Stefan Mudry geht bei Jouwatch mit seiner gescheiterten Finca Bayano hausieren

Überrascht fand ich heute morgen bei Jouwatch einen Werbeartikel von Stefan Mudry für seine Finca Bayano. Wer meinen Blog etwas verfolgt, der weiß, dass ich keine hohe Meinung von ihm und dem Projekt habe, nachdem ich bezüglich einer nicht bezahlten Werbeanzeige einen ziemlich seltsamen Austausch mit ihm hatte (siehe hier und hier).

Ich entschied mich daraufhin für die Veröffentlichung meines Schriftverkehrs mit Mudry, weil ich potenzielle Kunden vor ihm warnen wollte. Einmal, weil er mental angeschlagen zu sein scheint und das keine gute Voraussetzung ist, um sich die Fluchtburg mit jemandem zu teilen. Des weiteren kommt die vermutete Erfolglosigkeit der Finca hinzu. Bei mir entstand sogar der Eindruck, dass Mudry sein Projekt inzwischen womöglich zu einer Betrugsmasche umgebaut haben könnte, um arglosen Interessierten das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Leider achtete Jouwatch nicht auf meinen Hinweis mit dem unseriösen Verhalten durch Mudry und veröffentlichte heute seinen Werbetext. Dennoch wirkt meine Warnung vor ihm ganz offenbar, worüber ich sehr froh bin. Kurz nach Veröffentlichung des Jouwatch Artikels meldete sich ein Leser bei mir, der sich gerade selbst auf dem Sprung ins Ausland befindet, um sich bei mir für die Veröffentlichung zu bedanken und fügte noch einige wertvolle Informationen bei. Er erlaubte mir, seine E-Mail in anonymisierter Form zu veröffentlichen. Weiter unten findet sich meine Antwort an ihn.

 

Exilwilliger Leser B.T. bedankt sich für die Warnung vor Mudry

 

Ich habe mir gedacht, daß Sie sich vielleicht über ein Feed Back zu Ihrem Mudry-Artikel freuen würden.

Heute Morgen ist mir einen Artikel auf Jouwatch ins Auge gestochen, der erstmal sehr interessant aussah. Eine Finca in Panama verschenkt ein paar Grundstücke an Auswanderer.

Ich kenne zwar dieses Projekt von den div. Werbungen, die im Netz so zu finden sind. Angezogen hatte es mich nie, da der Preis utopisch war.

Habe z.B. letzten Monat ein Grundstück in [einem mittelamerikanischen Land] gefunden, 2500qm mit einem netten Haus, 3 Schlafzimmer, Obstbäume und vieles mehr, was man dann so zum Leben bräuchte – für 45.000€. Also gleich zum einziehen gedacht. Da sind natürlich die 30€ pro Quadratmeter in Panama desillusionierend.

Aber was solls – Stefan Mudry scheint ja recht grosszügig entsprechendes Land verschenken zu wollen.

Eine kurze Suche nach seinem Namen hat mich dann auch auf Ihre Webseite geführt. Und das ist jetzt der Punkt wo ich mich bedanken möchte.

Das Veröffentlichen dieser Kommunikation mit Herrn Mudry hat mir den nötigen Einblick gegeben, daß dieser Mensch nicht gerade zu der Gattung gehört, mir der ich mich austauschen möchte. Gerade in einem Umfeld, wo es eventuell auch einmal etwas stressiger wird, ist man auf einen kompetenten Austausch angewiesen.

Alleine die Vorstellung, ich würde mich jetzt dort vor Ort befinden und es gibt ein Problem, mit dem Herr Mudry emotional nicht umgehen kann, stellt bei mir alle Haare auf. Dank Ihrer Info werde ich liebend gerne darauf verzichten, mich bei Herrn Mudry wegen einem kostenlosen Grundstück zu melden.

Es ist sehr schade, dass aus diesem Projekt offensichtlich nichts wird. Es fehlt ein substantielles Konzept. Feuchte Träume, mit Gleichgesinnten das eigene Leben zu subventionieren ist da einfach zu wenig.

Wir, meine Frau und ich, gehen unser Auswander-Konzept ganz anders an. Wir haben uns für einen weltweit gefragten Job [..] entschieden, sind gerade in der letzten Ausbildungsphase und haben jetzt schon ein kleines Labor etabliert, welches wir dann als Lebensgrundlage mitnehmen werden.

Wenn man den harten Weg, wie Herr Mudry gehen möchte, bedarf es meiner Meinung nach zumindest einer fundamentalen Integrität, die auch unter schwierigen Bedingungen immer eine Bodenhaftung ermöglicht.

Herr Mudry hat sich ganz offensichtlich übernommen – schade auch. Es ist aber bei solchen Projekten eben doch von Vorteil, ein entsprechendes Konzept mitzubringen. Die kommunizierte Grundlage der Angstmache halte ich eh für zu dünn. Wir werden in ein anderes Land gehen um dort zu leben, weil wir unser Leben mit vielen schönen Bildern auffüllen wollen. Die hier vorherrschenden Zustände sind lediglich eine Entscheidungshilfe für uns.

Also nochmal ein Dankeschön an Sie – Ihre Infos sind hilfreich.

 

Meine Antwort an B.T. mit noch ein paar Hinweisen

 

Vielen Dank für die Rückmeldung, genau dafür habe ich die Sachen über Mudry veröffentlicht. Ich bin sehr froh, dass die Warnung funktioniert.

Mudry scheint wirklich kein zuverlässiger Zeitgenosse zu sein und ist in Panama offenbar auch nicht mit anderen Deutschen vernetzt, etwas das ich für ein solches Projekt für essenziell halte. Ich hatte bzgl Mudrys Projekt u.a. bei Matthias Lefarth vom BVMW nachgefragt, der in Panama unterwegs ist, nachdem ich dieses Interview von MMNews mit ihm sah.

Lefarth meinte mir gegenüber, dass er Mudry weder persönlich kennt, noch von jemandem weiß, der mit ihm in Kontakt steht. Wenn Sie in Richtung Mittelamerika auswandern wollen und nach nützlichen Kontakten suchen, ist Herr Lefarth eventuell eine gute Anlaufstelle. Seinen E-Mail Kontakt finden Sie unter dem Video mit dem Interview.

Den Artikel bei Jouwatch habe ich ebenso gesehen und es verwundert mich etwas, dass sie ihn dort veröffentlicht haben, da ich Jouwatch auf meine Erfahrung mit Mudry aufmerksam gemacht hatte. Sieht ganz danach aus, als hätte er doch noch etwas Geld übrig für derartige Werbeanzeigen.

Letztlich gibt mir Mudry darin aber zu 100% recht. Wer nach fast einem Jahrzehnt des Aufbaus und viel Werbung noch immer nur „eine Handvoll Bewohner“ sammeln konnte und am Ende den Preis trotz absehbarer Dramatik überall in der Welt auf Null setzen muss, der ist nach allen Regeln der Kunst gescheitert.

Schade drum, ich hätte es ihm durchaus gegönnt. Aber wie Sie schreiben braucht es ein umfassendes Konzept, um ein derartiges Projekt zum Erfolg zu bringen. Das lag schlichtweg nie vor. Zuckerbrot und Peitsche als Lockmittel reichen einfach nicht aus als Anreiz für Personen, die in rationaler Weise ihren Exit aus dem System vollziehen wollen.

Quelle Bildschirmfoto