Unternehmen hinter Bitcoin Turbolader Tether kommt mit 18,5 Mio Dollar Strafe davon

Unternehmen hinter Bitcoin Turbolader Tether kommt mit 18,5 Mio Dollar Strafe davon

Es sieht ganz danach aus, als hätten Blockchain Systeme den Status des „Too big to fail“ erreicht. Vor einigen Wochen ging eine Analyse durchs Netz, nach der es sich bei Tether, einer wichtigen Verrechnungseinheit für Kryptowährungen, um eine Betrugsmasche handeln soll. Mit stichhaltigen Beweisen wurde dargelegt, dass die behaupteten Sicherheiten nicht existieren würden, da sie nicht in offiziellen Statistiken auftauchen. Der Preisanstieg bei Bitcoin in letzter Zeit, so die Schlussfolgerung, sei daher auf Sand gebaut und beruhe einzig auf dem falschen Vertrauen, dass Tether nicht beliebig „gedruckt“ werden kann.

Als ein wichtiges Signal für ein eventuelles Platzen der Bitcoinblase wurde auf Ermittlungen verwiesen, die von der Staatsanwaltschaft in New York gegen den Betreiber hinter Tether durchgeführt würden. Sollte das Unternehmen nicht nachweisen können, dass die Sicherheiten tatsächlich existieren, dann wäre es mit dem Nachdrucken frischer Tether sofort vorbei, was sich unmittelbar auf den Preis von Bitcoin auswirken würde.

Vor wenigen Tagen aber wurde bekannt, dass sich das Unternehmen außergerichtlich mit der Staatsanwaltschaft einigen konnte. Gegen eine Strafzahlung von 18,5 Millionen Dollar würden die Ermittlungen gegen die um Tether herum existierende Handelsplattform Bitfinex eingestellt.

 

Ein billiger Persilschein für Tehter

 

Die Ermittlungen wurden aufgenommen, nachdem es angeblich zu einem Überweisungsfehler kam, bei dem 850 Millionen Dollar verloren wurden, und infolgedessen Nutzer des Systems nicht mehr an ihr eingesetztes Geld kamen. Angeblich soll Tether mit über einer Milliarde Dollar abgesichert sein, die in diesem Fall als Sicherheit hätten eingesetzt werden müssen. Dies geschah offenbar nicht.

Trotz der finanziellen Unregelmäßigkeiten muss das Unternehmen dank des Vergleichs kein Fehlverhalten einräumen. Es steht juristisch mit einer weißen Weste da, obwohl die Frage nach der Existenz der Sicherheiten nach wie vor offen ist. Die Staatsanwaltschaft ließ sich dennoch auf den Vergleich ein, weil „keine Hinweise gefunden werden konnten, die darauf hindeuten, dass frische Tether gedruckt wurden, ohne dass gleichzeitig Sicherheiten in US-Dollar aufgebaut wurden“, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Das Unternehmen versprach nach der Einigung mehr Transparenz und will künftig regelmäßig die Höhe der hinterlegten Sicherheiten veröffentlichen. Kurz nach der Bekanntgabe stieg der Preis des als „stabiler Währung“ gepriesenen Tehter um vier Prozent an. Dadurch konnte alleine durch diese von der Veröffentlichung der Strafzahlung verursachten Preisfluktuation ein Sechstel der Strafzahlung gedeckt werden.

Dank der weiterhin im Steuerparadies der Bahamas hinterlegten Sicherheiten lässt sich ohne die direkte Kooperation der dortigen Finanzbehörden und Banken kaum nachvollziehen, ob die behaupteten Zahlen auch tatsächlich stimmen. Die Betreiber von Tether können damit weiterhin mit ihren Zahlen jonglieren und müssen lediglich auf das im Markt herrschende Vertrauen in die Verrechnungseinheit achten. Dank des Persilscheins, den ihnen die wohl bedeutendste Strafverfolgungsbehörde der Welt ausgestellt hat wurde dieses Vertrauen gestärkt. Ein rapider Absturz von Bitcoin wird damit ein kleines bisschen weniger wahrscheinlich.

Quelle Titelbild

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