Wikipedia Mitgründer: Artikel des Portals weisen groteske linke Verzerrung auf

Wikipedia Mitgründer: Artikel des Portals weisen groteske linke Verzerrung auf

Nachdem seit langem schon die linke Verzerrung von Wikipedia offensichtlich war, wurde des inhärente Problem des allmächtigen Informationsportals nun quasi amtlich gemacht. Larry Sanger, einer der Mitgründer von Wikipedia, veröffentlichte auf seinem Blog einen umfassenden Artikel, in dem er beispielhaft auf mehrere englischsprachige Artikel verweist, in denen die linke Ideologie so deutlich durch scheint, dass man die Gesinnung und Absicht der Administratoren als Torwächter des Erlaubten kaum mehr überlesen kann. Fast jeder Besuch bei Wikipedia endet heute in einer grenzwertigen Erfahrung, wie etwa wenn einem in diesem Einleitungstext der „freiheitliche“ Satanismus schmackhaft gemacht wird. Als Informationsquelle jenseits harter Zahlen hat Wikipedia seinen Zweck heute verloren, wobei selbst hinter den präsentierten Zahlen mitunter ein Fragezeichen gesetzt werden muss. Die Frage ist: Kann Wikipedia reformiert werden, oder wird es einen Ersatz brauchen?

 

Larry Sanger: Wikipedia ist furchtbar verzerrt

 

Wikipedias „NPOV“ als der Neutralitätsbestimmung für alle Artikel ist tot. Dieseursprüngliche Regelung ist längst vergessen, eine wirksame Neutralitätspolitik gibt es bei Wikipedia nicht mehr. Es gibt zwar eine Neuregelung dazu, allerdings fordert sie die Autoren zu dieservöllig widersinnigen Schreibtechnik auf, die aus dem Journalismus als „falsches Gleichgewicht“ bekannt ist. Die Vorstellung, dass wir ein „falsches Gleichgewicht“ vermeiden sollten, steht in direktem Widerspruch zur ursprünglichen Neutralitätspolitik. Infolgedessen vertritt Wikipedia heute kontroverse Standpunkte zu Politik, Religion und Wissenschaft, die im Gleichschritt Einzug auf dem Portal fanden, wie sich der Journalismus insgesamt immer mehr der Meinungsmache und dem Aktivismus zuwendet. Hier sind einige Beispiele von vielen aus den für derartige Manipulationen kritischen Bereichen, die jeder leicht finden kann. 

 

Obama VS Trump

 

Man muss es leider so sagen, ideologisch verzerrte Artikel sind inzwischen peinlich leicht zu finden. Beispielsweise wird im Artikel über Barack Obama völlig versäumt, viele bekannte seiner Skandale zu erwähnen: Benghazi, der IRS-Skandal, der AP-Telefonaufzeichnungsskandal, „Fast and Furious“ und ganz zu schweigen von Solyndra oder dem E-Mail-Server-Skandal von Hillary Clinton – oder natürlich die sich entwickelnde „Obamagate“-Geschichte, in der Obama persönlich an der Überwachung von Donald Trump beteiligt war.

In einem fairen Artikel über eine bedeutende politische Figur ist es sicherlich angebracht, das Schlechte mit dem Guten verbinden. Die einzigen Skandale jedoch, die ich in seiner Biografie bei Wikipedia finden konnte, waren ausnahmslos solche, die bei Linken als skandalträchtig gelten, wie Snowdens Enthüllungen über die NSA-Aktivitäten unter Obama. Kurz gesagt, der Artikel ist eine schamlose Schönfärberei der Person. Vielleicht finden das manche als objektiv richtig; allerdings kann niemand behaupten, dass dies einer neutralen Abhandlung der Person entspricht, da seine politischen Gegner sicherlich etwas anderes über ihn schreiben würden. Bei einem solchen Thema bedeutet wirkliche Neutralität im Wesentlichen, dass die Leser nicht in der Lage sind, die politische Ausrichtung der Autoren aus dem Text herauszulesen.

