Deutschland wird von inkompetenten Knallvögeln regiert!

Vier Fehler und ein Totalausfall

 

Der in diesen Tagen umtriebige, um nicht zu sagen virulente Bundesgesundheitsminister Jens Spahn tat sich vorgestern wieder einmal hervor mit einer Twitterbotschaft zum Thema Mundschutz. Warum es gut sei, diesen in der Öffentlichkeit zu tragen, und wie man sich einen besorgen kann. Da ich nicht Spahns Twitterkonto durchforsten will, hier der Link zu einem Video darüber vom immer wieder sehenswerten Digitalen Chronisten. Dazu passend die Beschwerde einer Nähereibetreiberin bei N-TV, die ihre „Community-Masken“ nicht verkaufen kann, weil sie sonst von Abmahnanwälten heimgesucht würde. Zunächst aber ein Blick auf Spahns Glanzleistung in der Maskenfrage.

 

Geschenkt #1: Improvisation

 

Geschenkt ist dabei, dass Spahns „kaufen oder selber machen“-Empfehlung nicht gerade vor Inspiration spritzt, wobei man nie weiß, welche Klientel der Mann anspricht. Vielleicht erzählt er seinen Adressaten in der Mainstream Presse tatsächlich etwas neues. Kritikwürdig am Rande sei an dieser Stelle lediglich erwähnt, dass er „…oder improvisieren“ vergaß. Aber vermutlich ist er selbst gerade so sehr mit improvisieren beschäftigt, dass der den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

 

Geschenkt #2: Denglischtourette

 

Geschenkt ist auch, dass mal wieder einer der Polit-PR-Berater ganze Arbeit leistete mit dem Neologismus der „Community-Masken“. So arg in Mode und cool Denglisch auch sein mag, so hat man – wieder einmal – vergessen, dass noch immer mindestens 12 Millionen DDR-Insassen unter uns wandeln, die in der Schule Russisch lernten und des Englischen nicht mächtig sind.

Hinzu kommen weitere Millionen an sog. „Naziomas“, die in der Volksschule keinen Englischunterricht genießen durften, dafür aktuell umso mehr Angst haben müssen um ihre Gesundheit. Da wirkt es immer ganz besonders vertrauenerweckend, wenn man noch einmal mit einem neuen Begriff um sich herumwirbelt, der – selbst beim Englisch erprobten Verfasser dieser Zeilen – Verwirrung stiftet und genau genommen nicht einmal eine Existenzberechtigung hat. So etwas wie „Bastelmasken“ hätte es auch getan, dazu ein Foto aus China, auf denen Untertanen der KP eine 5l Plastikflasche auf dem Kopf tragen. Dann weiß jeder Bescheid.

Zum Glück, kann man sagen, konsumieren die wenigsten Menschen in unserem Land das, was auf Twitter täglich hingerotzt wird, und haben überdies noch einen Funken Restverstand, mit dem sie in der Lage sind, die sprachliche Erklärungslücke mit Sinn zu füllen.

 

Geschenkt #3: Fehlerkaskade

 

Schenken muss man dem Mann ebenso, dass er höchstselbst und sogar auf dem selben Medium noch vor nicht allzu langer Zeit die Sinnlosigkeit des Kleidungsstücks bei der Abwehr der Coronaepidemie herausstellte (siehe das DC-Video). Ja, Spahn riet vor genau dem ab, was er jetzt propagiert.

Vermutlich, so meine Befürchtung, war seine damalige Aussage rein taktischer Natur und der Tatsache geschuldet, dass sein Ressort ein Jahrzehnt lang geschlafen hat und nun erst die Behörden auf dem Markt zugreifen mussten, bevor die Überängstlichen im Volk die Preise für das Produkt in Richtung Mond schießen.

 

Nicht geschenkt: Die völlige Abwesenheit einer Koordination von Abwehrmaßnahmen

 

Nicht schenken jedoch darf man dem Gesundheitsministerdarsteller die Tatsache, dass zwar neben Trigema auch alle anderen (wenigen uns noch verbliebenen) Hersteller von Kleidungsstücken in kürzester Zeit ihre Produktion umstellten auf das, was im Land am dringendsten benötigt wird, sich ihre unter Vollast produzierte Ware nun aber bergeweise vor dem üblichen Gesetzes- und Regulierungswust stapelt.

Das Problem ist offenbar so groß, dass sich die Betreiberin einer Näherei – anstelle weiterhin ihrer systemkritischen Arbeit nachzugehen – in den Medien öffentlich darüber beschweren musste, wie sie ihre völlig ohne Aufforderung durch Jens Spahn produzierten „Community-Masken“ nicht am Markt verkaufen kann. Der Grund für die Barriere: Abmahnanwälte.

Noch einmal: ABMAHNANWÄLTE!

Die Ursache für das Zurückhalten der dringend benötigten Ware liegt in der mangelnden Zertifizierung der Masken, da die Nähereien ihre Produkte wegen des Zeitmangels nicht offiziell bestätigen lassen konnten. Daher dürfen sie die Masken als Ausnahmeregelung nur an bestimmte als „systemkritisch“ erachtete Kunden ausliefern. Wer dagegen nicht in die Kategorie fällt, der muss draußen bleiben. Das, obwohl die Produktionskapazitäten ausreichend weit hochgefahren werden konnten für eine Belieferung des ganzen Landes.

