Über den politischen Verrat konservativer Ideale am Beispiel der elitären Eton Privatschule

Über den politischen Verrat konservativer Ideale am Beispiel der elitären Eton Privatschule

Eine der ersten Dinge, die ich als Kind über England gelernt habe war der „Speakers Corner“. Als ein fast mythischer Ort kam mir dieser Platz vor, an dem jeder sagen konnte was er will, ohne jegliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Er war für mich die Personifizierung der Redefreiheit und faszinierte mich weit mehr als rote Telefonzellen, Busse oder die Queen, die ich vermutlich zur selben Zeit über das Land gelernt habe.

Viel ist leider nicht mehr übrig von Geist dieses Platzes und den Rechten, die er dessen Betretern einst verliehen hat. Islamisten haben ihn schon lange übernommen und jeder der ihn betritt, um ihnen argumentativ etwas entgegen zu bringen, der muss davon ausgehen, von der nicht mehr stets unbewaffneten britischen Polizei abgeführt zu werden.

Großbritannien hat in den letzten beiden Jahrzehnten in Bezug auf das Zelebrieren der Meinungsfreiheit eine besorgniserregende Wendung ins Schrille genommen. Zurückführen lässt sich dies auf die Regierung von Tony Blair, deren Vielzahl an Verbrechen das Öffnen der kulturmarxistischen Schleusen beinhaltet, wie Peter Hitchens einem Kommentar feststellt.

Oberflächlich erzählt er darin von einer Posse an der elitären Eton Privatschule. Doch das ist nur der Aufhänger für die größere Geschichte, in der es um den verlorenen Kampf gegen das linke Obrigkeitsdenken geht. Eton markiert darin nicht den Beginn der kulturmarxistischen Unterwanderung aller gesellschaftlicher Institutionen Großbritanniens, sondern vielmehr deren Schlusstein.

 

Daily Mail: Peter Hitchens: Bis in 20 Jahren wird Eton nur noch eine kostspielige Hüpfburg sein, an der die Fahne von Black Lives Matter weht

 

Die klügsten Revolutionen enden so, dass beim Blick von außen alles gleich bleibt, im Inneren aber alles verändert wurde.

Menschen fällt es einfach schwer, sich unsichtbaren Veränderungen zu widersetzen. So geschah es in den letzten Jahren beispielsweise mit der Polizei, der BBC und dem National Trust, die sich allesmt in Brutstätten des Kulturmarxismus verwandelt haben.

Ihre inneren Veränderungen waren nur sehr wenigen ersichtlich, so dass es erst bemerkt wurde, als es viel zu spät war. Daher geschah nichts dagegen.

Nicht weniger relevant ist, dass den meisten diese Veränderungen erst dann auffallen, wenn es sie persönlich betrifft. Doch selbst dann sehen viele den größeren Bezugsrahmen nicht, da es keine offizielle Ankündigung der Veränderungen gab.

Vor langer Zeit arbeitete ich für eine einflussreiche Tageszeitung, die einstmals zu den großen Verteidigern des traditionellen Britannien gehörte. Dann wechselte sie den Besitzer.

Eines Abends, es war in den späten 1990er Jahren, wurden ihre führenden Autoren (einschließlich mir) zu einem Abendessen im Konferenzsaal geladen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass die Zeitung fortan die New Labour Richtung der grässlichen Kreatur Blair unterstützen würde.

All jene von uns, die diese neue Stoßrichtung ablehnten erwarteten fest damit, dass sich die Leser dagegen auflehnen würden sobald sie entdeckten, wohin sich ihre Zeitung entwickeln würde. Doch nichts dergleichen geschah. Die meisten Leser haben es nicht einmal bemerkt. Das äußere Erscheinung blieb gleich, und das war der Trick.

Genau so verhält es sich auch mit dem Eton College und all den anderen unserer angeblich konservativen Privatschulen. Viele Eltern, die sich über die in den staatlichen Schulen verbreitete linke Propaganda ärgern, sehen noch immer einen Ausweg über das Aufbringen von viel Geld für die Gebühren einer Privatschule. Doch auch da ist es schon zu spät. Die Kulturrevolution konnte sich auch dort bereits erfolgreich einnisten.

In Eton mag es vielleicht noch fesche Schuluniformen geben, das traditionelle Wall Game und die herrschaftlichen Gebäude auf dem ausladenden Gelände. Aber diese Überbleibsel verdecken nur die Wahrheit über die prestigeträchtige Schule.

Denn selbst die vornehmsten und renommiertesten aller Schulen im Land haben vor längerem schon erkannt, dass sie sich um des reinen Überleben Willens der Kultur der Kritik und Selbstkritik unterwerfen müssen.

Das ist dann auch der Grund, weshalb der Eton Lehrer Will Knowland in Schwierigkeiten ist: Er in einer nicht allzu differenzierten Weile unzeitgemäße Meinungen zum Ausdruck gebracht.

