Sechs Sturmzeichen, die einen das Fürchten lehren sollten

Unabhängig von der eigenen Meinung lässt sich derzeit feststellen, dass quasi alle Gegenwartsanalysen zum selben Ergebnis kommen. Linke, Rechte, Konservative, Liberale, Finanzexperten, Soziologen, Futurologen, Traditionalisten, Kriegsfalken, Friedenstauben, Ideologen und Pragmatiker. Sie alle sind sich einig darin, dass die Welt in den kommenden Jahren einen fundamentalen Wandel durchmachen wird.

 

1. Mindestens jeder Dritte hat blanke Angst

 

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann für einige Gruppen durchaus ernste Konsequenzen haben. Das ist eigentlich jedem klar. Für ältere Menschen und chronisch Kranke kommt die Coronadiagnose einer Hiobsbotschaft gleich, die einem Zehntel darunter das Leben kosten wird und den allermeisten der übrigen drei Wochen in der Hölle beschert.

Es gibt also durchaus einige Menschen im Land, die eine rationale Begründung haben für ihre Angst vor der Pandemie und daher mit einigem Recht nach Schutzmaßnahmen rufen. Mit Blick auf die Alterspyramide und unter Berücksichtigung chronisch Kranker jüngeren Alters lässt sich diese Gruppe auf circa 25 Prozent der Bevölkerung taxieren. Selbst unter Abzug der Mutigen und Arglosen bleiben sicherlich noch immer 15 Prozent übrig, die ein starkes Eigeninteresse an einer politischen Pandemiebekämpfung haben.

Neben diesen rational bewegten Maßnahmenbefürwortern gibt es noch jene Menschen, die vor allem emotional bewegt werden. Sie agieren weniger rational, sondern haben sensible Fühler, mit denen sie sich im Alltag fortbewegen. In ihrer Bedeutung für die Gesellschaft insgesamt stehen sie ihren rationalen Gegenstücken in nichts nach. Ohne sie wären wir ein loser Haufen, der den Wert der Gemeinschaft zu gering schätzt, als dass eine stabil funktionierende Gesellschaft möglich wäre.

Während gefühlige Menschen ihre Stärke im Normalbetrieb zur Geltung bringen, sind sie in Krisensituationen anfällig für Überschusshandlungen. Genauso sind sie diejenigen, die für Panik empfänglich sind und diese so lange weiterverbreiten, bis auch der letzte seine Ruhe verloren hat. Zu dieser Anfälligkeit gehört auch die Anfälligkeit gegenüber dem absichtlichen Schüren von Panik, wie es derzeit durch den politmedialen Komplex getan wird.

Sie machen vermutlich ein weiteres Drittel aus in jenem Teil der Gesellschaft, der keinen genuin rationalen Grund hat, sich vor dem Virus zu fürchten. Zählt man beide Angstgruppen zusammen, dann kommt ein Wert raus, der bei circa 30 Prozent liegt.

Daraus leitet sich ab, dass von den Menschen im Land einer von drei in Angst vor dem Virus lebt, ob sie das wollen oder nicht. Der politmediale Komplex hat sie so sehr aus ihrem Alltag geholt, dass sie mit Freude jede Verschärfung der Maßnahmen begrüßen. Es ist dabei völlig gleichgültig, wie gut begründet, notwendig oder absurd die jeweilige Maßnahme ist, sie werden Ja sagen und nach mehr verlangen.

Die Frage ist, ob sich gegen eine derart aufgewiegelte Minderheit überhaupt etwas ausrichten lässt. Es sieht ganz danach aus, als müsste sich die Angelegenheit erst in Gänze durch das Land brennen, bevor sich wieder etwas ändern kann.

 

2. Die Staatsmacht legt die Hemmungen ab

 

Einher mit der chronischen Verängstigung eines Gutteils der Bevölkerung geht die Extremisierung der Institutionen. Politik, Medien, Polizei, Justiz oder Kirchen – kaum jemand in den Apparaten unserer Institutionen kann sich dem Verlangen nach mehr Kontrolle entziehen. Zu vielen gefällt die Aussicht auf die totalitäre Bestimmungsmacht über jenen renitenten Teil der Bevölkerung, der vielleicht auch zuvor schon ein Dorn im Auge war.

