersektionalität, Hautfarbenprivilegien, der kritischen Rassentheorie usw. dienen sollen. Es sind Instrumente, mit denen sich diese Menschen künstlich mit einer Schutzhülle umgeben, die sie von jeglichen negativen Erfahrungen ferngehalten soll.

Der einzige Grund für die Existenz dieser „Opfergruppen“, die aus vermeintlich „Diskriminierten“ und „Unterdrückten“ bestehen, liegt darin, dass als Teil dieser Gruppe jede Form des akuten Stress vermeiden können. Sie schließen sich in dieser Weise zusammen, um auf gesellschaftlicher Ebene dafür zu sorgen, dass sie den Rest ihres Lebens nie wieder von jemandem mit etwas konfrontiert werden können, womit sie nicht umgehen können. Daher wollen sie, dass sie niemand mehr kritisieren oder benachteiligen darf und niemand mehr eine praktische Anforderungen an sie stellt. Für das eigene Überleben sind sie angewiesen auf den Status einer geschützten Klasse mit besonderen Privilegien.

Sie lehnen es ab, in eine Arbeitswelt einzutreten, die auf der Grundlage von Leistung und Belohnung beruht, weil sie behaupten, Wettbewerb sei „rassistisch“ und schaffe Ungleichheit. Alles, was ihnen Stress bereitet, wird sofort als „Aggression“ gegen sie persönlich angesehen, während alle Stressfaktoren unabhängig ihrer Art in der gleichen Weise als maximal schädlich erachtet werden. Für sie stehen Beleidigungen oder auch nur konstruktive Kritik auf einer Ebene wie körperliche Angriffe. Denn sie reagieren darauf jeweils mit sofortiger emotionaler Panik, so dass die Wirkung dieser so unterschiedlichen Stresserfahrungen die selbe ist. Für sie gibt es daher auch keinen Unterschied zwischen Kritik und körperlicher Gewalt.

Ich gehe davon aus, dass sich daher auch viele junge Menschen zu „Transsexuellen“ erklären. Es der einfachste Weg, um den Status eines geschützten Opfers zu erlangen, dem kein Stress mehr entgegen gebracht werden darf.

 

Verweichlichung ein Elitenprojekt

 

Es ist eine Bewegung, die einer ewig verlängerten Kindheit entspricht. Jedoch ist sie nicht aus dem Nichts entstanden, dafür ist die Indizienlage viel zu eindeutig. Die marxistischen Grundlagen der Sozialen Gerechtigkeitskrieger stammt direkt aus den Federn elitärer Organisationen wie der Rockefeller Foundation oder der Ford Foundation. Von dort aus wurde deren Entwicklung finanziert und gesteuert, so dass die Verweichlichung von Amerikas Jugend keinesfalls als eine natürliche Entwicklung bezeichnet werden kann, sondern als ein konstruiertes und gewolltes Vorhaben.

Dies wird sogar offen zugegeben in Alison R. Bernsteins Buch „Funding The Future: Philanthropy’s Influence On Americas Higher Education“ [Die Zukunft: Der Einfluss der Philantrophie auf die tertiäre bildung in Amerika]. Bernstein ist Vizepräsidentin für Bildung bei der Ford Foundation und ehemalige stellvertretende Dekanin in Princeton.

 

Boomer als Sündenböcke?

 

Es ist aber bei weitem nicht nur die SWJ-Brigade, die das Problem darstellt. Eine große Zahl junger Menschen steht heute völlig unvorbereitet vor ihrem Erwachsenenleben und zeigt mit dem Finger auf die Boomer, denen sie die Schuld für ihr Versagen in die Schuhe schieben. Entgegen der landläufigen Meinung sind die Boomer jedoch in keinster Weise für den Niedergang der US-Wirtschaft verantwortlich. Wer nach den wirklich Schuldigen für die steigenden finanziellen Engpässen in Amerikas Haushalten sucht, der wird viel eher fündig bei der Federal Reserve, da sie sich dafür verantwortlich zeichnete, dass die Kaufkraft unserer Währung und unsere Wirtschaft im Laufe der letzten Jahrzehnte systematisch schwächer wurden.

Woran die Boomer dagegen schuldig sind, ist das von ihnen angewandte Erziehungsmodell. Sie zogen eine Generation von Schwächlingen auf und hinterfragten dabei nur selten das Establishment und ihre Medienpropaganda, die ihnen unisono dazu rieten, wie Helikopter über ihren Kindern zu schweben und sie selbst dann zu belohnen, wenn sie einmal verloren haben. Das, so wurde ihnen mitgeteilt, sei die beste Erziehungsmethode. So verwöhnten die Boomer ihre eigenen Kinder dann aus Liebe so sehr und schirmten sie von jeglichem akuten Stress ab, dass sie nun als junge Erwachsene nicht dazu in der Lage sind, erfolgreich ihr Leben zu bestreiten.

Mit eine der am häufigsten vorgebrachten Beschwerden ist das Wehklagen darüber, dass die Alten alle über ihr Eigenheim verfügen. Die jüngere Generation würde sich das nie leisten können, weil die Boomer die Wirtschaft ruiniert hätten. Deswegen, meinen sie, stünde es den Boomern nicht zu, die Passivität und Faulheit der jüngeren Generationen zu kritisieren.