Und egal, ob Knowland am Ende an der Schule bleiben darf oder nicht, die Schule wird aufgrund des Zwischenfalls fortan noch stärker in den linken Fokus geraten, um sie endgültig auf Linie zu bringen.

Bis in 20 Jahren wird Eton auf den Status einer überteuerten Gesamtschule abgesunken sein, wo am Pförtnerhäuschen eine Fahne von Black Lives Matter hängt, die hin und wieder ausgetauscht wird mit der Regenbogenfahne oder vielleicht dem Banner für die Extinction Rebellion oder einer anderen kulturmarxistischen Anliegen, das es gerade zu unterstützen gilt.

Doch warum sollte man sich darüber aufregen? Was in Eton abläuft ist nur eine weitere Säuberungsaktion. Der zugehörige Krieg, in dem über diesen Kurs entschieden wurde, ging schließlich vor langer Zeit schon verloren, als noch vor dem Jahr 2010 der Etonabsolvent David Cameron die Konservative Partei dazu zwang, sich das Joch überzuziehen und Blairs Revolution zu unterstützen.

Dabei waren die Tories auch davor schon mehr als schwach gewesen. Aber Cameron wollte Premierminister werden und das um jeden Preis. Dieser Preis wiederum war, dass seine Tories nur wieder ins Amt zurückkehren durften, wenn sie Blairs Reformen schlucken würden und diese nicht wieder rückgängig machen.

Schwer fiel das den Konservativen nicht. Über Jahrzehnte hatten sie ohnehin nichts wirklich Konservatives getan. Der Wechsel zur aktivistischen Linken war da kein großer Sprung.

Trevor Phillips zum Beispiel sagte 2011, als er zum Chef der neu gegründeten „Kommission für politische Korrektheit, Gleichstellungs- und Menschenrechte wurde, dass die künftige konservative Premierministerin Theresa May in Bezug auf die Gleichberechtigung der Frauen „genauso aggressiv“ sei wie die Labourpolitikerin Harriet Harman.

Er fügte hinzu: „Wir sollten Menschen nicht nach ihrem politischen Etikett beurteilen, sondern danach, was sie tun und was sie leisten“. Recht hat der Mann.

Das Gesetz, auf das sich Etons politisch korrekter Direktor Simon Henderson bei seiner Entlassung für Herrn Knowland beruft ist das Gleichstellungsgesetz von Frau Harmans aus dem Jahr 2010, gegen das sich die Tories nach ihrer Machtübernahme in keinster Weise gewehrt haben, oder versuchten, es wieder aufzuheben.

Vereinfacht ausgedrückt hat das heute zur Folge, dass es in unserem Land Gesetze gibt, mit denen Lehrer daran gehindert werden, bestimmte Dinge zu sagen – wobei es keineswegs um die Aufstachelung zur Gewalt oder sonst ein dummes Gegröhle geht, sondern lediglich um umstrittene und möglicherweise falsche Dinge, die jedoch von der herrschenden Gesellschaftselite als „beleidigend“ eingestuft wurden.

Unter diesem Gesetz ist es so gut wie sicher, dass die Person recht behalten wird, die sich über die Äußerungen von Herrn Knowland beschwert hat. Dafür gesorgt, dass mit dem Gesetz auch das in Eton vorgefallene abgedeckt wird, hat die von den Konservativen geführte Regierungskoalition im Jahr 2014 das von Labour im Jahr 2003 eingeführten Regularien für unabhängige Schulen überarbeiten lasse.

In diesen wird wiederholt darauf bestanden, dass Privatschulen den im Gleichstellungsgesetz festgelegten „geschützten Merkmalen“ eine „besondere Beachtung“ schenken müssen.

Wenn also eine weibliche Angestellte glaubt, dass sie von Ihnen „gedemütigt, beleidigt oder erniedrigt“ wurde, dann stecken Sie aller Wahrscheinlichkeit nach in großen und erwartungsgemäß teuren Schwierigkeiten. Das ist Gesetz dieses Landes. Dabei können Sie so viel Einspruch erheben wie Sie wollen, und auf die große Tradition von Eton als unabhängiger Schule beharren. Es ist alleine der mediale Wirbel, der den Lehrer im Moment noch vor seiner Entlassung rettet.

Effektiv ist Eton heute nicht mehr unabhängig. Die Schule ist – wie auch Herr Knowland festgestellt hat – vom Geist der unter Blair losgetretenen kulturmarxistischen Revolution genauso unterwandert, wie so gut wie alles andere in diesem unglücklichen Land.

Denn genau das ist geschehen. Sie haben die Revolution nur nicht bemerkt. Der Kampf um Großbritanniens Zukunft war schon lange verloren, bevor er die Korridore von Eton erreichte.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de