Inzwischen gibt es zahllose Beispiele für den vollzogenen Irrsinn. Maskenpflicht in der Natur; Schüler, die im Winter frierend im Klassenzimmer sitzen; Kleinkinder, denen die Schuld am Tod der Großeltern gegeben wird; polizeilich reguliertes Apfel essen und Kaffee trinken in der Öffentlichkeit; GEZ-Medien, die den Omas die Schuld an allem geben; Zensur bei Widerspruch für Aussagen, die gestern noch offiziell waren und es morgen vielleicht wieder sein könnten; der Datenschutz nervt noch mehr als sonst; erwachsene Menschen mit chronischem Nervenzusammenbruch aller Orten; überall X-„Leugner“. Gerade reingekommen sind Polizeikontrollen für das korrekte Tragen von Gesichtsmasken auf der Skipiste. Wo auch sonst?

Dem Wahn sind keine Grenzen gesetzt und das nicht nur in Deutschland. Er wird wohlwollend angeheizt durch überambitionierte Politiker, die vor der Krise wohl nur so getan haben, als stünden sie mit beiden Füßen auf dem Boden. Die Schleusen sind offen für Allmachtsphantasien, wie sie in Normalzeiten nur seltenst im heimischen Keller erträumt werden. Geld spielt derweil nicht einmal mehr eine untergeordnete Rolle.

Die Frage ist, ob ein Staat auf der Überholspur in den Totalitarismus überhaupt schon einmal aufgehalten werden konnte. Kaum ein Beispiel aus der Geschichte deutet darauf hin, dass ein derartiger Prozess noch aufgehalten werden kann, wenn dieser erst einmal ins Rollen kam. Historische Rettungsversuche endeten in der Regel im Bürgerkrieg oder einem Putsch, das Elend für die Massen wie üblich mit inbegriffen.

 

3. Die USA gehen der westlichen Welt als Anker verloren

 

Regelmäßig werden die USA gescholten, meist geht es dabei um dessen überbordende globale Vormachtstellung in allen Dimensionen. Doch ist es am Ende stets auch jenes Land, das seinen Einwohnern nicht nur unbegrenzte Möglichkeiten verspricht, sondern überdies allen jenseits davon ein Stück weit Stabilität und Sicherheit vor dem Totalabsturz bietet, die sich mit deren Vorstellung von Gesellschaft anfreunden können.

Mit jedem Tag aber, der dieses verfluchte Jahr noch dauert, kristallisiert sich immer deutlicher heraus, dass auch dieser Anker im Begriff ist weggerissen zu werden von dem Sturm, der über die Welt hereingebrochen wurde. Man will gar nicht erst weiterdenken als bis zu Silvester angesichts dessen, was danach folgen könnte. Unaufhaltsam rückt der Augenblick der Wahrheit näher, wenn sich am 6. Januar entscheidet, ob Donald Trump seinem Ruf als Erzbösewicht gerecht werden will oder nicht. Mit dem Auszählen der Wahlmännerstimmen für die Präsidentschaftswahl wird sich an dem Tag entscheiden, ob er die Republik zu retten gedenkt, indem er sie zerstört, oder indem er abtritt und sie ihren Zerstörern überlässt.

Es ist ein Dilemma, das sich nur dann auflösen würde, wenn sämtliche Protagonisten tot umfallen. Doch selbst dann entstünde rasch ein neuer Wald an Fragezeichen, der womöglich noch einmal größer wäre als das, was uns ohnehin erwartet.

Die Frage besteht darin, wie das bestehende Korsett aus sub- und supranationalen Institutionen, Verflechtungen und gegenseitigen Abhängigkeiten auf den Bruch in den USA reagieren wird. Der Vergleich mit Bismarcks Bündnispolitik drängt sich auf. Als Bismarck weg war lösten sich allmählich die von ihm gesponnenen Verhedderungen und endeten in den Verheerungen der beiden Weltkriege. Wer sich die Beschleunigung der heutigen Zeit im Vergleich zu damals vergegenwärtigt, der kann erahnen, dass es nach 2020 nicht 30 Jahre dauern könnte bis zur finalen Explosion, sondern 30 Monate.

 

4. Rotchinas Agenten treten aus dem Schatten

 

Einer der heute schon dominanten Spieler auf dem neuen Schachbrett sind die Kommunisten aus China. Zunehmend zeigt sich, wie der Einparteienstaat als Spiritus Recor für viele Ungereimtheiten verantwortlich ist, die sich weltweit in das gesellschaftliche Leben jenseits der Volksrepublik eingenistet haben.

Als moderne Kriegsführung wird es manchmal beschrieben, wenn nicht mehr Soldaten mit Waffen aufeinander zielen, sondern mit Hilfe versteckter Propaganda und unterstützt von professionellen Netzwerken im geheimdienstlichen Untergrund die Gesellschaft des Feindes unterminiert wird. Die freiheitlich verfassten Staatswesen als übermächtige Feinde der Kommunisten in Peking wurden infiziert mit einer Autoimmunkrankheit und sie fressen sich selbst auf. In wenigen Wochen schon wird der amerikanisch Kadaver verdaut sein und das strategische Rückgrat der Freiheit ist gebrochen.