Wie man sich denken kann ist der Artikel über Donald Trump auf der anderen Seite geradezu ein Witz, wenn es um die Neutralität geht. Nur ein Beispiel: Im Abschnitt „Präsidentschaft“ finden sich über 5.200 Worte, die beim Leser nicht gerade einen schmeichelhaften Eindruck über den Mann als Präsident erwecken. Des weiteren sind die im Artikel üüber Obama völlig fehlenden Abschnitte „Public Profile“ , „Investigations“ und „Impeachment“ [„Öffentlichkeitsbild“, „Ermittlungen“, „Anklage“] unerbittlich negativ verfasst und erstrecken sich auf zusammen ungefär 4.500 Wörter – es bedeutet, dass die kontroversen Abschnitte über die Person Trump fast so lang sind, wie die Abschnitte über seine Präsidentschaft. Auffällig häufig fällt im Artikel das Attribute „falsch“, es kommt 46x vor: Wikipedia behauptet also an zahlreichen Stellen, dass viele von Trumps Aussagen „falsch“ seien. 

Nun, vielleicht sind sie das auch. Aber selbst wenn sie es sind, dann spricht die Nennung dieser Position nicht gerade für die Neutralität eines Enzyklopädieeintrags, was vor allem für jene Stellen gilt, in denen kein Verweis gesetzt wurde. Auch das mögen manche vielleicht gutheißen, also dass die Autoren bei Wikipedia Trumps falsche Aussagen ausdrücklich als „falsch“ bezeichnen; allerdings entspricht auch das nicht der Neutralität, wie sie Wikipedia ursprünglich auszeichnen sollte.

Hier noch eine schimmernde Perle der politischen Verzerrung durch Wikipedia, die jeder selbst analysieren darf.

 

Die linksliberale Perspektive dominiert

 

Man kann sich darauf verlassen, dass Wikipedia nicht nur politische Persönlichkeiten, sondern auch politische Themen aus linksliberaler Sicht behandelt. Kein Konservativer würde in einem Artikel über Abtreibung schreiben: „Wenn sie richtig durchgeführt wird, dann ist dieAbtreibung eines der sichersten Verfahren in der Medizin“. 

Dabei handelt es sich um eine überaus fragwürdige Behauptung angesichts dessen, dass es sich um eine invasive, psychisch belastende und manchmal langwierige Operation handelt, selbst wenn man das modernste medizinische Verfahren dafür verwendet. Um es auf den Punkt zu bringen: Abtreibungsgegner betrachten den Fötus als ein menschliches Wesen mit eigenen Rechten; ihre Ansicht, dass eine Abtreibung die Rechte eines Ungeborenen verletzt, wird von Wikipedia völlig ignoriert. 

Win anderes, rein zufällig ausgewähltes Thema wäre die Drogenlegalisierung, die bei Wikipedia als „Drogenliberalisierung“ bezeichnet wird. Der Artikel enthält nur wenige Informationen über mögliche Gefahren einer Legalisierungspolitik; der Text ist mehr oder weniger eine Anleitung zur Legalisierung gefolgt von einer Übersicht über die Drogenpolitik weltweit. Oder, um ein aktuelles Thema aufzugreifen, enthält der LGBT-Adoptionsartikel mehrere Diskussionspunkte zugunsten von Adoptionsrechten für homosexuelle Paare, unterschlägt aber sämtliche Argumente, die dagegen sprechen.

Bei all diesen Themen wird jene sich von der Objektivität unterscheidende Neutralität verletzt, nach der ein Artikel so geschrieben sein muss, dass es unmöglich wird, die Ansichten der Autoren zu den wichtigen vom Artikel genannten Kontroversen herauszulesen.