Die Wahrheit aber ist, dass die Mehrheit der Boomer mit spätestens 18 Jahren von zu Hause ausziehen musste und daher dazu gezwungen waren, erwachsen zu werden. Auf der anderen Seite lebt noch immer eine große Anzahl von Millennials bis weit in ihre 30er Jahre hinein bei Mama und Papa. Anstelle zu Arbeiten und für die Zukunft vorzusorgen, ernähren sie sich von diesen wie Parasiten. Generation Z als den gerade erwachsen werdenden jungen Menschen, scheint sich auf dem gleichen Weg zu befinden. So einfach es klingt, aber das Wohlstandsgefälle zwischen den Generationen liegt ganz einfach nur daran, dass Boomer ihr Erwachsenenleben früher begannen und sie so schneller und über längere Zeit ihr Vermögen aufbauen konnten.

Dennoch tragen die Boomer eine Mitschuld. Helikoptereltern haben dazu beigetragen, die amerikanische Gesellschaft zu ruinieren, obwohl zahlreiche psychologische Studien darauf hinweisen, dass überbehütete Kinder die Fähigkeit zum Umgang mit Stress versagt bleibt, so dass sie als Erwachsene nie lernen, damit umzugehen.

 

Stiftungen haben den Umbau des Erziehungswesens finanziert und befördert

 

Kaum je wurden die Risiken dieser Erziehungsmethode in den Medien transportiert. Im Gegenteil wurden die Familien bei jeder Gelegenheit mit Verweis auf elitäre Stiftungen dazu ermutigt, diesen Erziehungsstil fortzusetzen.

Insbesondere die Ford Foundation war eine treibende Kraft hinter der für modernen erklärten Erziehungs- und Bildungsmethode rund um die Stressvermeidung. Die Stiftung war maßgeblich an der Entwicklung von Programmen wie Head Start beteiligt und hat Hunderte von Millionen Dollar für die Ausbildung von Lehrern an öffentlichen Schulen ausgegeben, in denen ihnen das Thema der sozialen Gerechtigkeit eingeimpft wurde.

Ford war auch die treibende Kraft hinter der Gründung eines Bildungssenders, aus dem später das nichtkommerzielle PBS hervorging, und finanzierte unter anderem die weltweit bekannte Kindersendungen wie die Sesamstraße. Das soll nicht heißen, dass die Produzenten hinter den Programmen irgendwelche bösartigen Absichten verfolgten. Es ist lediglich eine Tatsache, dass bei der Sesamstraße als Thema oftmals die Stressvermeidung vorkam und nicht die Stresskonfrontation. Insofern ist es kein Wunder, dass die Stressimpfung unter Amerikas Jugend immer seltener wird, während auch aus öffentlichen Schulen immer mehr Situation verschwinden, in denen der Stress geübt werden könnte.

 

Freiheit gegen Sicherheit

 

Wenn die Geschichte ein Indikator ist, dann würden sich die aktuell jüngeren Generationen im Fall einer überwältigenden Krise nicht selbst dagegen wehren, sondern sofort nach Schutz verlangen. Sie würden dem bisherigen Muster folgen, nachdem sie bereits nach absolutem mentalen und finanziellen Schutz verlangt haben.

Sie werden sich unweigerlich der staatlichen Kollektivfürsorge oder vielleicht auch den Geldeliten unterordnen, und sie werden für das Gefühl der Sicherheit gerne ihre Freiheit aufgeben. Tatsächlich legen sie nicht einmal Wert auf ihre Freiheit, da sie das Gefühl der Unabhängigkeit ohnehin nie genießen konnten, sondern bei dessen Erfahrung nur Stress und Überforderung empfanden. Die neue Bequemlichkeit in Unfreiheit dagegen werden sie sehr gerne annehmen.

Nicht alle jüngeren Amerikaner leiden unter dieser mangelnden Resistenz gegen Stress. Viele sind willensstark, jedoch hört man von den wenigen, die das auch zugeben meist nur, wie sie sich von der Mehrheit der Gleichaltrigen isoliert fühlen.

 

Ausgerechnet im entscheidenden Moment

 

Es fällt mir schwer zu glauben, dass es sich um einen reinen Zufall handelt, dass die auch im längeren historischen Rückblick wohl schwächste Generation junger Erwachsener ausgerechnet jetzt auftritt, zu einer Zeit, in der wir einer ganzen Serie an schwerwiegenden Krisenmomenten gegenüberstehen. Es ist einfach zu perfekt, als dass es nicht geplant worden sein konnte.

Eine Stressimpfung hat in etwa die gleiche Wirkung wie die Stärkung des Immunsystems – manchmal muss man in jungen Jahren Krankheiten durchleiden, um später im Leben gegen schwerere Krankheiten immun zu sein. Analog dazu muss man in jungen Jahren Stressmomente erlebt haben, um später im Leben besser mit Krisenereignissen umgehen zu können. Andernfalls wird der Geist so formbar wie Wackelpudding und kann genauso leicht auch verschlungen werden.

Die gute Nachricht ist, dass die Stressimpfung auch im Erwachsenenalter noch immer funktioniert und nachgeholt werden kann. Da unsere Welt immer instabiler und unsicherer wird, sollte jeder die Fähigkeit besitzen, mit den eigenen Ängsten umzugehen. Das ist von größter Bedeutung für den Erhalt der eigenen Freiheit und unseres gemeinsamen Wohlstandes.

Quelle Titelbild