„Blue Anon“ gelöscht: Das Entlarven der Matrix linker Verschwörungstheorien ist verboten

„Blue Anon“ gelöscht: Das Entlarven der Matrix linker Verschwörungstheorien ist verboten

Der gegenseitige Vorwurf des Anhängens von Verschwörungstheorien gehört zu den wichtigsten Desinformationstrends unserer Tage. Früher war der Vorwurf nur auf Randbereiche der öffentlichen Informationsgewinnung beschränkt, dank der Möglichkeiten des Internets aber konnte, oder eher musste der Vorwurf in den Werkzeugkasten des Mainstreams aufgenommen werden.

Im Moment sind es vor allem noch „rechte“ Theorien und Vermutungen, die vom politisch linken Establishment in Medien und Politik als Verschwörungstheorie bezeichnet werden, wobei es seit Corona bekanntlich auch anders herum laufen kann und jeder rechts ist, der einer bestimmten Vermutung anhängt. Die Grenzen in diesem Attributenraum sind fließend und niemand ist sicher davor.

 

Von Q-Anon zu Blue Anon

 

Diese Grenzen jedoch sind so fließend, dass es in der US-amerikanischen Debatte gerade zu einer Art Schubumkehr kommt. Die Lage ist so ernst, dass sich das Oligopol aus klassischen und sozialen Medien nur noch mit blanker Zensur zu wissen helfen weiß.

Es geht um den kürtzlich erfundenen Neologismus „Blue Anon“, mit dem einige dissidentische Meinungsmacher die linke Verschwörungsmatrix zu bezeichnen begannen. Das „blue“ bezieht sich auf die Farbe der linksgerichteten Demokratischen Partei, die in den USA mit blau assoziiert wird. „Anon“ wiederum nimmt Bezug auf das Umfeld der inzwischen etwas in den Hintergrund getretenen Verschwörungstheorie „Q-Anon“, die sich als politisch rechts gerichtet bezeichnen lässt.

Blue Anon definiert sich als das linke Äquivalent des Verschwörungsdenkens mit eigenen Verschwörungstheorien, eigenen alternativen Mainstream Medien, in denen diese Theorien gesponnen und verbreitet werden und politischen Persönlichkeiten sowie zahlreiche Anhänger, die diese Verschwörungshtorien unhinterfragt weiterverbreiten.

 

Die linke Verschwörungsmatrix

 

In genau der selben Weise, wie die Matrix aus rechten Verschwörungstheorien von der anderen Seite als psychotischer und gefährlicher Quatsch erachtet wird, soll Blue Anon eine Äquidistanz herstellen zur inhaltlichen Qualität von zahlreichen zwar wiederlegten, jedoch weiterhin in vehementer Überzeugung von links vorgetragenen Vorstellungen herstellen.

Darunter fallen beispielsweise zahlreiche Vermutungen über Präsident Trump, wie etwa, er sei ein russischer Agent, oder dass der Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar organisiert habe. Obwohl zu ersterem in einer zwei Jahre dauernden FBI-Untersuchung keinerlei Beweise gefunden werden konnten, wird die Verschwörungstheorie noch immer von linken Politikern und Journalisten verbreitet. Ähnliches gilt für den Zwischenfall am US-Kapitol, da es mehrere Aufnahmen gibt, in denen Trump zu einem „friedlichen Protest“ aufruft und nicht zu einem Putsch.

Ebenso ein Teil der Blue Anon Matrix ist die Behauptung, dass die Black Lives Matter Proteste „weitgehend friedlich“ verliefen. Im Sommer 2020 wurde in zahlreichen amerikanischen Städten randaliert und gebrandschatzt mit einer Schadenssumme die in die Milliarden geht. Nicht weniger wurden in der von Linksextremisten errichteten „Chaz“ oder „Chop“ genannten temporären autonomen Zone in Seattle mehrere Menschen ermordet. Die Behauptung der friedlichen Natur des Protests im Sommer fällt eindeutig ebenso in die Kategorie Verschwörungstheorie, wird in linken Kreisen jedoch weiterhin als Tatsache gesehen.

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für widerlegte Verschwörungstheorien, die jedoch weiterhin von so vielen Vertretern auf der politischen Linken geäußert werden, dass man sie zu deren Gemeingut und damit zu Blue Anon zählen kann.

 

Harte Zensurlinie beim Urban Dictionary

 

Auf den Hauptstraßen des Internets findet man allerdings kaum noch Hinweise darauf, nachdem begonnen wurde, sie unter dem Begriff Blue Anon zu sammeln. Grund ist die übliche Triage aus Zensur, Kontenlöschung und Shaddowbanning. Die digitalen Daumenschrauben wurden in diesem Fall so sehr angezogen, dass der Tweet von Jack Posobiec mit Bezug auf Blue Anon nicht einmal dann mehr als direktes Suchergebnis erscheint, wenn man dessen Text in die Suchmaske eingibt.

Posobiecs Twitterkonto ist mit 1,2 Followern eines der größen und er gehört zu den wichtigsten Oppositionellen in den USA. Er schrieb in dem Tweet, dass er „vor der Löschung des Begriffs Blue Anon noch nie davon gehört hat, dass bei @UrbanDictionary jemals ein Begriff gelöscht wurde“.

Beim Urban Dictionary handelt es sich um eine Seite, auf der neu entstandene Begriffe und Kürzel aus der digitalen Umgangssprache definiert werden. Da sich die Umgangssitten schnell im Internet schnell wandeln, gehört die Seite zu einem beliebten Nachschlagewerk und reagiert auch entsprechend schnell, sobald ein neuer Begriff aufkommt und nachgefragt wird.

Genau das war dann auch der Fall mit Blue Anon. Wie Posobiec schreibt, wurde der Begriff quasi aus dem Stand wieder gelöscht, nachdem ihn dort jemand erstmals beschrieben und mit Beispielen versehen hat. Das Urban Dictionary, das sich bislang nicht hervorgetan hat als Mitgliedd im Kartell der linksextremen Meinungswächter, kann ab sofort ebenso hinzugezählt werden. Ohne Zweifel schließen lässt sich daraus, dass der Treffer wohl saß.

Der Karriere von Blue Anon dürfte dies kein Abbruch tun. Krude linke Verschwörungstheorien gibt es nicht nur in den USA viele, auch bei uns gibt es einige. Dies zeigt das aktuelle Beispiel von Annalena Baerbock, die noch immer glaubt, die Menschen in Fukushima seien an Strahlung gestorben und nicht, weil sie ertrunken sind oder infolge des Erbebens erschlagen wurden.

Nicht zuletzt lässt sich mit einiger Berechtigung auch die linke Denkschablone des Marxismus als Verschwörungstheorie einordnen. Denn was ist die Überzeugung, wonach eine Klasse anonymer, steinreicher und zutiefst böser Erzapitalisten heimlich im Hintergrund an der Unterjochung und Versklavung der Welt arbeiten, wenn nicht eine Verschwörungstheorie?

Eine Aktualisierung

Das Urban Dictionary hat sich tatsächlich vom Shitstorm beeindrucken lassen und den Begriff wieder online gestellt.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de