 

Jesus „Christus“

 

Was ist mit Artikeln zu religiösen Themen? Der erste Artikel, den ich mir ansah, enthielt gleich mehrere ziemlich ungeheuerliche Fälle von Voreingenommenheit: Es war der Artikel über Jesus. Darin wird schlicht und einfach behauptet – und das ebenso unter Einnahme der Verfasserperspektive – dass „die Suche nach dem historischen Jesus eine große Unsicherheit über die historische Verlässlichkeit der Evangelien und darüber hervorgerufen hat, wie genau der in der Bibel dargestellte Jesus den historischen Jesus widerspiegel“. An anderer Stelle behauptet der Artikel lediglich, dass es sich „bei den Evangelien weder um unabhängige noch um konsistente Aufzeichnungen über das Leben Jesu handelt“.

Die Tatsache, dass die meisten Christen an die historische Verlässlichkeit der Evangelien glauben, und dass sie sich darin völlig übereinstimmen bedeutet, dass der Artikel voreingenommen ist, wenn er einfach ohne Zuschreibung oder Einschränkung behauptet, es gäbe hier eine „große Unsicherheit“.

Man könnte den Artikel durchaus als eine „liberale“ akademische Diskussion über die Figur Jesus bezeichnen, da er sich vor allem auf verschiedene Schwierigkeiten und Kontroversen rund um die Jesusforschung konzentriert, während traditionelle oder orthodoxe Ansichten zu diesen Themen keinen Eingang finden. Der Artikel über Jesus mag also „akademisch“ sein, was er aber definitiv nicht ist, ist neutral im ursprünglichen Sinn, den wir für Wikipedia definiert haben.
Auch in anderen Artikeln zu religiösen Themen finden sich tendenziöse Behauptungen, wie sie etwa im Artikel über Jesus Beinamen als „Christus“ vorkommen:

„Obwohl die ursprünglichen Nachfolger Jesu glaubten, dass Jesus der jüdische Messias sei, z.B. im Bekenntnis des Petrus, wurde Jesus gewöhnlich als ‚Jesus von Nazareth‘ oder ‚Jesus, Sohn Josephs‘ bezeichnet. Jesus wurde von späteren Christen, die glauben, dass seine Kreuzigung und Auferstehung die messianischen Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllen, ‚Jesus Christus‘ genannt (was ‚Jesus der Christós‘ bedeutet, d.h. ‚Jesus der Messias‘ oder ‚Jesus der Gesalbte‘).“

Hier wird andeutungsweise etwas behauptet, das kein seriöser Bibelwissenschaftler irgendeiner Art behaupten würde, nämlich, dass Jesus von den ursprünglichen Aposteln im Neuen Testament nicht der Titel „Christus“ gegeben wurde. Zu diesen vermeintlichen „späteren Christen“, die den Beinamen „Christus“ benutzten, müssten die Apostel Petrus (Jesu erster Apostel), Paulus (einige Jahre nach Jesu Kreuzigung bekehrt) und Judas (Jesu Bruder) gehören, bei denen es sich um die Autoren des größten Teils der Briefe im Neuen Testaments handelt.

„Christus“ ist sehr wohl häufig in den Briefen zu finden, und nein, bei den Autoren handelt es sich eben nicht um „spätere Christen“. Die Behauptung, wonach das Wort „Christus“ in den Evangelien nicht oft vorkommt ist korrekt (obwohl es im Buch Johannes viermal fällt), aber es ist auch eine Widerspiegelung der Tatsache, dass die Verfasser der Evangelien stattdessen vor allem „Messias“ verwendet haben, und zwar recht häufig; das Wort bedeutet in etwa dasselbe wie „Christus“. Zum Beispiel wird er im allerersten Vers des Neuen Testaments „Jesus der Messias“ genannt (Matthäus 1,1). Es liegt auf der Hand, dass die im Artikel aufgestellte Behauptungen tendenziös sind und einen Standpunkt vertreten, den viele, wenn auch nicht alle Christen bestreiten würden.

 

Leugner und Verschwörungstheoretiker

 

Erheblich problematischer als die oben genannten Punkte sind ideologische Voreingenommenheiten in wissenschaftlichen Artikeln, weil viele Menschen nicht wollen, dass „unwissenschaftliche“ Ansichten in Lexikonartikeln behandelt werden. Wenn solche Artikel „zu Gunsten der Wissenschaft voreingenommen“ sind, empfinden das einige Leute allerdings als Fortschritt und nicht als Fehler.

