Corona unter der Krone: Sexueller Übergriff in Quarantäneeinrichtung; Ansätze eines Gulagsystems; Kleinkinder müssen zu Hause in Isolationshaft

Vor zwei Wochen habe ich über den Fall eines Kanadiers berichtet, der nach der Wiedereinreise abgeholt wurde und zwei Wochen in einer staatlichen Quarantäneeinrichtung gehalten wurde. Obwohl die Umstände für die Abholung und Unterbringung dubios waren, zuckten viele mit der Schulter über diese staatliche Repressionsmaßnahme. Nun aber ist es aber geschehen. Eine Frau, die man ebenfalls abgeholt und an einem anonymen Ort untergebracht hat, wurde dort sexuell angegangen. Die staatlichen Reaktionen in der Coronakrise verschieben sich in ihrem Charakter zunehmend von Kafka zu Orwell. Ganz vorne mit dabei: Großbritanniens ehemalige Kronkolonien.

 

Coronagefängnis für 2.000 Dollar

 

Nachdem in Kanada Gerüchte um Quarantäneeinrichtungen für Coronaverdachtsfälle lange als „Verschwörungstheorie“ abgetan wurden, kann man inzwischen live mitverfolgen, wie es dort zugeht. Der Rebel News Jouarnlaist Keenan Bexte wurde zwangsweise in eines davon verbracht, nachdem er in das Land wiedereingereist ist.

Der Mindestaufenthalt dort dauert drei Tage, wobei die Kosten von 2.000 kanadischen Dollar von der Person selbst getragen werden müssen. Sollte die Person keinen Ort haben, um sich bei einem postiven Test selbst elf weitere Tage zu isolieren, muss derjenige die übrige Zeit ebenso dort verbringen.

Obwohl der Aufenthalt nach offiziellen Darstellungen wie ein Hotelbesuch hingestellt wird, berichtet Bexte von Zuständen, bei denen selbst ein unterdurchschnittliche Jugendherberge von Scham erröten würde. Das bereitgestellte Essen besteht aus kalten Waffeln, sonstigen Süßwaren und entspricht in etwa der täglichen Kalorienmenge im Südsudan, nur mit weniger Vitaminen. Vermutlich verdienen sich die Vertragsnehmer alleine an den Verpflegungsrationen eine goldene Nase.

 

 

Wer einen Nachschlag möchte geht in der Regel leer aus und selbst Getränke sind laut Bexte nicht immer zu haben. Man muss sich fragen, ob in Anbetracht der Betreuung jemand mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Medikamentenbedarf dort allzu lange überleben würde. Dabei ist nicht einmal sicher, ob die Quarantäneeinrichtungen überhaupt die bessere Wahl sind im Vergleich zum direkten Gang nach Hause.

 

Sexueller Übergriff, weil schutzlos in der Falle

 

Die kanadischen Quarantäneeinrichtung gibt es überall im Land, so auch in Montreal. Obwohl (oder weil?) französisch, kam es dort vor zwei Wochen zu einem sexuellen Übegriff auf eine Frau, die dort festgehalten wurde. Bei dem Zwischenfall betrat ein Mann das Zimmer, in dem sie isoliert wurde, begann sich auszuziehen und begrabschte sie gegen ihren Willen.

Bei ihrer der Einweisung wurde der Frau nicht mitgeteilt, wo sie sich genau befindet. Dennoch wurde ihr verboten, Dritten mitzuteilen, wo genau sie sich gerade aufhält, wobei überdies auch ein Soziales Medienverbot zu den Aufenthaltsregeln in den Einrichtungen gehört.

Als sich der sexuelle Übergriff dann ereignete – eventuell durch einen Mann, der dort ebenfalls gegen seinen Willen und mit Pornoverbot festgehalten wurde – fühlte sie sich „völlig schutzlos“, da sie der Polizei oder jemand anderem nicht einmal ihren Aufenhaltsort weitergeben konnte. Das Sicherheitspersonal selbst benötigte fast eine halbe Stunde, bis sie das Zimmer der Frau erreichten. Es ist unbekannt, ob diese überhaupt in dem Hotel waren, oder von extern dorthin gefahren sind.

