Las Vegas öffnet seine Schulen, nachdem Suizide bei Schülern um das 25-fache zunahmen

Unüblich für die Erbsenzähler in unserem Land bekommen wir kaum belastbare Informationen, wenn es richtig interessant wird. Dazu gehört die Religionszugehörigkeit von Gefängnisinsassen genauso wie die Suizidrate bei Kindern und Jugendlichen, die aktuell im Zusammenhang mit den Schulschließungen wegen Corona von besonderem Interesse sind. Manchmal aber lässt sich eine Analogie ziehen zu anderen Ländern, wo es oft genug ganz ähnlich läuft. Diesmal ist es die Stadt Las Vegas, die ein Stück Ehrlichkeit in den globalen Informationsstrom geträufelt hat.

 

Las Vegas wehrte sich, aber vergeblich

 

Auch in den USA anerkannte das linke Politestablishment erst ab Mitte März 2020 die bereits grasierende Pandemie als potenziell bedrohlich. Entsprechend sprang auch das links regierte Nevada auf den Lockdown-Zug auf und beschloss, alles dicht zu machen, was nicht für das reine Überleben notwendig war.

Las Vegas, das vom Fremdenverkehr lebt, und davon besonders hart getroffen wurde, versuchte sich zunächst zu wehren. Doch es half nichts und so schloss auch die Glücksspielstadt Ende März letzten Jahres ihre Tore und auch ihre Schulen. Nun aber öffnet die Schulbehörde der Stadt die Schulen wieder, nachdem bereits im Januar sehr beunruhigende Zahlen an die Öffentlichkeit kamen, und wonach es unter Schülern zu einem starken Anstieg an Suiziden kam.

 

15,7% höhere Sterberate & 25-fache Suizidrate unter Kindern

 

Seit Beginn der Pandemie und bis Ende des letzten Jahres wurden 19 Selbstmorde unter Schülern registriert. Auf ein Jahr hochgerechnet entspricht dies 25 Suiziden, wobei anzunehmen ist, dass der Freiheitsentzug sich erst nach mehreren Wochen in negativer Weise auf die Psyche der Schüler auszuwirken begann. Die Basis bildet demnach etwa sieben bis acht Monate.

In Las Vegas leben circa 124.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche. Gemessen an der US-Sterbetafel sterben dort statistisch betrachtet jährlich 158 Schüler. Darunter sind nicht nur Suizide, sondern alle Todesursachen wie Krankheiten oder Unfälle. Die Todesrate unter Minderjährigen in Las Vegas stieg damit infolge des Lockdowns um 15,7% an.

Betrachtet man alleine die Suizidrate bei Personen im schulpflichtigen Alter, dann sieht man, dass es in den vergangenen sechs Jahren eine deutliche Zunahme gab. Vor Beginn der Aushebelung des Alltagslebens lag die Zahl in den USA gerechnet auf eine Million Minderjährige bei sechzig Suiziden. Gemessen am Landesschnitt begeht damit in Las Vegas jedes Jahr durchschnittlich knapp ein Kind Selbstmord. Damit lässt sich schließen, dass sich aufgrund des Lockdowns 25 Mal so viele Kinder das Leben genommen haben, als es ohne Lockdown erwartbar gewesen wäre.

 

Mortalität von Covid-19 nach Alter

 

Auch in den USA kostete das Pandemievirus vor allem älteren Menschen das Leben. Von den bislang gut 404.000 als Covid-Todesopfer registrierten Menschen waren lediglich 207 jünger als 19 Jahre. Dabei zeigt eine Analyse der minderjährigen Todesopfer in den USA für den Zeitraum von Februar bis Juli letzten Jahres (Figure 2 und nachfolgende Tabelle), dass unter den Minderjährigen in den USA 5-17 Jahre alte Kinder am geringsten betroffen waren.

Insgesamt 48 Todesfälle gab es bis Juli 2020 in der Altersgruppe der Schüler in Relation zu über 390.000 Todesfällen insgesamt, die bis dahin mit Covid-19 in Zusammenhang gebracht wurden. Ein Todesopfer von mehr als 8.000 war demnach ein Schüler, wobei dieser Wert aufgrund der hohen Zahlen als sehr stabil erachtet werden kann.

In Nevada mit 3 Millionen Einwohnern starben laut statistischer Erfassung bislang 5.135 Menschen an Covid-19. Der Erwartungswert in dem Bundesstaat liegt somit bei 0,6 toten Schüler aufgrund des Virus für den gesamten Zeitraum der Pandemie. Der Großraum Las Vegas beherbergt zwei Drittel aller Einwohner von Nevada, was in einem Erwartungswert von 0,4 Covid-toten Schülern resultiert.

Wären in Nevada keine Maßnahmen getroffen worden, müsste der Bundesstaat heute mit bis zu 12.000 Toten rechnen, Las Vegas selbst mit bis zu 8.000 Toten. Unter hätte sich in Las Vegas in diesem Fall erwartbar ein Schüler befunden, der die Pandemie nicht überlebt hätte.

 

Übertragen auf Deutschland: 50x so viele Suizide bei Schülern

 

Aufgrund der Ähnlichkeit des Pandemieverlaufs und der Maßnahmen dagegen lassen sich die Zahlen auf Deutschland übertragen. Auch hierzulande sind Kinder im schulpflichtigen Alter am geringsten von dem Virus betroffen. Bis Anfang Februar starben in Deutschland gerade einmal vier 10-19 Jahre alte Personen im Zusammenhang mit Covid-19.

Die Zahlen für Suizide auf Landes- und Bundesebene werden gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Daher machen nicht viel mehr als Gerüchte und anekdotische Hilferufe die Runde, wobei sich einige aus dem Fenster lehnen und eine seit Corona gesunkene Suizidrate für alle Altersgruppen behaupten. Wir wissen damit wengier als wir ahnen, vor allem da uns damit kein Bild über die Lage bei Schülern gegeben wird.

Im letzten Schuljahr waren in Deutschland circa 8,25 Millionen Schüler an allgemeinbildenden Schulen angemeldet. Das entspricht in etwa dem 66-fachen von Las Vegas. Überträgt man die dortigen Werte auf unser Land, dann muss man davon ausgehen, dass in Deutschland bislang wegen des Lockdowns circa 1.200 Kinder und Jugendliche Suizid begangen haben müssen. Auf ein Jahr hochgerechnet ist in dieser Altersgruppe mit über 1.600 Suiziden zu rechnen.

Von dieser Schätzung ausgehend muss die Suizidrate unter Kindern noch einmal dramatischer angestiegen sein, als es in Las Vegas der Fall war. In Deutschland nehmen sich jährlich nur in etwa halb so viele Schüler das Leben, was effektiv auf eine Steigerung der Selbstmordrate bei Kindern um den Faktor 50 hinausliefe.

Quelle Titelbild