Das Problem ist jedoch, dass sich Wissenschaftler manchmal nicht darüber einig sind, welche Theorien wissenschaftlich sind und welche nicht. Bei solchen Fragen könnten der „wissenschaftliche Standpunkt“ und der „objektive Standpunkt“ des Establishments deutlich das Neutralitätsgebot untergraben, in der ein Artikel präsentiert werden sollte. Wenn sich also das Establishment in einer wissenschaftlichen Kontroverse einig zu sein scheint, dann ist das die Sichtweise, die von Wikipedia als selbstverständlich vorausgesetzt und oft aggressiv vertreten wird.

Die Artikel über die globale Erwärmung und den MMR-Impfstoff sind zwei Beispiele dafür; ich brauche kaum in diese Seiten einzutauchen, denn es reicht schon zu sagen, dass sie bestimmte Positionen unterstützen, die wissenschaftliche Minderheiten ablehnen. Ein weiteres Beispiel ist, wie Wikipedia verschiedene Themen der alternativen Medizin behandelt – oft herablassend und in Wikipedias eigener Stimme häufig als „Pseudowissenschaft“ etikettiert.

In der Tat definiert Wikipedia den Begriff „Pseudowissenschaft“ selbst wie folgt: „Alternative Medizin beschreibt jede Praxis, die darauf abzielt, die heilenden Wirkungen der Medizin zu erreichen, der es aber an biologischer Plausibilität mangelt und die ungeprüft, nicht prüfbar oder erwiesenermaßen unwirksam ist. In all diesen Fällen erfordert eine echte Neutralität eine andere Art der Behandlung.“

Zweifellos wird es noch tausende weitere Artikel geben ohne jegliche Neutralität und das auch in anderen, völlig uninteressanten Themengebieten. Mir kamen zum Problem lediglich die kritischsten Bereich zuerst in den Sinn, da sie mit dem Kampf um die kulturelle Deutungshoheit in Verbindung stehen, wobei die entsprechenden Artikel bei Wikipedia überaus deutlich auf der einen Seite dieses Kampfes stehen. Einer Enzyklopädie, die etwas auf ihre Neutralität gibt, sollte man das aber nicht anmerken können.

Es ist an der Zeit, dass Wikipedia endlich reinen Tisch macht und zugibt, dass sie die NPOV aufgegeben haben. Zumindest sollten sie zugeben, dass sie den Begriff in einer Weise neu definiert haben, der ihn völlig unvereinbar mit der ursprünglichen Definition von Neutralität macht, bei der es sich um die gewöhnliche und gängige Vorstellung des Begriffs handelt. Um der Glaubwürdigkeit Willen wäre es sehr wahrscheinlich besser, man würde zuzugeben, dass man intern bei Wikipedia eine Haltung vertritt, die gegen Konservatismus, traditionelle Religiosität und Minderheitenperspektiven auf Wissenschaft und Medizin und noch sehr viele weitere Themen gerichtet ist.

Leider ist fast genauso klar, dass die Administratoren und Autoren bei Wikipedia ihre Politik sehr wahrscheinlich nicht ändern werden und weiterhin ihre ideologischen Ansichten in die Artikel einfließen lassen werden; sie leben schlichtweg in einer selbstgemachten Fantasiewelt, aus der sie nicht ausbrechen können.

Der Welt jedoch wäre mit einem unabhängigen und dezentralisierten Enzyklopädienetzwerk besser gedient, wie ich es mit der Enzyklosphäre vorgeschlagen habe. Wir werden künftig sicherlich ein derartiges Netzwerk entwickeln. Will man es allerdings völlig unabhängig von allen staatlichen und Konzerninteressen halten, dann werden die Mittel knapp sein und es wird dauern, bis es einsatzbereit ist.

Quelle Titelbild

Bloggerei.de