Jenseits davon dringt aus Kreisen der Parteielite immer stärker hervor, dass die Partei als ideologischer Teufel einen Pakt mit dem noch größeren Teufel des gewissenlosen Machtstrebens geschlossen hat. Rotchina will den Sprung ganz nach oben zur Herrschaft über die Welt und nichts deutet im Angesicht der Schwäche seiner Gegner auf ein Scheitern hin.

Viele Agenten in den künftigen Satelliten sind bereits fest installiert. Andere werden gerade aufgebaut. Sie sind immun gegen Kritik, wie etwa der amerikanische Jungpolitiker Eric Swalwell, der noch immer Zugriff auf geheimdienstliche Dossiers hat, obwohl seine Liebhaberin als chinesische Agentin enttarnt ist. Dabei ist Swalwells Fall nur ein pars pro toto jenes Komplexes, zu dem auch Hunter Biden gehlört als der Sohn des (aller Wahrscheinlichkeit nach) kommenden US-Präsidenten.

Das Unterwandern mit Spionen reicht dabei weit über die USA hinaus. Auch in Deutschland melden immer mehr Chinesen ihre Ansprüche an. Was per se nichts schlechtes ist, wird genau dann zur reellen Gefahr, wenn die Hinweise allzu deutlich werden, dass Jungpolitiker den direkten Kontakt zur KP pflegen und gezielt zu publikumswirksamen Führungsfiguren aufgebaut werden. Auch für Deutschland muss ein pars pro toto befürchtet werden, das viele Unternehmen und zu viele Patente schon lange an China verloren hat.

Wie, stellt sich die Frage, müssen wir uns die kommenden Jahre vorstellen, wenn von hier auf jetzt der Hegemon wechselt und mit ihm die Doktrin von Rechtsstaatlichkeit und individueller Freiheit verloren geht, und ersetzt wird durch eine techno-totalitäre Version einer zigmal gescheiterten Ideoloie?

Militärisch, politisch, kulturell und noch viel bedeutender finanziell droht uns in unmittelbarer Zukunft keine Zäsur, sondern eine Katastrophe. Kein noch so zahmer Drache aus Fernost könnte auch nur im Ansatz wettmachen, was an Schmuck verloren ginge, wenn der leuchtende Christbaum Amerikas urplötzlich zur Seite kippt. Alles würde zu rütteln beginnen und danach einfach weiter rütteln, bis bald nichts steht ist, das nicht stramm steht, wenn der rote Bruder auf den Balkon tritt und nach Aufmerksamkeit verlangt.

 

5. Die Ideologen lassen ihre Masken fallen

 

Fast schon legendär sind die Äußerungen des Grünenfrontmanns Robert Habeck, als er im GEZ-Funk ohne Widerspruch oder Nachfrage über die Vorzüge des chinesischen Systems fabulieren durfte. Eine Lösung sei der chinesische Weg ohne Opposition, langfristig zwar mit Risiken behaftet, kurzfristig aber sehr durchschlagkräftig.

Die sofortige Überwachung der Bestrebungen dieses Mannes durch den Verfassungsschutz wäre die einzig adäquate Antwort gewesen. Das Problem dabei ist, dass die Behörde bald schon alle Hände voll zu tun hätte bei der Überwachung all jener im GEZ-Funk ins Licht gesetzte Politfiguren, die ganz ähnliche Gedanken äußern. Bernd Riexinger von der Linkspartei wäre ein solcher Kandidat, der seine mordlustigen Parteifreunde zurückpfeifen muss, und im Gegenzug den Gulag als Kompromiss anbietet. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, könnte man bei der SED-Nachfolgerin noch kommentieren. Doch selbst in der SPD sind die Betonideologen schon so weit in die oberen Ränge eingesickert, dass sie sich nicht mehr scheuen, das auszusprechen, was ihnen wirklich vorschwebt. Und war da nicht gerade etwas mit Sebastian Kurz?

In der Politarena und den angeschlossenen Institutionen des öffentlichen Lebens lässt einer nach dem anderen die Maske fallen und gibt seinen Treueschwur ab auf vieles, nur nicht auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Lediglich die Mischung ist stets eine andere. Die einen bevorzugen das Modell der Ökodiktatur, andere greifen auf Honecker zurück, während die derzeit fast schon vernachlässigte Islamistenbrigade wie eh und je von der Scharia im Bundestag schwärmt.

