Gabun macht Homosexualität illegal…. und keine Sau interessiert es

Gabun macht Homosexualität illegal…. und keine Sau interessiert es

Die Verlogenheit mit dem Schwulenkult

 

Kaum eine Woche vergeht heute noch, in der man beim Überfliegen der Nachrichten nicht über irgend etwas mit schwul, lesbisch oder einer anderen Spielart der Buchstabensexualität stolpert. Wobei, eine Woche ist vermutlich übertrieben, eher sollte es Tag heißen.

Allerorten wird von der Vorabendserie bis zur Polizei alles auf Regenbogen getrimmt, der Kulturbetrieb ist es schon lange und auch die Werbung brüllt einem immer öfters den gleichgeschlechtlichen Liebesbefehl entgegen. Ebenfalls im Trend liegt die sexuelle Umdeutung historischer Figuren wie etwa Ludwig van Beethoven, der – ich wusste das jedenfalls nicht – ebenso schwul gewesen sein soll, wie auch sämtliche übrigen Künstler, Politiker und Feldherren halbwegs relevanter Bedeutung.

Wer etwas dagegen sagt oder sich auch nur genervt zeigt, und sei es auch nur wegen der Penetranz des Regenbogenbombardements, der wird selbstredend sofort rhetorisch niedergeknüppelt. Eine Gewalt, die sogar vor bekennenden Schwulen keinen Halt macht.

Bei dieser Gewaltimpfung mit der Buchstabensexualität gelten allerdings auch einige Sonderregeln. So fordern einige beispielsweise, dass mehr „non-binäre“ Menschen an die Schalthebel der Macht gelassen werden sollen. Ist der Forderer aber selbst keiner von diesen, dann gilt das definitiv nicht – für dem Moment zumindest, so lange man(n) selbst noch an der Macht klebt. Ebenso wenig stört es, wenn die „Vielfalt“ so umfassend ist, dass keine klassische „Einfalt“ mehr zu erkennen ist in der Form, als dass kein einziger weißer, heterosexueller Mann – oder gerne eine kernfamilienfreundliche Frau – mehr dabei sein darf beim Entscheiden über die Zukunft all jener, die noch Kinder in die Welt setzen.

Keine Erwähnung wert ist natürlich auch all jenes aus der Abteilung Kopftuch, Burkini und generell Sonderwürste der Marke halal. Es wäre doch gelacht, würde die vom männlichen, weißen und heterosexuellen Finanzminister Scholz angedachten steuerlichen Sanktionen gegen reine Männervereine auch angewandt auf dieSufiorden in den gut-islambürgerlichen Nachbarschaften Duisburgs, Neuköllns oder Mannheims. Spätestens Erdogan würde einschreiten und sicherstellen, dass die Insel der DITIB-Seeligen (ohne *innen) im bundesdeutschen Multikultifördersystem erhalten bleibt.

 

Gabun, jenseits von Timbuktu gegen Russland, jenseits von Stalingrad

 

Wenn es nicht gerade Erdogan ist, dann kann der deutsche Mainstream aber durchaus auch mit jener aus der innerdeutschen Gesellschaftsdebatte bekannten Härte zuschlagen, wenn es um den Buchstabenkult geht. Orban beispielsweise ist böse, und sicherlich auch Salvini, wenngleich gerade kein aktuelles Beispiel vorliegt für dessen Auschwitzphantasien für Italiens Klientel für kunterbunte Lebensphantasien.

Ganz vorne aber liegt noch immer Putin, der sich wohl erst mit seinem Tod von der in Regenbogen gehaltenen Schlinge um seinen Hals befreien wird können. Hat die Inkarnation des Bösen doch immerhin die Homosexualität in Russland illegal gemacht – was zwar nicht stimmt, aber wen kümmert das schon? – und mindestens deswegen sind die halsbrecherischen Sanktionen gegen den bedeutendsten Gaslieferanten für die deutsche Energiewende völlig berechtigt. Dann soll der Mann doch auf Lexus umsteigen wenn es ihm nicht passt, oder auf Cadilac oder Rote Fahne. Oder sich im Zweifel seine eigene Luxuskarosse bauen.

Dem deutschen Gefühl für das Gute tut so etwas gut, sehr gut sogar. Ganz besonders gut ist es auch deshalb, weil wie angedeutet gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Dem Feindbild dient es, der Energiewende auch (also irgendwie halt) und es wurden einem „lupenreinen“ Despoten die Hände gebunden, die ihn daran hindern werden, den ein oder anderen Sergej in den Weiten Russlands davon abzuhalten, seine Hände an den süßen Ivan zu legen. Oder so ähnlich.

Da kann Gabun leider nicht mithalten. Nicht auf der Landkarte, wo es untergeht irgendwo zwischen Kamerun und einem der beiden Kongos, und auch nicht beim Wohlstand, einer Kategorie, in der das Land in bemitleidenswerter Weise konkurriert mit Sehnsuchtsorten wie Castrop-Rauxel, wohlgemerkt aggregiert, nicht pro Kopf. Gabun ist herzlich unwichtig und da hilft es nicht einmal, dass in der Ausscheidungsrunde zur letzten Präsidentschaftswahl des Landes im Jahr 2016 zwei Männer antraten mit den überaus onomatopoetischen Nachnamen Ping und Bongo.