Unter den ausgeschlossenen befinden sich: Ärzte, Pflegeeinrichtungen und sonstige Institutionen (man denke an Großküchen oder Busfahrer), denen wegen der Versäumnisse durch Jens Spahn die Masken ausgingen, und die daher jetzt „darum flehen“ müssen, wenigstens ein paar Improvisationsstücke zur Verwendung zu erhalten.

Genau hier kommen nun unsere Abmahnanwälte ins Spiel. Diese können dank der Zeit, die sie gerade in ihrem „Home Office“ verbringen, den ganzen Tag lang bei Opfern im Onlinewarenangebot stöbern auf der Suche „Community-Masken“, die mit rechtswidriger Beschriftung verkauft werden.

Aus politischer Inkompetenz sind also all jenen die Hände gebunden, die unter Hochdruck bei der Abmilderung der Krise helfen können und helfen wollen.

 

Jens Spahn ist krachend inkompetent!

 

Man sollte das keinesfalls abtun als ein nachrangiges Versäumnis. Die größere Bedeutung des ganzen ergibt sich nämlich aus dem schon seit längerem vorhandenen Wissen um die kurz- bis mittelfristig vorhandenen Engpässe bei Masken und anderen Hygienemitteln. Spahn hätte das schon im Januar wissen können und auch darauf reagieren müssen. Aber er hat seine Arbeit nicht getan und es laufen lassen – und sich bekanntlich sogar Masken in Kenia klauen lassen (was nun doch nicht stattgefunden haben soll) – während er gleichzeitig noch zum eigenen Vorteil die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Tragens der Masken täuschte.

Danach hat der Mann aber nicht Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um den Zustand endlich zu beenden, sondern er ließ es einfach geschehen. Dabei waren seine Handlungspflicht und das, was er hätte unternehmen müssen, mehr als nur offensichtlich. 

Seine Aufgabe wäre es gewesen, umgehend sämtliche infrage kommenden Hersteller oder deren Verbände zu kontaktieren, um sie zu bitten, für die provisorische Deckung des Bedarfs schnellstmöglich die Produktion umzustellen. Denn hätte er das gemacht, dann hätten diese ihm sehr wahrscheinlich mitgeteilt, dass es bestimmte Regulierungen gibt, die ein solches Manöver verhindern. Ein guter – nein, selbst ein ausreichend qualifizierter – Politiker wäre dem umgehend nachgekommen und hätte für den Zeitraum der Krise stande pede sämtliche Hürden aus dem Weg geräumt.

Das geschah nicht, denn sonst hätte sich die Frau nicht an die Medien wenden müssen, um sich darüber zu beschweren. Ganz offenbar, auch das ergibt sich aus dieser elendigen Posse, informieren und reagieren Politiker buchstäblich nur dann, wenn ihnen die Hofberichterstattungsjournallienclique etwas vor die Nase setzt.

 

Ich frage mich..

 

Wo ist der gesunde Menschenverstand?

Gibt es denn keinen Kontakt zur Basis mehr?

Was ist mit den vielen parteiinternen Zuträgern? 

Wo ist die Heerschar der Lobbyisten, wenn man sie einmal braucht?

Warum hat die Regierung nicht proaktiv von selbst gehandelt?

Wo sind die fähigen Berater?

Was machen die eigentlich den ganzen Tag?!

Es ist wirklich zum Haare raufen!

 

Fazit: Jens Spahn muss zurücktreten!

 

Diese kleine Episode beweist, wie extrem inkompetent Jens Spahn und sein kompletter Stab sind. Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch hätte SOFORT die Initiative ergriffen und diesen „systemkritischen“ Engpass mit der exekutiven Brechstange so schnell wie möglich wieder geöffnet  – und zwar noch bevor der erste Anwalt sein Schreiben aufsetzen kann.
Das Versäumnis in dieser Sache ist so groß, dass man sich fragen muss, welche weiteren Versäumnisse sich Spahn und Konsorten gerade leisten und welchen unnötigen Risiken wir jenseits der gerade ablaufenden Katastrophe noch ausgesetzt sind.

Jens Spahn ist nichts anderes als ein inkompetenter Knallvogel, der umgeben ist von inkompetenten Knallvögeln. Die Posse um hastig produzierte Gesichtsmasken, die wegen der Gefahr vor Abmahnungen durch Abmahnanwälte nicht ausgeliefert werden können, ist der beste Beweis dafür.

Dabei wäre selbst ich ein besserer Gesundheitsminister als Spahn. Der Beweis dafür findet sich im vorletzten Absatz meines Beitrags über die Euro-Momo Statistik vor knapp zwei Wochen, wo ich geschrieben habe:
„Nicht zuletzt muss die Politik auch der Industrie entsprechende Anreize geben, etwa über die vorübergehende Aussetzung von Zulassungsregulierungen. So ließen sich kurzfristig die für einen potenziellen weiteren Anstieg an schweren Erkrankungen notwendigen Geräte für Intensivstationen bereitstellen.“

Ich muss schon sagen, manchmal erstaune ich mich wirklich selbst. Die Masken hatte ich damals zwar nicht explizit erwähnt. Aber wer hätte schon gedacht, dass selbst an dieser Stelle eine künstliche Hürde im Weg steht.
Es ist wirklich kaum zu fassen!

Quelle Titelbild