Diese Häufung ist sicherlich kein Zufall. Die Zeichen der Zeit werden auch an den Interessenten für eine „andere Gesellschaft“ nicht vorbeigegangen sein. Wenn vieles ins Rutschen kommt, dann sehen die Mutigen und Rücksichtslosen für sich immer die Chance, auf der Lawine für alle zum Erfolg für ihre Sache zu rutschen.

Die Frage ist, wie sich eine Gesellschaft entwickelt, wenn ihre Eliten durchsetzt sind von verschiedensten Vertretern verschiedenster verdeckter oder offener Drittinteressen. Man muss nicht auf Weimar zurückgreifen, um sich auszumalen, was dann geschehen könnte. Die vergangenen 30 Jahre des Libanon als der ehemaligen „Schweiz des Nahen Ostens“ genügt als Anschauungsbeispiel dafür was passiert, wenn ein halbes Dutzend oder mehr Gruppen mit marginalen Gemeinsamkeiten jenseits der geteilten Lokalität plötzlich Morgenluft wittern.

 

6. Weltweit gibt es eine seltene Synchronizität

 

Ein schlimmeres Beispiel als noch der Libanon – oder eher ein Libanon in groß – ist der Balkan. Von dieser unglückseligen Region leitet sich der Begriff der „Balkanisierung“ ab. Er steht für innere Zerrissenheit, ewige Kriege, Unruhen, Elend und das alles inklusive potenzieller Wirkungen auf die Welt jenseits davon. Unterdrückt werden kann die Toxizität dieser Mischung nur dann, wenn eine starke Hand für Ordnung und Ruhe sorgt während die Versorgung mindestens für das Grundlegende reicht.

Es scheint, als wäre ein Gutteil der Welt gerade im Begriff, sämtliche Voraussetzung einer Balkanisierung zu erfüllen. Große und größer werdende Migrationsströme fließen global hin und her und das ohne jeglichen Bezug zu Herkunft, Prägung, Eignung oder Zielland. Gleichzeitig trennt die globale Vernetzung die Menschen weltweit nicht mehr nach Orten, sondern zunehmend nach Interessen. Manch einer hat am anderen Ende der Welt heute bessere Freunde als in seiner Nachbarschaft, wenn er diese überhaupt noch kennt. Diese Mikrospaltung der Gesellschaft setzt sich notwendig fort in der Politik. Dank des Wohlstands konnten in den Parlamenten allerlei Claqueure mit dem Bedienen ihrer offen und weniger offenen Interessen hausieren gehen, wo sie heute mit Wonne das mühsam gesammelte Porzellan zerschlagen.

Auch ein Elendsmechanismus ist schon vorhanden für die finale Balkanisierung der Welt. Kaum eine Regierung hat sich nicht vergriffen an maximalen Maßnahmen und so braucht es nicht verwundern, wenn eine Volkswirtschaft nach der anderen in nie dagewesener Weise einbricht. Die Kettenreaktion der Konsequenzen läuft bereits über den Planeten und sie trifft zwar wie immer jene zuerst, die am wenigsten haben. Doch dieses Mal wird die Krise nicht mehr abprallen an den bis zum Bersten verschuldeten Wohlstandsoasen der Welt. Dafür ist die Wucht schlichtweg zu groß.

Für den Vergleich mit der gleichzeitigen Balkanisierung der Welt fehlt damit nur noch ein Element. Es ist jenes der zentralen Macht, die es vermag, die Einzelteile so zusammenzuhalten, dass der Bruch vermieden wird. In Jugoslawien war es Tito, der den Menschen in dem Land über Jahrzehnte mit nur wenigen Massengräbern und einem Riecher für die Weltpolitik, Ruhe und Stabilität bieten konnte. Titos Äquivalent auf der Weltbühne sind bis heute (dem 29. Dezember 2020) die USA.

Die Frage ist, ob und wie sich diese globale Synchronizität der Krisenmomente auswirken wird, sollte in der kommenden Zeit der amerikanische Stabilitätsanker wegfallen. Der Balkan muss uns ein warnendes Beispiel sein für das, was folgt, wenn urplötzlich alle der gleichzeitig existierenden und sich widersprechenden strukturellen Problem ihren Orientierungspunkt verlieren.

In Jugoslawien half am Ende nur noch das Eingreifen von außen. Nicht alle freuten sich darüber, doch die allermeisten waren froh, dass es endlich vorbei war. Die wirkliche Macht jedoch hatte fortan jemand anderes. Nicht anders würde es dem globalen Balken ergeben. Nicht alle würden sich freuen, doch die allermeisten wären wahrscheinlich froh, dass es endlich vorbei ist. Den Preis dafür werden sie sicherlich gerne zahlen.

An welches Land dieser Preis bezahlt werden müsste, kann sich jeder selbst denken.

Quelle Titelbild