Gabun ist so kack-irrelevant, dass die gabunische Regierung bereits im Juli des letzten Jahres beschloss, homosexuelle Aktivitäten zu kriminalisierte, es aber bis Dezember dauerte, bis überhaupt jemand jenseits der Landesgrenzen Notiz davon nahm. Noch einmal: Gabun machte Homosexualität illegal und es dauerte ein halbes Jahr, bis im deutschsprachigen Netz zwei mickrige Artikelchen darüber erschienen, nicht aber in den Mainstream Medien, nein, es waren die beiden Nischenanbieter Queer.de und Welt-Sichten.org mit jeweils 700.000 bzw. nicht Zugriffen für eine Messung im Monat.

Das ist ein imposantes Schweigen im Blätterwalde angesichts des üblichen Tohuwabohus bei diesem Thema. Chapeau, Monsieur Bongo! Es wirft auch die Frage auf, ob Nordkorea nicht vielleicht eine falsche und überteuerte Nichtinformationsstrategie betreibt angesichts dieses Desinteresses an dieser zeitgeistig hochbrisanten Entscheidung in der Hauptstadt Gabuns – ich muss es erst nachsehen – Libreville.

 

Zweierlei Maaß für Multikulti und Vielfalt

 

Ohne, dass es jemandem auffiel, und ohne dass als es endlich bemerkt wurde die Runde machte, reihte sich Gabun klammheimlich ein als Nummer 72 in die seltsam lange Liste jener Länder auf der Welt, in denen Homosexualität eine Straftat darstellt. Dabei scheint die Situation in Libreville und Umland für die warmen Brüder im Orchester der Pings und Bongos allerdings nicht allzu schlimm zu sein. Denn während man(n) als Schwuler im Iran für den Ausflug in die Homoerotik am Baukran endet und an schnuckeligen Orten wie Afghanistan, Pakistan und dem Sudan lebenslang hinter Gittern lieben muss, so genügt in Gabun ein sogenanntes „Bestechungsgeld“, um sich vor dem Gesetz zu schützen, wie uns der East African in seinem Artikel darüber aufklärt.

Vielleicht ist das ja der Grund, weshalb nicht einmal unser feministischer Außenminister Maaß etwas zu dem Thema verlauten ließ, zumindest konnte ich nichts finden. Dabei ist es keineswegs so, dass die Nachricht der gabunischen Rechtskeule gegen Homosexuelle noch nicht das deutsche Außenministerium erreicht hätte. So heißt es in Gabuns Infokärtchen mit den Reiseinfos unter der regierungsamtlich gemachten Buchstabenkombo LBGTIQ: „Dennoch sind nach einer Gesetzesänderung im Juli 2019 sexuelle Handlungen zwischen Personen des gleichen Geschlechts strafbar und das Thema ist auch in der Öffentlichkeit tabu.“

Man kennt also die Gesetzeslage von Libreville, was auch das für das dazu existierende gesellschaftliche Tabu rund um das Thema gilt. Entgegen aber der inländischen Schulpolitik, wo allenthalben „Frühsexualisierung“ und „Enttabuisierung“ auf den Stundenplan gehievt wurden, wie auch der Russland Politik des mahnend erhobenen Zeigefinger, scheint sich der konsistente Außenminister Heiko Maaß in diesem Fall im Falle des afrikanischen Landes für einen Bruch mit der allgemeinen politischen Linie entschieden zu haben: Man spricht besser mal nicht darüber und enthält sich jeglicher Kritik. Auch von Sanktionen gegen das Land ohne relevante Bodenschätze oder geostrategische Bedeutung ist nichts bekannt.

 

Das Establishment weiß genau, was es von wem will und von wem nicht

 

Mit dem völligen Schweigen im deutschen Außenministerium wie auch in der Beletage der deutschen Qualitätspresse drängt sich mir die untrügliche Beobachtung auf, dass es eine überaus klare Vorstellung darüber geben muss, was Multikulti im Geflecht deutscher Institutionen denn wirklich bedeutet und wie, wo und von wem Vielfalt gelebt werden sollte – und von wem eben nicht.

Im Unterschied beispielsweise zu Russland gehört Gabun ganz offenbar zur letzteren Kategorie jener Länder, in denen sich die Abwesenheit von Vielfalt paaren darf mit der Abwesenheit von CO2-Abwehrmaßnahmen. Im Endergebnis, so viel lässt sich abschätzen, wird das absehbar ein paar weitere „Klima-“ und Buchstabenflüchtlinge produzieren. Mit zwei bis drei kurzen wie klaren Sätzen aus Berlin (oder gar Paris oder Brüssel?) hätte man das verhindern können. Offenbar wollte man aber einfach nicht.

Aber keine Sorge, mit seinen gut zwei Millionen Einwohnern wird das Land der Gabunesen den Braten kaum mehr fetter machen als er ohnehin bereits ist. Noch besser ist, dass man dort französisch spricht. Denn so wird mit etwas Glück die warme, pigmentreiche Regenwolke aus Libreville hauptsächlich über Frankreich niedergehen. Macron wird sich mit Freuden darum kümmern.

Quelle Titelkollage 1,2,3,4,5

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