Besonders bezeichnend ist, dass es zum Zeitpuntk des Übergriffs noch keine Zwangseinweisungen gab. Die Frau begab sich nach ihrer Einreise nach Kanada aus Pflichtgefühl dennoch dorthin. Die Behörden „nehmen den Zwischenfall extrem ernst“. Mit Blick auf den Umgang, den Keenan Bexte erfährt oder was vor wenigen Tagen in diesem Hotel abgelaufen ist, hat sich ganz offenbar noch nicht allzu viel getan in die Richtung des Schutzes isolierter Personen vor Übergriffen – nicht zu sprechen von einer Verbesserung ihrer Versorgung mit Nahrungsmitteln.

 

Australien erwägt Isolationslager im ländlichen Raum

 

Einen deutlichen Schritt weiter gehen als Kanada will ein weiteres Flächenland mit der Queen als Staatsoberhaupt. Bislang scheint in Australien die Unterbringung von Einreisenden in Quarantänehotels deutlich angemessener abzulaufen, als in Kanada.

Geht es aber nach dem Willen einiger politischer Verantwortlicher, sollen Personen nicht mehr in schönen Hotels mit Innenstadtlage untergebracht werden, sondern in „Isolationslagern im ländlichen Raum“. Als Begründung wird vorgebracht, dass die zentralen Lage vieler Hotels einen Risikofaktor darstellt, da sich Coronainfektionen von dort aus schnell auf die Stadtbevölkerung ausbreiten können, wenn sich zum Beispiel jemand vom Reinigungspersonal bei den Insassen infiziert.

Unter anderem wird erwogen, Camps von Minen zu diesem Zweck umzufunktionieren. Diese sind sehr weit abgelegen und vermutlich auch billig. Nebenbei, so Spötter, hätten die gelangweilten Insassen mit den Minen in unmittelbarer Nähe den perfekten Zeitvertreib um sich herum. Verschwörungstheoretiker wiederum sehen in den abgelegenen Lagern mit nur rudimentären Annehmlichkeiten und direkt nebenan einer Erzmine ein Gulagsystem in der Entstehung.

 

Kleinkinder werden zwei Wochen in Isolationshaft gezwungen

 

Noch einmal zurück nach Kanada, damit Sie nicht denken, Australien sei auf dem Weg, das Rennen für sich zu entscheiden. In Peel, einem Bezirk irgendwo an den Großen Seen, ordnete das Gesundheitsamt an, selbst Kleinkinder, an deren Schule es zu einem positiven Test kam, für zwei Wochen zu Hause in Isolationshaft zu halten.

In den von einem Arzt herausgegebenen Richtlinien an die Eltern heißt es, dass das Kind „auch ohne Symptome isoliert werden muss, was bedeutet, dass es ohne Kontakt zu den anderen Familienmitgliedern in einem separaten Raum untergebracht werden muss, dort alleine essen muss und wenn möglich auch ein anderes Badezimmer verwenden muss.“

Damit auch wirklich keine Missverständnisse aufkommen, wird ausgeführt, dass „sollte das Kind den Raum verlassen müssen, dann muss es stets zwei Meter Abstand von allen anderen halten. Sollte dies nicht eingehalten werden, dann müssen die anderen Kinder des Haushalts ebenfalls in Isolation“.

Die Anordnung entspricht nicht weniger als einer kompletten Isolationshaft – dies wohlgemerkt selbst für Grundschulkinder. Der YouTuber Tim Pool bezeichnete diesen Umgang als Folter, da die Maßnahme selbst bei Gefängnisinsassen nur in Ausnahmefällen angewandt wird. Pool ist nicht der einzige, der Kritik übt. Auch Experten bezeichnen die Isolationshaft für die Kinder als eine „grausame Bestrafung“, die bei den Kindern „sehr wahrscheinlich zu psychischen Störungen führt“.

Zum Glück stellt die Anordnung in Peel eine Ausnahme in Kanada dar, auch wenn andere Bezirke und Städte ähnliche Regeln erlassen haben. Die kanadische Regierung wollte die nach ihrem Bekanntwerden stark kritisierte Praxis in Peel nicht kommentieren und verwies lediglich darauf, dass die Isolation von Kindern „durchaus eine schwere Entscheidung“ sein kann.

Quelle Titelbild